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Civil Engagement in Social Work: Developing Global Models

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Studie zur Fachdisziplin Soziale Arbeit

Eine europäische Forschergruppe befasste sich mit der Fachdisziplin Soziale Arbeit im Kontext von Wohlfahrt und Neoliberalismus. Dabei zeigte sich eine rückläufige praktische Relevanz bei Sozialer Arbeit aufgrund zunehmender Privatisierung von Leistungen und Verknappung von Mitteln, was eingehendere Forschungen rechtfertigt.

Gesellschaft

Soziale Arbeit als Profession ist noch kaum wissenschaftlich fundiert und wird erst seit kurzem als Fachdisziplin anerkannt. Der Lehrplan setzt eher auf die Umsetzung der Politik statt auf Kritik und Alternativen, und die wenige Forschung, die tatsächlich stattfindet, ist oft fragmentiert und qualitativ unzureichend. Das EU-finanzierte Projekt CIVIL_SW (Civil engagement in social work: Developing global models) untersuchte die Bedeutung Sozialer Arbeit, mit dem Schwerpunkt auf sozialer Wohlfahrt im Kontext neoliberaler Reformen. In 10 Ländern wurden hierzu neue öffentliche Managementinitiativen untersucht. Das Projekt dokumentierte Faktoren, die praktische Arbeit und Forschung im Fachbereich Soziale Arbeit beeinflussen. Dabei zeichnete sich eine rückläufige Tendenz ab, die teilweise auf Sparmaßnahmen und der Kommerzialisierung von Dienstleistungen gründet. Die Studie bestätigte damit, dass das Forschungsprofil des Fachbereichs verbessert werden muss. Ein wesentlicher Grund für die derzeitige Situation ist, dass der Schwerpunkt im Lehrplan für Soziale Arbeit bislang noch zu wenig auf Politikentwicklung und Forschungskompetenz liegt. Das schwache internationale Forschungsumfeld wirkte sich auch negativ auf das Projekt aus. Da Aufbaustudiengänge aufgrund europäischer Sparmaßnahmen kaum noch gefördert werden, gestaltete sich die Einstellung geeigneter Forscher für CIVIL_SW schwierig. Weitere Probleme gab es bei Personal und Partnereinrichtungen, was die Forschungstätigkeit und deren zeitliche Abstimmung beeinträchtigte. Auch der Putschversuch in der Türkei 2016 und dessen Folgen brachten die Forschungsarbeiten in Verzug. Dennoch wurde eine Forschungsmatrix mit Daten aus 10 Ländern zusammengestellt. Die Ressource ermöglichte einen Vergleich der verschiedenen Gruppen, mit denen Sozialarbeiter interagieren. Das Team erstellte auch eine konzeptionelle Karte zu Themen, die soziale Ungleichheiten betreffen und untersuchte die Rolle von Sozialarbeitern sowie deren Beziehungen zum Sozialstaat sowie zu Nutzern und Anbietern von Leistungen. Analysiert wurden die verschiedenen sozio-politischen Faktoren der Wohlfahrtsreform sowie Faktoren, die sich auf das Wohl der Bevölkerung auswirken. Schließlich wurden derzeitige Best Practices in diesem Bereich geprüft, was die aktuelle Debatte weiter befördert. Mit den Empfehlungen für eine bessere Forschung kann CIVIL_SW auch dazu beitragen, die berufliche Praxis zu verbessern.

Schlüsselbegriffe

Soziale Arbeit, Wohlfahrt, bürgerliches Engagement, CIVIL_SW, neoliberale Reform, neues öffentliches Management

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7 September 2020