Wissenschaft im Trend: Kam mit kosmischem Staub außerirdisches Leben auf die Erde?
Diese These kommt Ihnen vielleicht bekannt vor, wenn Sie „Star Trek Discovery“ – die neue Star-Trek-Serie von Netflix – verfolgen: Das Universum ist vielleicht nicht die gewaltige, tote Leere, für die es gehalten wird. Die mikroskopisch kleinen Vertreter des Tierstamms Tardigrada sind für Pflanzen und Tiere von essentieller Bedeutung, werden auch als „Bärtierchen“ bezeichnet und sind außerdem dafür bekannt, dass sie im Weltraum überleben können. Auf der Erde zeichnen sie sich durch enorme Widerstandsfähigkeit aus, und wie die Europäische Weltraumorganisation (ESA) im Jahr 2008 feststellte, überleben sie auch den niedrigen Druck und die intensive Strahlung des Weltraums. Dies konnte die ESA damals nur herausfinden, indem sie Bärtierchen von der Erde für 10 Tage in den Weltraum beförderte. In einer Studie, die diese Woche von der Universität Edinburgh veröffentlicht wurde, konnten diese Untersuchungen noch vertieft werden, indem die Möglichkeit in Betracht gezogen wurde, dass sich Bärtierchen und andere Mikroorganismen über „die schnellen Strömungen interplanetaren Staubs, die kontinuierlich auf die Erdatmosphäre treffen“, von Planet zu Planet bewegen. Diese Partikel, von denen täglich etwa 60 Tonnen auf die Erde gelangen, können Geschwindigkeiten von 70 km pro Sekunde erreichen und Ströme bilden, die lang genug sind, um in den äußeren Schichten der Atmosphäre auf lebende Organismen zu stoßen, bevor sie in den Weltraum zurückgeworfen werden. Sollten sie es so weit schaffen, könnten die Organismen dort leicht auf Himmelskörpern wie Kometen landen, um ihre Reise fortzusetzen. „Das wahrscheinlichste Szenario, in dem die Organismen in den Weltraum gelangen, enthält einen zweiphasigen Ansatz: Zuerst werden die Organismen durch einen Mechanismus in die untere Thermosphäre oder höher befördert und werden dann durch die Kollision mit schnellem kosmischen Staub noch stärker beschleunigt, wodurch sie schließlich die erforderliche Geschwindigkeit erreichen, um das Gravitationsfeld der Erde zu verlassen“, erklärt Dr. Arjun Berera, Professor an der School of Physics and Astronomy der Universität Edinburgh. Dr. Berera zufolge könnten die widerstandsfähigsten lebenden Organismen wie Mikroben, bakterielle Sporen, Flechten, Thermophile und (…) Bärtierchen so über das ganze Sonnensystem verteilt werden. Sie könnten auch auf andere Planeten gelangen und sogar „einen universellen Mechanismus aufdecken, über den atomare und molekulare Bestandteile zwischen den Atmosphären weit auseinanderliegender Planeten ausgetauscht und sogar der erste Schritt der Panspermie eingeleitet werden könnte.“ Dr. Berenas Studie wurde in der Fachzeitschrift „Astrobiology“ veröffentlicht,
Länder
Vereinigtes Königreich