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Epilepsiebehandlung in der Kindheit

Epilepsie ist eine häufige chronische neurologische Störung, von der 1 bis 3 % der Bevölkerung betroffen ist. Im Fall der Absence-Epilepsie des Kindesalters(childhood absence epilepsy, CAE) ist eine pädiatrische Formulierung eines Antiepileptikums längst überfällig.

Gesundheit

Ein erheblicher Anteil der Epilepsiesyndrome setzen in Kindheit und Jugend ein. Zudem gibt es eine große Heterogenität bezüglich des Syndromtyps sowie der Ursachen und Prognosen. CAE manifestiert sich mit häufigen, unvorhersehbaren, nicht provozierten Anfällen von Abwesenheit, die im Allgemeinen das Bewusstsein beeinträchtigen. Die Patienten haben häufig eine Familienanamnese, und in einigen Fällen wird die Erkrankung autosomal-rezessiv vererbt. Symptome und mögliche Begleiterkrankungen von CAE können Sozialverhalten, Selbstwertgefühl und Lernfähigkeit der Patientinnen und Patienten beeinflussen. Die heute übliche Behandlungsstrategie besteht darin, eine Monotherapie mit einem Antiepileptikum einzuleiten. Die gegenwärtig verfügbare Rezeptur einer der First-Line-Behandlungsoptionen ist jedoch nicht an die Erfordernisse der Pädiatrie angepasst. Nach Angaben der Europäischen Arzneimittel-Agentur schränkt diese Lücke in den pharmakokinetischen und Sicherheitsdaten eine umfassende Anwendung des Arzneimittels bei Kindern ein, was die Forderung nach einer altersgerechten Formulierung untermauert. Vor diesem Hintergrund führte das EU-finanzierte Projekt KIEKIDS die pharmazeutische Entwicklung einer pädiatrischen Rezeptur zur Behandlung von CAE mit dokumentierter Sicherheit und Wirksamkeit durch. Das Konsortium führte ein lückenloses klinisches Programm durch, das zuvor durch wissenschaftliche Beratung und Genehmigung eines pädiatrischen Prüfkonzepts für eine angepasste pädiatrische zuckerfreie Formulierung (ADV6770) eines First-Line-CAE-Antiepileptikums bestätigt wurde. Die Forscher bewerteten neben der Schmackhaftigkeit das pharmakokinetische Profil von ADV6770, bevor sie zu Sicherheits- und Verträglichkeitsstudien übergingen. Mit Hilfe einer geschmacklosen Rezeptur vermied man Probleme mit der Therapietreue, die mit dem bitteren Geschmack des Wirkstoffs im Zusammenhang stehen, während das Weglassen von Zucker gut zu einer ketogenen Diät passt, die manchmal der nächste Schritt im Behandlungsprozess ist. Das Arzneimittel war im menschlichen Plasma stabil und es war keine weitere klinische Validierung erforderlich, da die Wirksamkeit des Wirkstoffs bereits vorher dokumentiert worden war. Es wurde eine klinische Studie durchgeführt, um die pharmakokinetischen, pharmakodynamischen und die Sicherheit betreffenden Daten verschiedener Formulierungen im Vergleich zu der kommerziell verfügbaren Referenzformulierung zu erhalten. Die Resultate gehen mit der klinischen Anwendung von ADV6770 konform und so erwartet man, dass sie die Forscher dabei unterstützen werden, eine Zulassung für die pädiatrische Verwendung (paediatric use marketing authorisation, PUMA) zu erhalten. Mit der Verfügbarkeit dieser neuen altersangepassten Formulierung in der gesamten EU sollten die Versorgungsbedingungen für CAE-Patientinnen und Patienten verbessert werden.

Schlüsselbegriffe

Absence-Epilepsie des Kindesalters, pädiatrische Formulierung, pharmakokinetisch, Sicherheit, KIEKIDS

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