Bedarfsgesteuerter flexibler Nahverkehr
Normalerweise bedient der bedarfsgesteuerte Nahverkehr mit kleineren Bussen je nach Kundenwunsch bestimmte Routen. Sie verkehren außerhalb der Stoßzeiten sowie in schwach besiedelten Gebieten und können auch Fahrten zum Flughafen übernehmen. Darüber hinaus bieten sie in speziellen Dienstleistungsnischen Benutzern mit eingeschränkter Mobilität (Behinderten oder älteren Mitbürgern) ihren Service an. Hierdurch übernimmt der bedarfsgesteuerte Nahverkehr sogar eine soziale Funktion. Diese Dienstleistung wird üblicherweise von einem Betreiber angeboten und ist nur selten mit den größeren öffentlichen Verkehrsnetzen verbunden, obwohl es hier deutliche Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Zur Verbesserung der Kommunikation, der Integration und der Kooperation zwischen allen Akteuren im Bereich des bedarfsgesteuerten Nahverkehrs wurde ein Projekt ins Leben gerufen. Ziel dieses Projekts mit der Bezeichnung FAMS ("Flexible Agency for Collective Demand Responsive Mobility Services") war es, die Technologien, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, die momentan im bedarfsgesteuerten Nahverkehr eingesetzt werden, zu verbessern und zu versuchen, eine flexible Agentur für Dienstleistungen im Bereich des bedarfsgesteuerten Nahverkehrs zu schaffen. Während des FAMS-Projekts konnten einige bemerkenswerte Ergebnisse hervorgebracht werden. Dem Team gelang es, innovative Verkehrsdienstleistungen zu entwickeln und zu implementieren, neue organisatorische Vorschläge zu kreieren und zu demonstrieren, dass das Produkt von den Kunden angenommen wird. Da Flexibilität ein Merkmal des bedarfsgesteuerten Nahverkehrs ist, stellten die Forscher des FAMS-Projekts im Einzelnen folgende Anforderungen auf, damit die Projektarbeit erfolgreich gestaltet werden kann: Die Notwendigkeit eines gemeinsamen FAMS-Dienstleistungszentrums, in dem die verschiedenen erforderlichen Fahrzeugtypen und Routen geplant, verwaltet und überwacht werden und in dem die Kundenbetreuung stattfindet, Dienstleistungen für die Wirtschaft, die sich am bedarfsgesteuerten Nahverkehr beteiligen sowie für Benutzer und schließlich eine Kommunikationsverbindung zwischen dem Dienstleistungszentrum und den Fahrzeugen basierend auf Mobiltelefonen. Ein FAMS-Portal wurde geschaffen, um Kommunikationswege zu eröffnen und sie in folgende Gruppen zu unterteilen: Dienstleistungen und Unternehmen, Kunden sowie allgemeines Management und Neuigkeiten. Das Projekt FAMS richtete auch Kanäle für die Zusammenarbeit zwischen Anbietern des Nahverkehrs ein. Hierdurch wurde es ihnen ermöglicht, von einer gemeinsam genutzten IT-Infrastruktur zu profitieren, zudem konnten sie einen allgemeinen Überblick darüber erlangen, welche Dienstleistungen wo nachgefragt werden. Zum Abschluss des EU-finanzierten Teils der FAMS-Arbeiten wurde entschieden, nach ein beziehungsweise zwei Jahren eine weitere Bewertung durchzuführen, um sämtliche Barrieren, welche die reibungslose Funktion und Umsetzung der Projektergebnisse behindern, zu beseitigen.