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Neue Instrumente und Methoden zum Schutz kritischer Infrastrukturen in Europa

Das EU-finanzierte Projekt CIPRNET trug durch den Schutz der entscheidenden Infrastruktur zum Erhalt der Sicherheit in Europa bei.

Bei der jüngsten Versammlung der European Geosciences Union in Wien wurde die Arbeit des EU-finanzierten Projekts CIPRNET (Critical Infrastructure Preparedness and Resilience Research Network) vorgestellt. CIPRNET reagiert auf die zunehmende Abhängigkeit sozialwirtschaftlicher Aufgabenträger, wie beispielsweise Handel, Verkehr und Versorgungsdienste, von der reibungslosen Funktionsfähigkeit kritischer Infrastrukturen (KI). Neben dieser Abhängigkeit nimmt auch die Zahl der Risiken für die Unversehrtheit der KI zu, beispielsweise durch gezielte Cyber-Bedrohungen oder Naturkatastrophen wie Überschwemmungen. Die möglichen Schäden reichen von Störungen des Wirtschaftsgeschehens über soziale Destabilisierung bis hin zu Todesfällen. Das Projekt möchte Behörden helfen, die mit dem Schutz vor Katastrophen beauftragt sind, damit sie diese Bedrohungen verstehen, um sich angemessen darauf vorzubereiten, sie abschwächen und auf Notfälle reagieren zu können, ganz gleich wann und wo sie auftreten. Mehr Kapazitäten und verbesserte Fähigkeiten Um die Fähigkeiten im Bereitschaftsfall auszubauen, entwickelt man im Projekt zunächst eine Reihe von Instrumenten weiter, wie zum Beispiel das Entscheidungshilfesystem (DSS), zu dem Folgenabschätzung, Bedrohungsprognose, Bedrohungsvisualisierung sowie Datenzugang und Datenerfassung gehören. Dieses Teilprojekt bietet nicht nur einen Zugang zu Echtzeit-Daten (z. B. Wettervorhersagen), sondern auch eine Ereignissimulation zur Dauerprüfung der Systeme; ein Schadenssimulator, mit dem der Nutzer künstliche Bedrohungsszenarien durchführen kann und eine „Was-wäre-wenn-Analyse“, die dazu genutzt werden kann, um Maßnahmen zur Schadensminderung zu entwickeln, zu vergleichen und auf Gültigkeit zu prüfen. Darüber hinaus bietet eine Innovation, die als „Fragen an den Experten“ bekannt ist, den Interessengruppen (Behörden, Bürger etc.) Zugang zu einem Expertenkader. Dabei wird ein von CIPRNET verwaltetes Webportal genutzt, um rechtzeitige und umsetzbare Antworten auf Fragen im Zusammenhang mit KI sowie Links zu Referenzmaterial zu liefern. CIPRNET baut Kapazitäten durch laufende Aus- und Weiterbildung auf, wie beispielsweise durch Kurse für Doktoranden, Master-Studiengänge, Austausch von Personal und Vorträge für ein breiteres Publikum. Viele dieser Möglichkeiten werden online angeboten, zum Beispiel CIPedia©, ein Online-Glossar mit Begriffen aus dem Bereich der KI; eine CIP-Bibiliografie, eine Liste von Konferenzen, die sich auf KI beziehen sowie eine durchsuchbare Datenbank von KI-bezogenen Projekten. CIPRNET stellt auch Modellierung, Simulation und Analyse (MS&A) zur Verfügung, mit deren Hilfe die Interaktionen und Abhängigkeiten zwischen den Systemen der KI erkundet werden können. Dieses Verfahren erfordert einen sogenannten „vereinigten Simulationsansatz“, der ein breites Spektrum an Erfahrungen und Wissen aus verschiedenen Infrastrukturdatenquellen zusammenschließt. Um die technische Hürde zu überwinden, diese verschiedenen Quellen mit ihren unterschiedlichen Protokollen und Formaten zu verbinden, hat das Projekt Interoperabilitätsmiddleware entwickelt, die diese Aufgabe ausführt. Schließlich baut das Projekt gemeinsame Kompetenzen auf, indem die verschiedenen Forschungsaktivitäten in Europa aus mehr als 60 EU-kofinanzierten Projekten in einem virtuellen Zentrum für Kompetenz und Expertise in CIP (VCCC) vernetzt, was den zusätzlichen Vorteil bietet, dass nicht nur das regionale und nationale, sondern auch ein grenzübergreifendes Notfallmanagement gefördert wird. Die Arbeit dieser Initiative trägt weiter zur Schaffung von technischen Standards bei, die eine effektive Zusammenarbeit ermöglichen. Aufbau einer Basis für die Zukunft Nachdem bereits mehr als ein Jahrzehnt auf dem Gebiet der KI geforscht wurde, kommt Europa nun einem System näher, das mit dem National Infrastructures Simulation and Analysis Center (NISAC) in den Vereinigten Staaten vergleichbar ist. Das von CIPRNET geförderte VCCC ist als Vorläufer für die Entwicklung eines Europäischen Infrastrukturanalyse- & -simulationszentrums (EISAC) ausgelegt, das bis zum Jahr 2020 realisiert werden soll. Dadurch wird man besser in der Lage sein, einen effektiven europaweiten Bereitschaftsplan einzuführen und Notfallmaßnahmen zu initiieren. Störungen der KI und die damit verbundenen sozialwirtschaftlichen Folgen werden dadurch ebenfalls zurückgehen. Weitere Informationen finden Sie auf: Projektwebsite

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