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Inhalt archiviert am 2023-03-23

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Effizientere, ökologischere Fleischproduktion dank neuartigem Tierfutter

EU-Forschern zufolge kann die Effizienz der Schweine- und Masthähnchenproduktion mithilfe von innovativen Futterzusatzstoffen gesteigert werden. Letztere sollen sogar eine Reduzierung der Kohlendioxidemissionen bewirken können.

Bioaktiven Substanzen wie ätherischen Ölen und Gewürzen werden potenzielle positive Auswirkungen auf die Verdauung nachgesagt. Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts ECO FCE wurden diese bioaktiven Substanzen nun mit Enzymen kombiniert und so ein Tierfutter entwickelt, das eine positive Wirkung auf Schweine und Hühner zeigt und die Kosteneffizienz in der Landwirtschaft steigern kann. Da in der Nutztierhaltung etwa 70 % der Produktionskosten auf das Futter entfallen, könnte dies einen erheblichen finanziellen Vorteil für die Landwirte bedeuten. Die am ECO FCE beteiligten Forscher stellten fest, dass Schweine ihr Futter besser verwerten können, wenn es mit Enzymen versetzt wurde, die die Galactoside im Futter gezielt aufspalten. Zudem zeigte sich, dass sich Phosphor positiv auf die Knochenmineralisation auswirkt. Drei der Ergebnisse wurden im August 2015 im Rahmen der jährlichen Konferenz der Europäischen Vereinigung für Tierproduktion (European Federation of Animal Science, EAAP) in Warschau, Polen, in einem Workshop für Branchenmitglieder vorgestellt. Das Projekt bewies, dass phytogene Futterzusätze, wie aus Kräutern und Gewürzen gewonnene nicht-antibiotische Wachstumsförderer, die Verwertung der Nährstoffe verbessern und gleichzeitig die Produktion schädlicher Gase und Treibhausgase wie Ammoniak und Methan senken kann. Dies könnte langfristig einen entscheidenden Beitrag zu leisten, dass Landwirte den steigenden Anforderungen an umweltfreundliche Fleischproduktion gerecht werden können. Die intensive Fleischproduktion wird weiterhin wichtig für die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung bleiben und muss daher nachhaltig erfolgen. Das ECO FCE-Projektteam ist sich sicher, dass die Kombination von Futtermittelenzymen mit pflanzlichen Wirkstoffen viel Potenzial birgt, da verschiedene Kombinationen unterschiedliche Synergieeffekte hevorrufen können. Daher sind weitere Fütterungsstudien mit Schweinen und Masthähnchen geplant, bei denen verschiedene Kombinationen getestet werden sollen. Im Mittelpunkt dieser Forschung sollen die Effekte stehen, die mit der Anreicherung von Futtermittel niedriger Qualität mit Enzymen und bioaktiven Substanzen erzielt werden können. Im Zuge des Projekts wurden zudem etwa je 1.000 Schweine und Hühner genotypisiert, um die Wechselbeziehung zwischen den Genen und der Futterverwertung besser bestimmen zu können, sodass die Tiere zur Zucht ausgewählt werden können, die das Futter optimal verwerten können. Erste Testergebnisse weisen darauf hin, dass sich einige Genmarker für diese Zwecke eignen könnten. Während des Projekts wurde zudem die Literatur zum Thema umfassend geprüft, um eine elektronische ECO-FCE-Datenbank zu erstellen, in die Informationen zu genetischen, ernährungs- und verdauungsspezifischen Faktoren aufgenommen werden, die eine bessere Futterverwertung bei Schweinen und Masthähnchen bewirken. Im Zuge dieser Prüfung der Literatur, wurde eine Bestandsaufnahme durchgeführt, die einige interessante Ergebnisse hervorbrachte. So hatten Forscher beispielsweise festgestellt, dass ein Derivat von Stevia positive Effekte auf die tägliche Gewichtszunahme, Futteraufnahme und Futterverwertung bei Schweinen hatte und dass sich diese bei Erhöhung der Dosis ebenfalls verstärkten. Darüber hinaus zeigte sich, dass die Beimengung von Capsicum frutescens (Chili) zum Futter positive Effekte auf Masthähnchen hatte, sodass ihr endgültiges Gewicht deutlich höher lag. Der Bericht zur erwähnten Bestandsaufnahme wird auf der ECO FCE-Website veröffentlicht werden. Das Projekt, das Anfang 2013 ins Leben gerufen wurde, soll 2017 abgeschlossen werden. Die finalen Ergebnisse werden neue Erkenntnisse liefern, aufgrund derer die Branche ihre Fütterungsstrategien für Schweine und Masthähnchen optimieren und den ökologischen Fußabdruck der Landwirtschaft verkleinern kann. Weitere Informationen erhalten Sie unter: ECO FCE-Projektwebsite

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Vereinigtes Königreich

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