Radioaktive Indikatoren auf Schwefelbasis für Umweltuntersuchungen
Die Ozeane stellen eine wichtige Verbindung in den globalen Kreisläufen vieler chemischer Spezies dar, einschließlich Schwefel. Plankton produziert Dimethylsulfoniopropionat (DMSP), welches dann in Dimethylsulfid (DMS) umgewandelt und in die Atmosphäre entlassen wird. Ist es einmal in der Atmosphäre, wird DMS in Schwefelaerosol umgewandelt. Dieses beeinflusst die globale Wärmestrahlung der Erde und somit ihr Klima. Die Beziehung zwischen DMSP und DMS ist derzeit noch ziemlich unerforscht. Daher haben Wissenschaftler des Plymouth Marine Laboratory (PML) mit Hilfe radioaktiver Indikatoren Untersuchungen zu den Mechanismen durchgeführt, die DMPS und DMS produzieren und zerstören. Ausgehend von vorangegangenen Untersuchungen amerikanischer Universitäten, erstellte man am PML ein Protokoll zur Produktion radioaktiver Indikatoren für Schwefel von hoher Qualität, welche auf Schwefel 35, insbesondere auf 35S-DMSP und 35S-DMS, basieren. Das Verfahren umfasst Reaktionen mit Aminosäuren, Methylierung, Aufreinigung durch Ionenaustausch und Methoden der Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC). Der Ertrag an gekennzeichnetem DMSP liegt zwischen 5-12 %. Im Rahmen des BASICS-Projekts wurden die radioaktiven Indikatoren zur Untersuchung des DMSP- und DMS-Kreislaufs in der Bucht "Plymouth Sound" sowie in den Küstengewässern Spaniens eingesetzt. Die radioaktiven Indikatoren und die Verfahren, die PLM für ihre Herstellung entwickelt hat, könnten auch für andere Anwendungen von großer Bedeutung sein.