Entdeckung neuer DNA-Reparaturenzyme im Andenhochland
Extremophile sind Mikroorganismen, die extreme Bedingungen wie große Trockenheit, starke UV-Strahlung oder hohe Schwermetallkonzentrationen zum Wachstum brauchen. Viele der von diesen Bakterien produzierten Enzyme werden bereits für verschiedenste Anwendungen genutzt. Ein EU-finanziertes Forschungsprojekt EXTREMOPHIL (Screening and functional analyses of photoreceptors in extremophilic microbial communities) untersuchte nun Extremophile aus einer besonderen Umgebung: den Hochlandseen im Andengebirge, wo die UV-Strahlung sehr hoch und das Wasser ausgesprochen salzhaltig mit extremen pH-Werten ist. Der erste Schritt war die genomische Sequenzierung und Klassifizierung der in den Seen lebenden Mikroorganismen. Der Organismus Acinetobacter Ver3 sollte wegen seiner ausgesprochen hohen Überlebensfähigkeit weiter untersucht werden. So identifizierte EXTREMOPHIL in dem Bakterium zwei Enzyme, die in der Lage sind, DNA-Schäden zu reparieren. Beide arbeiten optimal unter hoher UV-Einstrahlung und offenbaren gutes Potenzial für die biotechnologische Nutzung. In der Medizinindustrie beispielsweise könnten Enzyme wie diese als lichtaktivierte DNA-Reparaturenzyme fungieren.