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Feature Stories - Spanien ist für das Internet der Zukunft bereit

Spanien ist ein Land der Gegensätze: geografisch extrem und wirtschaftlich vielfältig. Eine Reise durch das Land geht von schneebedeckten Bergen zu trockenen Ebenen, von den kosmopolitischen, lebendigen Städten Barcelona und Madrid hin zur Einsamkeit Asturiens.

Digitale Wirtschaft

Auf dieser Reise ist dann auch die starke kulturelle Identität Andalusiens, des Baskenlandes, Kataloniens und Galiziens zu spüren ebenso wie auch der unterschiedliche Wohlstand. Und obwohl Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) einen roten Faden bilden - der die Kluft zwischen diesen Kontrasten überbrückt -ist auch in diesem Bereich eine Polarisierung spürbar: Bei der Durchdringung des Breitbandmarktes im Festnetz liegt Spanien unterhalb des EU-Durchschnitts, im mobilen Markt und bei der Breitbandverfügbarkeit jedoch weit über diesem. Ein Motor der Technologie Im Themenbereich IKT des Siebten Rahmenprogramms (RP7) nimmt Spanien eine führende Stellung ein. Eine gesunde Mischung aus Universitäten, Forschungsinstituten, großen und kleinen Privatunternehmen hat teilgenommen oder nimmt derzeit an rund 175 Projekten von 1500 IKT-Projekten des RP7 teil, die bislang gefördert wurden. Telefónica ist das größte Telekomunternehmen des Landes, das sich der IKT-Forschung und der Entwicklung von Infrastruktur intensiv widmet. Dieses Unternehmen hat bis heute insgesamt 12 IKT-Projekte des RP7 koordiniert und an etwa 30 weiteren teilgenommen. Zu den wichtigsten Beiträgen von Telefónica , die sich auf die künftige Interneterfahrung aller Nutzer auswirken könnten, gehört die Koordination von FI-WARE (1), das über die öffentlich-private Partnerschaft zum Internet der Zukunft (Future Internet Public-Private Partnership, FI-PPP) gefördert wurde, um "die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft durch die Einführung einer innovativen Infrastruktur für eine kostenwirksame Schaffung und Lieferung von Dienstleistungen zu fördern". Zu den wichtigsten Ergebnissen von FI-WARE gehört eine offene Architektur und die Referenzimplementierung einer neuartigen Dienstleistungsinfrastruktur. Durch Télefonica steht Spanien jetzt an der Spitze der nächsten Internetrevolution. Telefónica koordiniert ebenfalls das spannende SmartSantander-Projekt, ein Marchbarkeits-/ Testbett-Projekt für viele der Technologien und Architekturen, die durch FI-PPP entwickelt werden. SmartSantander hält ein einmaliges Versuchsgelände bereit: die ganze Stadt Santander. Mit Unterstützung der Ämter, des öffentlichen Nahverkehrs und anderer städtischer Einrichtungen testet das Projekt die Verbreitung einer Reihe intelligenter Technologien. Die Stadt wird mit rund 20.000 Sensoren "verdrahtet", die alles messen werden, Wetterbedingungen, Kohlenmonoxidwerte, Lärm und Verkehrsfluss - ein wahrhaftes "Internet der Dinge" (Internet of Things, IoT), das einen kontinuierlichen Datenfluss für Echtzeitanalyse und Reaktionssysteme produzieren wird. Der erste "Dienst" betrifft Verkehrssensoren, die Fahrzeuge auf Parkplätzen entlang der Straßen detektieren können. Diese Information könnten von der Stadt dazu genutzt werden, den Verkehrsfluss zu verbessern, die Parkplatzbelegung zu regulieren oder auch die Bürger mit intelligenten Handy-Apps zu versorgen, die diese zu den verfügbaren Parkplätzen hinleiten. Die Ergebnisse der Versuche in Santander und anderer IoT-Experimente, die in Europa im Rahmen des Projekts durchgeführt werden, werden die Definition und die Spezifikation der Architektur des Internets der Zukunft erheblich beeinflussen. Die Infrastruktur von SmartSantander baut auf den Ergebnisse zweier großer EU-finanzierter Projekte auf, SENSEI (2) und WISEBED (3), mit denen demonstriert wurde, wie heterogene Technologien sicher in ein einzelnes Netzwerk integriert werden können. Wolke Neun Ein weiterer großer spanischer Akteur, Atos Origin, nimmt ebenfalls eine führende Position