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Inhalt archiviert am 2024-05-18

A computational logic model for the description, analysis and verification of global and open societies of heterogeneous computees.

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Adaptive Verhandlungen mit Gorgias Argumentationsstil

Innovative Forschungsarbeiten im Bereich der formalen Logik für die Kommunikation zwischen Einzelrechnern haben eine solide wissenschaftliche Basis für die Entwicklung globaler Computersysteme geschaffen.

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Die zentrale Steuerung aller Einzelrechner moderner Softwareanwendungen, insbesondere solcher, die das Internet nutzen, ist nicht immer möglich oder praktikabel. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des SOCS-Projektes eine neue technologische Vision verfolgt, bei der die Einzelrechner ohne Informationen über ihre sich dynamisch verändernde Umgebung interagieren können. Bei dem Versuch, diese Vision für eine globale Computerumgebung umzusetzen, wurde das Konzept autonomer Agenten als hilfreiche Abstraktion zur Beschreibung der Einzelrechner eingesetzt. Die Agenten sind autonom, da ihre Aktivitäten nicht zentral gesteuert werden. Größere Strukturen aus mehreren Agenten würden durch "soziale Regeln" bestimmt, die ihren Betrieb relativ zueinander beschreiben. Projektpartner an der Universität von Zypern hatten die Aufgabe, Rahmenbedingungen für die Unterstützung der Agenten bei der Entscheidungsfindung unter bestimmten Referenzrichtlinien zu entwickeln. Allgemein sind Referenzrichtlinien dynamisch und werden durch den Zustand der Umgebung beeinflusst, in der sich der Agent befindet. Der Agent muss in der Lage sein, verschiedene Alternativen zu vergleichen und zu einem Ergebnis zu gelangen, das die neuen Faktoren der aktuellen Umgebung berücksichtigt. Die vorgeschlagenen Argumentationsrichtlinien unterstützen die Bestimmung des sozialen Ausmaßes des Agenten und dessen mögliche Variationen abhängig von der externen Umgebung. Weiterhin kann das nach dem bekannten sizilianischen Rethoriker benannte Gorgias die relativen Rollen der Agenten einbeziehen. Die Rolle jedes Agenten wird direkt mithilfe von Prioritätsregeln ausgedrückt, die wiederum Argumente bilden, die bei der Entscheidungsfindung eingesetzt werden. Dies ermöglicht eine höhere Flexibilität bei der argumentativen Beweisführung des Agenten zu dessen Präferenzen. Zudem handhabt Gorgias die Unvollständigkeit der Kenntnisse eines Agenten zur externen Umgebung und zeigt, wie die eigenen Überlegungen des Agenten dessen Interaktion mit anderen Agenten beeinflussen können. Forscher an der Universität Zypern untersuchen derzeit die Kombination der vorgeschlagenen Argumentationsrichtlinien mit Erkenntnissen der kognitiven Psychologie und eine mögliche Definition unterschiedlicher Agentenpersönlichkeiten.

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