Feuerbeständige und flexible Textilstrukturen
Der Brandschutz von Stoffen ist für viele Einsatzbereiche, insbesondere für die Feuerwehr, von herausragender Bedeutung. Intumeszente Textilien sind für eine optimale Funktion unter extremen Bedingungen mit äußerst hohen Temperaturen ausgelegt. Das Konzept der Intumeszenz ermöglicht die Optimierung der Brandschutzeigenschaften und der Menge der Additive im Stoff. Beim Erwärmen bilden sich an der Oberfläche spezielle Schichten, um den darunter liegenden Stoff vor den Auswirkungen der Flammen bzw. des Wärmestroms zu schützen. Die Zusammensetzung dieser Beschichtungen ist in Bezug auf physiochemische Eigenschaften optimiert, um sowohl den Wärmeübergang von sowie den Massenübergang zu der Wärmequelle zu minimieren. So wird der darunter liegende Stoff geschützt. Basierend auf dem Konzept der Intumeszenz hat sich das NEREFITE-Projekt auf aktuelle Entwicklungen bei feuerbeständigen Polymeren konzentriert, um den Brandschutz von Textilien zu verbessern. Im Einklang mit Umweltbestimmungen, die den Einsatz halogenhaltiger Flammhemmer verbieten, haben Forscher spezielle, halogenfreie Rezepturen entwickelt, um den Einsatz von Polypropylen-Polymeren in Faseranwendungen zu untersuchen. Mit diesen polypropylen-basierten Rezepturen können die flammhemmenden Eigenschaften verbessert und zugleich die polymer-basierten mechanischen Eigenschaften der Faser erhalten werden. Hierfür wurde eine Vielzahl von Additiven untersucht und analysiert und zugleich die optimalen Verarbeitungsbedingungen bestimmt. Die neuen Rezepturen wurden zudem in Bezug auf maximale Leistung sowohl im Labor als auch bei Testanwendungen optimiert. Neben dem Textilbereich können die neuen Rezepturen auch in anderen Branchen eingesetzt werden, in denen Brandsicherheit eine Rolle spielt. Dies sind unter anderem Werkstoffe für die Automobil-, Bau- und Baustoffindustrie sowie die Möbelproduktion.