im Hinblick auf die spanische Beteiligung an IKT des RP7 ein. Der Erfolg dieses Unternehmens basiert auf seiner langjährigen Beteiligung an EU-Projekten. Es verfügt über Vorkenntnisse und Industriekontakte, die zum Aufbau von starken, zuverlässigen und innovationsorientierten Projektkonsortien notwendig sind, die gute Bewertungen erhalten. Atos verfügt über besonderes Fachwissen in der Entwicklung von serviceorientierten Plattformen und Architekturen. Das Projekt Cloud4SOA (4) erkundet Wege, um multiple "Cloud"-Infrastrukturen und Dienste in einer virtuellen, saumlosen Ressource zusammenzuführen (und zu multiplizieren). Es verwendet einen anwenderorientierten Ansatz, der es Softwareentwicklern erlauben wird, cloudbasierte Anwendungen zu erstellen, die in allen Clouddiensten interoperabel sind, unabhängig von der jeweiligen Infrastruktur des Serviceanbieters. Cloud4SOA wird drei fundamentale und komplementäre Rechenparadigmen kombinieren - Cloud Computing, "serviceorientierte Architekturen" und leichtgewichtige Semantik - um eine Referenzarchitektur vorzuschlagen und voll betriebsfähige Prototypen zu verbreiten. Das zugehörige SOA4All (5)-Projekt wird von Atos Research & Innovation koordiniert. Die Welt wird anhand ihrer Milliarden miteinander vernetzten Geräte, deren Anzahl täglich steigt, einen grundlegenden Wandel in der Art erleben, wie Daten produziert, gespeichert, verwendet und weitergegeben werden. Wir sind Zeugen einer neuen Ära, in der Daten in einer offenen und insgesamt besser nutzbaren Weise miteinander verbunden sind. Die Grenzen zwischen Content Provider und Verbrauchern (Consumer) werden verwischen, je stärker sich soziale Netzwerke, Blogs und andere Plattformen im Internet durchsetzen. Dies wird zu einer neuen Generation sogenannter "Prosumenten" (Prosumers) hinführen. Das gerade beendete Dreijahresprojekt SOA4All hat webbasierte Instrumente geschaffen, die sowohl für technisch versierte als auch für unerfahrene Anwender gedacht sind. Diese erlauben es, auf unterschiedliche Weise mit den Diensten zu interagieren. Die Industriepartner konnten bereits die Vorteile der SOA4All-Technologie demonstrieren. Das Projekt hat Komponenten geschaffen, die einen verstärkten Einsatz der SOA im Ganzen fördern werden. SOA4All bietet somit die Basis, einen starken Einfluss die Internetforschung und Entwicklergemeinschaften zu nehmen. Koordinator Elies Prunés Soler von ATOS Research & Innovation dazu: "Die Arbeit von SOA4All wird außerdem einen erheblichen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Software- und Serviceindustrie im Internet der Zukunft haben." Geld spielt eine Rolle Diese hochrangigen Projekte werden von anderen, stärker anwendungsorientierten Projekten aus verschiedenen Bereichen, etwa Finanzdienstleitungen, ergänzt. PARSIFAL (6) führte Stakeholdervertreter kritischer Infrastrukturen von Finanzdienstleistungen aus dem öffentlichen und dem privaten Sektor zusammen. Sie entwickelten gemeinsam eine Kommunikationsplattform, die jeden Beteiligten über alle Probleme der kritischen Infrastruktur in Kenntnis setzt, sodass schnell und wirksam reagiert und zusammengearbeitet werden kann und eine Eskalation oder eine mögliche Katastrophe vermieden werden können. Das Projekt FIRST (7), das auch von Atos Origin koordiniert wird, "extrahiert im großen Maßstab Informationen aus verschiedenen Datenquellen, um mit diesen in IKT unerfahrene Endanwender zu unterstützen, die finanzielle Informationen und Marktanalysen benötigen. Dazu gehören etwa Personen, die mit Wertpapieren für persönliche Investitionen handeln. Aus dem Projekt sind bereits mehrere einzigartige Werkzeuge hervorgegangen: Informationsgewinnung aus unzuverlässigen halb-strukturierten Quellen auf massiver Skala in fast Echtzeit; automatische Wiederverwendung existierender Ontologien, umfangreiches Ontologielernen und fortschrittliche Entscheidungsmodelle, die semantische Attribute verwenden. Energie für Forschung Telefónica und Atos schöpfen ein Viertel