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Ancient DNA and the Atlantic Slave Trade: A Search for Origins

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Erforschung biogeographischer Herkunft von Sklaven

Der überseeische Sklavenhandel brachte vom 15. bis zum 19. Jh. Millionen von Afrikaner nach Nord- und Südamerika, die damit ihre Verbindung zum Herkunftsland für immer verloren. Ein europäisches Forscherteam entwickelte neue Methoden, um die Wurzeln ihrer Herkunft aufzudecken.

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Mit modernen Genanalysen wurde bislang versucht, die Herkunft von Völkern und Einzelpersonen zu klären und sie ihrem genauen geographischen Heimatland in Afrika zuzuordnen. Dieser Ansatz birgt aber auch Fallen, und zwar angesichts der beträchtlichen Bevölkerungsbewegungen, die seit dieser Zeit nach Amerika und innerhalb des Landes stattfanden. Aufgrund der Verbreitung des Erbguts können somit nicht immer sichere Schlüsse gezogen werden. Das Projekt ROOTS (Ancient DNA and the Atlantic slave trade: A search for origins) untersuchte in einem eigenen Ansatz die so genannte "ancient DNA" (aDNA), um die biogeographische Herkunft dieser afrikanischen Sklaven aufzudecken. Anhand von aDNA-Analysen archäologischer Skelettfunde können moderne genetische Hypothesen nun überprüft werden. So versuchten die EU-finanzierten Forscher, die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen afrikanischen Sklaven und ihren Nachkommen zu rekonstruieren. Die Projektergebnisse zeigten, dass die endogene DNA aus archäologischem Knochenmaterial neue Möglichkeiten für die herkömmliche aDNA-Forschung aufzeigt. Die Gewinnung authentischer aDNA-Sequenzen aus der Knochensubstanz karibischer Funde ebnet den Weg für neue aDNA-Analysemethoden und zeigt ihr Potenzial für die künftige Forschung. ROOTS demonstrierte, dass die gezielte Sequenzanalyse in Kombination mit hochmodernen Sequenzierungsmethoden eine hervorragende Möglichkeit ist, um spezifische DNA-Sequenzen zu isolieren, zu amplifizieren und zu analysieren und komplette mitochondriale (mütterliche) Genome zu entschlüsseln. Anhand dieser konnten die Projektpartner die phylogenetische Auflösung der molekularen Analysen deutlich verbessern. Trotz der neuen Erkenntnisse kann aber die Herkunft mütterlicherseits noch immer, wie die Forschungen zeigten, nur auf ungefähre geographische Regionen eingegrenzt werden. Somit muss weiter geforscht werden, auch wenn die populären Medien den Ansatz als viel versprechend loben.

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