Biotechnologische Spitzenforschung auf dem Westlichen Balkan
Als eine der 500 weltweiten Spitzenuniversitäten profiliert sich die Universität Belgrad vor allem im Hinblick auf die künftige EU-Mitgliedschaft Serbiens. Das EU-finanzierte Projekt FCUB-ERA unterstützt nun die Gründung eines Exzellenzzentrums auf dem Westlichen Balkan. Für eine stärkere Integration der Chemischen Fakultät in den Europäischen Forschungsraum (EFR) soll das Forschungspotenzial voll ausgeschöpft werden, indem die Zusammenarbeit mit Spitzenforschungseinrichtungen in den Bereichen Lebensmittelchemie, Landwirtschaft, Umweltschutz, molekulare Biotechnologie und Materialwissenschaften angeregt wird. Schwerpunkte sind dabei Lebensmittelsicherheit und Ernährungsphysiologie. FCUB-ERA unterstützt die Fakultät bei der Modernisierung labortechnischer Anlagen und der Einrichtung eines neuen Proteomiklabors für hochmoderne Proteinaufreinigungsverfahren und spektrometrische Analysen. Weiterhin wurde neue Technik für die molekulare Biotechnologie, Zellkulturen und Enzymologie angeschafft und ein neuer Bioreaktor erworben. Neben neuer Labor- und Anlagentechnik wird die Kapazität der Fakultät auch durch Anwerbung erfahrener Forscher, Vorbereitung gemeinsamer EU-Projekte und Fördermittelbeschaffung erweitert. Inzwischen ist die Fakultät an mehreren hochrangigen EU-Projekten beteiligt und wirkte an der Veröffentlichung von Fachartikeln mit, was Qualität und Quantität der wissenschaftlichen Publikation deutlich verbessert hat. Auf einer neu eingerichteten dynamischen Webseite werden Forschungsaktivitäten und Einrichtungen sowie Foren zu hochaktuellen Forschungsthemen wie Nahrungsmittelallergien präsentiert. Eine Reihe von Workshops, die die Universität organisierte, stärkte die Präsenz der Fakultät auf internationalen Konferenzen und vor allem im regionalen und internationalen Forschungsraum. Nach dem Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens versiegte zum Großteil auch die nationale Forschungsförderung, was den renommierten Hochschulen in der Region technische Neuanschaffungen deutlich erschwerte. Mit der EU-Förderung hat die Chemische Fakultät der Universität Belgrad nun alle Möglichkeiten, sich zu einer regionalen Spitzeneinrichtung in den neuen Fachbereichen Proteomik, Metabolomik und molekularer Biotechnologie zu entwickeln.