Skip to main content

ICT services for Life Improvement For the Elderly

Article Category

Article available in the folowing languages:

Ein integriertes Pflegemodell, das sich den Bedürfnissen von Demenzpatienten anpasst

Bei allen chronischen Demenzerkrankungen besteht der gleiche Grundbedarf, wie z. B. Medikationskontrolle, Patientenstärkung und Unterstützung der Pflegekräfte. Eine leistungsfähige, integrierte Pflegeplattform wird nun auch variable, patientenspezifische Anforderungen berücksichtigen können.

Digitale Wirtschaft
Gesellschaft

Fast zehn Millionen Menschen in Europa leiden an Parkinson, Alzheimer und anderen Demenzformen – diese Zahl wird sich aufgrund der Bevölkerungsalterung bis 2030 voraussichtlich verdoppeln. Integrierte Pflegemodelle orientieren sich an der Frage, wie die Pflege koordiniert und bereitgestellt werden könnte, sodass einerseits effizienter auf die Bedürfnisse der Menschen eingegangen und zugleich auch die Anforderungen und Belange der Interessengruppen berücksichtigt werden können. Kernziel des Projekts ICT4Life war es laut Projektkoordinator Alejandro Sánchez-Rico, „auf den Kontext der integrierten Pflege für neurogenerative Erkrankungen, insbesondere Alzheimer und Parkinson, einzugehen“. Die Entwicklung einer IKT-integrierten Pflegeplattform kann den Informationsaustausch und die Koordination zwischen allen Akteuren im Pflegebereich unterstützen. Von der Konzipierung zur erfolgreichen Umsetzung Das erste Treffen des Projektbeirats von ICT4Life fiel mit der Gestaltungsphase und der Ausarbeitung der wesentlichen datenschutzrechtlichen Leitlinien und ethischen Anforderungen hinsichtlich der Projektziele zusammen, die auf der sensorischen Nachverfolgung, der Erfassung und der Analyse von Patientendaten basierten. Ein weiterer ausschlaggebender Aspekt war neben den entsprechenden Verfahren zur Patienteneinwilligung auch die Einbeziehung der Endanwender. Dazu zählen der Patient, pflegende Angehörige und beruflich Pflegende sowie Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen. Berücksichtigt wurden zudem auch die Anforderungen an den Einsatz im Forschungsbereich und das Design der technischen Implementierungen. Drei Jahre später konnte ICT4Life zum Projektabschluss eine fertig entwickelte modulare Plattform vorweisen. Diese stellt sechs Cluster-Dienste für die integrierte Pflege zur Verfügung, die sich jeweils den unterschiedlichen Anforderungen der Endanwender anpassen lassen. Die Plattform verbindet sensorbasierte Überwachung von Patientenstatus und -entwicklung sowie Funktionalitätsdienste und stellt diese allen an der Pflege von Alzheimer- und Parkinsonpatienten beteiligten Interessengruppen zur Verfügung. Patienten- und Pflegerdaten werden von einer auf Feedback basierten Maschine für die Entscheidungsfindung integriert. Das System umfasst außerdem verbesserte Interaktionsmechanismen mit Schnittstellen für Smart-TV, Smartphones und Desktop-Anwendungen. Ein zusätzliches Plus ist die Sammlung von Informationen zu Komorbiditäten. Die ICT4Life-Plattform wurde unter Realbedingungen in Frankreich, Spanien und Ungarn getestet – mit positivem Feedback der Benutzer, die das Wertversprechen einer besseren integrierten Pflege bestätigten. Die Einbeziehung einer Geschlechterperspektive war ein wichtiger Aspekt von ICT4Life, und zwar sowohl in Bezug auf die am Projekt beteiligten hochqualifizierten Fachleute, als auch die Endanwender in den Test- und Pilotphasen. Mirela Popa, Postdoktorandin an der Partnerinstitution Universität Maastricht dazu: „Wir sollten unseren Kindern und Studenten niemals weismachen, sie könnten gewisse Dinge nicht erreichen, sondern wir sollten sie stets motivieren und ermutigen, das zu tun, was sie begeistert – ganz egal, welches Geschlecht oder welchen sozialen oder wirtschaftlichen Hintergrund sie haben.“ Herausforderungen bei der technologischen Integration Die Hürden beim Aufbau einer flexiblen, skalierbaren Plattform begründen sich zum einen durch die schiere Bandbreite an Systemen, die integriert werden musste, und zum anderen durch die Ausgliederung veralteter Bestandteile. „Da mehrere Technologien für die sensorische Nachverfolgung, die Datenanalysen und das maschinelle Lernen, die Datenspeicherung und Benutzeroberflächen nötig sind, basiert die Integration auf Cloud-Standardtechnologien“, erklärt Sánchez-Rico. Das fördert außerdem die Flexibilität und Skalierbarkeit der Projektergebnisse, die dadurch besser verwertbar sind. „Wir hatten einige Herausforderungen zu bewältigen, da bestimmte Technologien eingestellt wurden und wir daher gezwungen waren, entsprechende Anpassungen vorzunehmen und an der Integration von Ersatztechnologien zu arbeiten“, merkt er an. Bereit für die Zukunft Die Plattform von ICT4Life ermöglicht die Anpassung an unterschiedliche Marktbedingungen. Manche Lösungen werden bereits zur weiteren Forschung oder in Marktvorschlägen eingesetzt. Mit der Zeit werden weitere Ansätze zur integrierten Pflege in den europäischen Regionen folgen und den Markt durch neue und umfassendere Möglichkeiten langfristig zunehmend attraktiver gestalten. Die ICT4Life-Plattform ist dank ihrer Flexibilität, Modularität und Skalierbarkeit bestens aufgestellt, um ihr Zukunftspotenzial auszuschöpfen. Sánchez-Rico fasst abschließend zusammen, was die Reaktion von ICT4Life auf die Variabilität der europäischen Gesundheitsmärkte ausmachte: „Aufgrund der beachtlichen Bandbreite in Bezug auf Struktur, Steuerung, Finanzierung und Pflegeversorgung ist der Markt sehr komplex gestaltet – daher ist ein individueller Nutzungsansatz erforderlich, um die Anpassung der Technologie an die verschiedenen Interessengruppen in den jeweiligen Regionen oder Ländern zu ermöglichen.“

Schlüsselbegriffe

ICT4Life, integrierte Pflege, Demenz, Alzheimer, Parkinson, Gesundheitsversorgung

Entdecken Sie Artikel in demselben Anwendungsbereich