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Ethical Frameworks for Telecare Technologies For Older People at Home

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Rahmen für ethische Bereitstellung der telemedizinischen Betreuung für Senioren

Im Kontext mit der demografischen Alterung ist die Entwicklung der medizinischen Fernversorgung für ältere Menschen beschleunigt worden, aber ohne dass man die ethischen und sozialen Auswirkungen dieser Art der Betreuung ausreichend berücksichtigt hat. Ein EU-finanziertes Forschungsprojekt rückte deshalb Möglichkeiten zum Ausgleich dieses Defizits in den Fokus.

Digitale Wirtschaft

Das Projekt EFORTT ("Ethical frameworks for telecare technologies for older people at home") untersuchte die ethischen, sozialen und geschlechtsspezifischen Auswirkungen von Dienstleistungen der häuslichen telemedizinischen Versorgung, die auf ältere Bürgerinnen und Bürger abzielen. Das Projekt konzentrierte sich auf diese Bevölkerungsgruppe in England, den Niederlanden, Norwegen und Spanien, und setzte dabei Beobachtungsverfahren und deliberative Forschungsmethoden (Gremien aus älteren Menschen) ein. Die Forscher fanden heraus, dass es klare Grenzen für die Aufgaben gibt, die Telecare-Systeme erfüllen können. Telemedizinische Versorgung bietet keine technische Lösung für einen Mangel an Pflegepersonal oder gekürzte Budgets. Sie ist kein Ersatz für Gesundheitsdienstleistungen oder informelle Versorgungsnetzwerke. Die in der Studie Befragten räumten ernsthafte Bedenken ein. Es bestehe die Gefahr, dass man die Telecare-Technologien als "Ersatz" für eine direkte oder persönliche Pflege, als ein Mittel zur Kostensenkung, betrachtet. Die Bürgergremien betonten die Notwendigkeit, dass ethische und soziale Fragen im Zusammenhang mit technischen, politischen und wirtschaftlichen Überlegungen betrachtet werden müssen. Basierend auf Forschungsergebnissen stellte das Projekt mehrere Merkmale einer ethischen Entwicklung der telemedizinische Versorgung heraus. Die älteren Menschen wollen in die Konzeption, Entwicklung und Entscheidungsfindung im Zusammenhang mit Pflege einbezogen werden. Einmal installierte Systeme müssen mit sich verändernden Bedürfnissen oder Nutzungsmustern weiterentwickelt werden, anstelle als ein einmalig eingebautes festes System vorhanden zu sein. Rückmeldungen älterer Bürgerinnen und Bürger, der Mitarbeiter in Telecare-Überwachungszentren, der Pflegekräfte und sozialen Betreuer sollten in die zukünftige Gestaltung und Umsetzung der Systeme einbezogen werden, so dass die ältere Menschen mit Telecare und nicht zu deren Zweck leben. Das Projekt leistete wesentliche Beiträge in Bereichen, die auf der EFORTT-Liste der Ziele standen. Dazu zählte die Übernahme des von EFORTT initiierten ethischen Rahmens für telemedizinische Versorgung durch Dienstleistungsanbieter, welche die Dienste neu gestalten wollen. Das Projekt konnte die Werte der deliberativen Ansätze zur Erhöhung der Rechtmäßigkeit der Telecare-Politikgestaltung auf europäischer Ebene darlegen. Eine Zusammenführung der Analysen der Ergebnisse aus der deliberativen und ethnographischen Primärforschung resultierte in einem ethischen Rahmen, der auf der Internetseite des Projekts zusammen mit einer Broschüre für potenzielle Nutzer, Pflegende, Betreuer und Familien heruntergeladen werden kann. Die Arbeit der EFORTT-Projektpartner stellt einen entscheidenden Beitrag zur politischen Debatte dar und mündete in Empfehlungen und Vorschlägen zur Umsetzung einer ethischen medizinischen Fernversorgung. Dieses Thema ist von allergrößter Wichtigkeit, da der Anteil Älterer an der Bevölkerung Europas nicht nur zunimmt, sondern die Menschen auch mehr Unabhängigkeit und mehr Lebensqualität einfordern.

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