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Bahn im Wandel: Künftige Konzepte im Schienenverkehr

EU-finanzierte Forscher begannen ihre Arbeit an drei spannenden Projekten, die für den Bahnverkehr in den kommenden Jahren prägend sein werden.

Zunehmender Verkehr, Staus, Sicherung der Energieversorgung und Klimawandel sind nur einige der vielen drängenden Fragen, denen sich die EU derzeit stellen muss. Um diese Herausforderungen zu lösen, muss der Eisenbahnsektor modernisiert und stärker am absehbar höheren Verkehrsaufkommen der nächsten Jahrzehnte orientiert werden. Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen von Horizont 2020 im Mai 2015 drei ehrgeizige Projekte ins Leben gerufen, um den Verkehr im 21. Jahrhundert umweltverträglicher, kundenorientierter und global wettbewerbsfähiger zu machen. Schwerpunkte der drei Programme ROLL2RAIL, IT2RAIL und IN2RAIL sind verschiedene Möglichkeiten zur Verbesserung der europäischen Schieneninfrastruktur und der Beitrag zur Gesamtstrategie der EU, den Verkehr nachhaltiger und zweckorientierter zu gestalten. Das erste der drei Programme ist ROLL2RAIL, ein Projekt, das mit 16 Mio. EUR gefördert wird und Schlüsseltechnologien für das künftige Design von Zügen entwickeln soll. ROLL2RAIL wird neue Strategien zur Steigerung der Bahnkapazität und Reduzierung von Lebenszykluskosten für Schienenfahrzeuge und Schienen bewerten. Im Vordergrund stehen dabei neue energieeffizientere und leisere Antriebstechniken sowie Leichtbau-Verbundwerkstoffe zur Reduzierung von Gewicht. Das mit 12 Mio. EUR geförderte Projekt IT2RAIL soll die Kombination von Bahn-, Bus- und Luftverkehr auf Langstrecken besser koordinieren. Realisiert werden soll dies über die Integration von Reisedienstleistungen und Digitaltechnologien sowie über ein öffentliches Online-Portal, um eine umfassende, ineinander greifende Service-Qualität zu gewährleisten. IT2RAIL fördert auch innovative Online-Apps zur kontinuierlichen, langfristigen Verbesserung und Autonomie von elektronischen Diensten. Schließlich wird das mit 18 Mio. EUR finanzierte Projekt IN2RAIL die Basis für ein flexibles, durchgängiges, kostengünstiges digitalisiertes europäisches Schienennetz mit hoher Kapazität schaffen. Innovative Technologien sollen sicherstellen, dass alle Aspekte rund um Infrastruktur-Management, Instandhaltung, Energieverbrauch und Bau integriert, optimiert und gemeinsam genutzt werden. Automatisierte, interoperable und vernetzte Verkehrsmanagementsysteme sind ebenso Schwerpunkt wie eine intelligente Energieversorgung der Streckennetze. Die Ergebnisse aus allen drei Projekten werden letztlich in die Gemeinsame Maßnahme SHIFT2RAIL einfließen, eine neue öffentlich-private Partnerschaft im Rahmen von Horizont 2020. Ziel dieser Gemeinsamen Maßnahme (Joint Undertaking, JU) ist der Aufbau einer Plattform für koordinierte Forschungsaktivitäten, um Innovationen im Eisenbahnsektor in den kommenden Jahren zu fördern. Die JU zielt darauf ab, durch Bündelung und Koordinierung von Forschungs- und Innovationsmaßnahmen auf EU-Ebene die Erfolgschancen zu verbessern, weil die zur Unterstützung eines einheitlichen europäischen Eisenbahnraums entwickelten Infrastrukturen und Technologien länderübergreifend genutzt werden und enorme Ressourcen mobilisiert werden müssen. Geplant ist, durch SHIFT2RAIL die Lebenszykluskosten im Schienenverkehr um bis zu 50% zu senken, die Bahnkapazität zu verdoppeln und die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit um bis zu 50 % zu erhöhen. Die JU SHIFT2RAIL verwaltet das gesamte EU-Budget von maximal 450 Mio. EUR für die Eisenbahnforschung unter Horizont 2020. Weitere Informationen sind abrufbar unter: SHIFT2RAIL http://www.shift2rail.org/

Länder

Belgien, Vereinigtes Königreich

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