der RP7-IKT-Finanzierung für spanische Teilnehmer ab. Der größte Anteil geht jedoch an Hochschulen und Forschungsorganisationen. Fast alle technischen Hochschulen des Landes sind an mindestens einem RP7-Projekt beteiligt. Universitäten sind vor allem an angewandten Forschungsprojekten beteiligt, insbesondere in den Bereichen e-Gesundheit, e-Inklusion und Energieeffizienz, wo der spanische Anteil an RP7-Förderung über dem EU-Durchschnitt liegt. Das ENERSIP-Projekt(8) etwa wird von der Fundacion Tecnalia Research & Innovation koordiniert. Ziel ist, eine anpassungsfähiges, zuschneidbares und serviceorientiertes Energieüberwachungs- und Kontrollsystem für Stromnetze zu entwickeln. Dahinter steht die Idee, dass jeder Bestandteil eines Stromnetzes - Kommunikation, Steuerung, Datenverarbeitung und Konstruktion der Verbrauchs- wie auch der Erzeugungsanlagen - proaktive und koordinierte Steuerung und Management erfordern. Das Projekt entwickelt eine offene Informationsplattform, in der Sensordaten aus allen Bestandteilen des Netzes genutzt werden können, um die Stromerzeugung an die Nachfrage in Wohn- und Geschäftshäusern sowie in ganzen Wohnvierteln anzupassen. Das Projekt FIEMSER (9) entwickelt intelligente Echtzeitkontrollsysteme, die lokalen Verbrauch mit Erzeugung in Einklang bringen. Dazu gehören auch Methoden zum Energiesparen, so kann das System etwa Rollladen oder Vorhänge in einem Haus schließen anstatt die Stromerzeugung zu erhöhen. Mithilfe einer intuitiven Benutzerschnittstelle lässt sich Energie sparen ohne Komforteinbuße. Bei Europas Versuchen zur Reduzierung des Kohlenstoffabdruckes werden erhebliche Hoffnungen in IKT gesetzt. Das Projekt SEEDS (10) wird vom Stromerzeuger CEMOSA koordiniert. Es beabsichtigt die Entwicklung von Sensor- und Steuersystemen, die die Regulierung des Stromverbrauchs in Gebäuden unterstützen und lernen, wie Heizung, Kühlung und Beleuchtung nach menschlichen Kriterien (und dem Wetter) zu optimieren sind. Das System ist darauf ausgelegt, den Komfort des Verbrauchers zu bewahren während Energieverbrauch und CO2-Emissionen minimiert werden. Intelligente Systeme wie SEEDS könnten in ganz Spanien eingesetzt werden, unabhängig davon ob sich das Gebäude im kühlen Gebirge oder an der Mittelmeerküste befindet, wo es im Sommer extrem heiß ist. Wohin man auch immer in Spanien ist, man könnte bald die Früchte der Bemühungen des Landes sehen, wenn dieses damit beginnt, intelligente Anwendungen und solide IKT-Infrastruktur zu verbreiten und zu nutzen. Spanien ist für das Internet der Zukunft bereit. --- Die in diesem Artikel vorgestellten Projekte wurden vom Programm zur Unterstützung der IKT-Politik des Programms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) oder dem Siebten Rahmenprogramm (RP7) für Forschung unterstützt. (1) FI-WARE: Future Internet Core Platform (2) SENSEI: Integrating the physical with the digital world of the network of the future (3) WISEBED: Wireless Sensor Network Testbeds (4) Cloud4SOA: A Cloud interoperability framework and platform for user-centric, semantically-enhanced service-oriented applications design, deployment and distributed execution (5) SOA4All: Service oriented architectures for all (6) PARSIFAL: Protection and trust in financial infrastructures (7) FIRST: Large scale information extraction and integration infrastructure for supporting financial decision making (8) ENERSIP: Energy Saving Information Platform for Generation and Consumption Networks (9) FIEMSER: Friendly Intelligent Energy Management System for Existing Residential Buildings (10) SEEDS: Self learning Energy Efficient builDings and open Spaces Links zu den Projekten auf CORDIS: - FP7 auf CORDIS - FI-WARE auf CORDIS - SmartSantander auf CORDIS - SENSEI auf CORDIS - WISEBED auf CORDIS - Cloud4SOA auf CORDIS - SOA4ALL auf CORDIS - PARSIFAL auf CORDIS - FIRST auf CORDIS - ENERSIP auf CORDIS - FIEMSER auf CORDIS - SEEDS auf CORDIS Weitere Links: - Website der Europäischen Kommission zur Digitalen Agenda