Skip to main content

Article Category

Article available in the folowing languages:

Baustellenbeschäftigte mit absolvierter Schulung zum Thema Gebäudeinformationsmodellierung bauen bessere Niedrigstenergiegebäude

Niedrigstenergiegebäude erscheinen auf dem Papier vielversprechender als im wirklichen Leben. Um diesen Trend umzukehren, wurden im Rahmen des EU-finanzierten Projekts BIMplement Baustellenbeschäftigte aus ganz Europa in der Nutzung der Gebäudeinformationsmodellierung geschult.

Energie

Dieses Jahr stellte einen Wendepunkt für die Bau- und Sanierungsbranche dar. Seit Januar schreibt die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden vor, dass jedes neue Gebäude ein Niedrigstenergiegebäude sein muss. 2021 wird diese Verpflichtung auf alle neuen Bauprojekte ausgeweitet, Sanierungsarbeiten müssen die Richtlinie bis 2050 erfüllen. Der Marsch in Richtung Energieeffizienz hat also begonnen. Bei genauerem Hinsehen erkennt man allerdings, dass es nicht ohne Stolpersteine geht. „Es besteht noch eine beträchtliche Lücke zwischen geplanter und tatsächlicher Leistung, sowohl in Bezug auf Energieeffizienz als auch auf die Umweltqualität der Innenräume“, sagt Narjisse Ben Moussa, Projektleiterin für nachhaltige Entwicklung und Europa bei Alliance Ville Emploi. „Dafür gibt es mehrere Erklärungen, eine davon ist der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Die Antwort liegt laut Ben Moussa in der Gebäudeinformationsmodellierung: Anstelle der üblichen 2D-Pläne sollten Baufachleute und Baustellenleiter nun koordiniert mit 3D-Darstellungen arbeiten, die um detaillierte Schaubilder und Dokumente ergänzt wurden. Das gilt insbesondere für Niedrigstenergiegebäude, die weit mehr Komplexität aufweisen als herkömmliche Gebäude. Hier können kleinste Konflikte oder Missverständnisse zwischen den verschiedenen beteiligten Akteuren leicht zu größten Fehlern führen, die sich direkt auf die Energieeffizienz auswirken.

Die richtigen Interessengruppen erreichen

Hier kommt BIMplement (Towards a learning building sector by setting up a large-scale and flexible qualification methodology integrating technical, cross-craft and BIM related skills and competences) ins Spiel. „Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf Bauunternehmen und Baustellenbeschäftigten, die bisher in den Prozessstrategien der Gebäudeinformationsmodellierung meist zurückgelassen wurden. Wir glauben fest daran, dass sie tatsächlich die richtigen Akteure sind, die garantieren können, dass die Umsetzung dem Entwurf entspricht“, erklärt Ben Moussa. Der Schwerpunkt des Projekts liegt speziell auf Belüftung und Luftdichtheit. Das Team entwickelte je nach Interessengruppen und Kompetenzebenen unterschiedliche Arten von Schulungen mit Schwerpunkt auf Gebäudeinformationsmodellierung. Davon ausgehend wählten sie mehrere Pilotlabors (nationale oder regionale Schulungszentren für Gebäudeinformationsmodellierung oder Bauprojekte vor Ort), wobei die Schulung und die ersten Tests der an die Baustellenbeschäftigten angepassten Instrumente und Lernmethoden von BIMplement stattfinden sollten. „Dies ist ein wichtiger Schritt, um verschiedene Akteure in der Wertschöpfungskette der Baubranche anzusprechen. BIMplement ist weit mehr als Methoden, Instrumente und technische Schulung: Es berücksichtigt die soziale Akzeptanz, um eine erfolgreiche Umsetzung und Annahme durch die Zielgruppen zu gewährleisten. Darüber hinaus werden Pilotprojekte entwickelt, um sicherzustellen, dass neue Instrumente an den nationalen oder regionalen Kontext angepasst werden. Diese ersten Ergebnisse werden dann an sogenannten „Versuchsstandorten“, d. h. echten Baustellen umgesetzt und getestet, wo sie in verschiedenen Kontexten validiert werden“, sagt Ben Moussa.

Sensibilisierung

Das vermutlich wichtigste Bemühen von BIMplement ist es, die Interessengruppen dafür zu sensibilisieren und sie davon zu überzeugen, wie wichtig es ist, Gebäudeinformationsmodellierung nicht nur in ihren Projekten zu verwenden, sondern auch Vor-Ort-Schulungen für Beschäftigte mit für ihre Bedürfnisse geeigneten Modellen zur Gebäudeinformationsmodellierung durchzuführen. Laut Ben Moussa ist es auch eine der schwierigsten Aufgaben für das Team. „Das eher niedrige Kompetenzniveau im Bereich Gebäudeinformationsmodellierung und manchmal die niedrige Kompetenz im Bereich Niedrigstenergiegebäude in der gesamten Wertschöpfungskette erschweren die direkte Interaktion mit den Beschäftigten. Tatsächlich hat es sehr viel mehr Zeit und Mühe erfordert, alle beteiligten Interessengruppen von der Bedeutung und dem Mehrwert der Gebäudeinformationsmodellierung und BIMplement zu überzeugen, als wir ursprünglich geplant hatten“, betont Ben Moussa. Egal, wie schwierig es auch sein mag, diese Überzeugungsarbeit ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunft der Branche. Geschulte Beschäftigte auf der Baustelle werden dazu beitragen, Fehler zu vermeiden und die Gebäudequalität zu verbessern. Schlussendlich sind sie der Schlüssel, um die EU-Energieeffizienzziele bis 2050 zu erreichen.

Schlüsselbegriffe

BIMplement, Bau, Nullenergie, Niedrigstenergiegebäude, Energieeffizienz, Gebäudeinformationsmodellierung

Entdecken Sie Artikel in demselben Anwendungsbereich