Extreme Regenfälle und Forstwirtschaft
Das von der EU finanzierte Projekt EPIC FORCE sollte die integrierte Bewirtschaftung von Wäldern und Ressourcen auf Ebene der Einzugsgebiete verbessern. Die Initiative konzentrierte sich auf vier lateinamerikanische Länder, die einen Bereich des Regenwaldes und ein von Regen und Schneeschmelze geprägtes Regime mit schweren Überschwemmungs- und Erosionsproblemen darstellen. Die Länder zeichneten sich auch durch eine fehlende integrierte Wasser- und Waldpolitik aus. Das Projekt basierte auf soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen mit Schwerpunkt auf extremen Regenfällen und Schneeschmelzen. Extremereignisse werden als heftige Regenfälle definiert, die Überschwemmungen auslösen und Schäden verursachen; hierzu gehören weder geringe Niederschlagsmengen noch fehlender Niederschlag. Das Konsortium verknüpfte wissenschaftliche, Bewirtschaftungs- und Politikforschung, indem es die Auswirkungen der Bewirtschaftungspraktiken und extremen Niederschlägen in Flusseinzugsgebieten modellierte. Darüber hinaus entwickelten die Wissenschaftler verbesserte Strategien für die Forst- und Wasserwirtschaft und erarbeiteten fundierte politische Empfehlungen für Regierungsstellen, die EU und die Weltbank. Ein Computermodell wurde geschaffen, mit dem sich verschiedene Ausmaße von Überschwemmungsereignissen in Wäldern in gemäßigten und tropischen Breiten sowie die Bewirtschaftungsmaßnahmen ermitteln, die für die Vorbeugung und Schadensbegrenzung erforderlich sind. Das Modell wurde mittels moderner Modellierungstechnologie und Daten aus den Schwerpunktbereichen entwickelt und untersuchte die Hypothese, dass bei steigendem Hochwasserscheitel die Auswirkungen der Landnutzung an Bedeutung verlieren. Die Simulationen wurden für die Strömung und den Sedimenttransport auf der Ebene des Einzugsgebiets durchgeführt und umfassten Komponenten für die Modellierung von Vegetationsunterbrechung und -transpiration, Schneeschmelze, verschiede Arten der Strömung und dein Einfluss von Flüssen und Grundwasserleitern. Die Sedimentfracht wurde ebenfalls modelliert und enthielt die Einträge durch Erdrutsche. EPIC FORCE untersuchte auch die Bewirtschaftung großer Totholzbestände und entwickelte mehrere alternative Optionen bewährter Praktiken mit Schwerpunkt auf dem Schutz der stromabwärts gelegenen Stadtgebiete. Es wurden Richtlinien erarbeitet, um die Bewohner vor den Auswirkungen extremer Niederschläge und Schneeschmelzen zu schützen und um die besten Optionen für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser- und Bodenressourcen bereitzustellen. Die Bewirtschaftungsrichtlinien basieren auf Untersuchungen der aktuellen Bewirtschaftungsstrategien, optimalen Verfahren, Modellszenarioanwendungen sowie Feldstudien und schlugen Verbesserungen der bestehenden nationalen politischen Maßnahmen vor. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Projekts war die Beteiligung nationaler Forst- und Wasserwirtschaftsbehörden, die wesentlich von den durch EPIC FORCE entwickelten Technologien profitieren werden. Außerdem verbesserte das Projekt die Kenntnisse hinsichtlich der Dynamik von Waldökosystemen (für extreme Niederschläge) unter Druck durch menschliche Aktivitäten. Dadurch wird eine nachhaltigere Nutzung der Wasser- und Forstressourcen sowie die effiziente Nutzung gegrenzter Entwicklungsressourcen ermöglicht, was wiederum zum Schutz der Umwelt und ihrer biologischen Vielfalt und lokalen Gemeinschaften beiträgt.