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Hirngesundheit und -erkrankungen im digitalen Zeitalter: CORDIS nimmt am IMI Stakeholder Forum 2019 teil

Das jährliche Forum für Interessengruppen der von der EU und der Industrie geförderten Initiative Innovative Arzneimittel (IMI) fand an einem verregneten 12. Juni in den prachtvollen Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel, Belgien statt. Das Thema: Hirngesundheit und -erkrankungen und wie digitale Technologien die Suche nach neuen Behandlungsmethoden und die Patientenversorgung verändern.

Digitale Wirtschaft
Gesundheit

Die Welt befindet sich in einem raschen Wandel, da sich digitale Technologien in unserem Alltag immer mehr durchsetzen. Sie krempeln wichtige Bereiche der Gesellschaft um, darunter auch das Gesundheitssystem. Einer dieser Bereiche, die durch digitale Fortschritte umgewandelt werden, ist die Neurowissenschaft. Und genau diese war das zentrale Gesprächsthema des diesjährigen IMI Stakeholder Forums. Nach Aussage von Wolfgang Burtscher, dem Stellvertretenden Generaldirektor der GD Forschung und Innovation der Europäischen Kommission, der zu Beginn des Forums sprach, ist das Verständnis der Komplexität des menschlichen Gehirns eine der größten Herausforderungen der Menschheit, wobei neue Technologien wie maschinelles Lernen, künstliche Intelligenz und Big Data die Suche nach Lösungen für verschiedene Hirnerkrankungen verändern werden. Eine große Herausforderung für das Gesundheitswesen In der Tat gewinnt dieses Thema im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung. Bis 2050 werden wahrscheinlich 18,7 Millionen EU-Bürger an Demenz erkranken. Einigen Schätzungen zufolge beträgt der Anteil der Europäer, die an psychischen Gesundheitsproblemen leiden, 38 %. Natürlich leben Millionen Europäer mit anderen Hirnerkrankungen wie Epilepsie, Schlaganfall, Migräne, Sucht und Schlafstörungen. Europa befindet inmitten eines globalen Kampfes gegen die verschiedenen Hirnerkrankungen. Ich als Ihr CORDIS-Autor habe im Publikum eindeutig feststellen können, dass die IMI dabei an vorderster Front stehen wird, wobei Innovation und die Anpassung der Gesundheitssysteme an die Gegebenheiten und Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts der Schlüssel sein werden. Wie der Redner Dhavel Patel, stellvertretender Geschäftsführer von UCB, kurz zusammenfasste, müssen wir uns hin zu einem „lernenden“ Gesundheitssystem bewegen, das sich schnell an neue Innovationen, wie die neuesten bahnbrechenden digitalen Technologien, anpasst. CORDIS hat in Zusammenarbeit mit der IMI (sowie der GD Forschung und Innovation, der GD Kommunikationsnetze der Kommission, dem Europäischen Forschungsrat und der Exekutivagentur für KMU) kürzlich ein Results Pack darüber veröffentlicht, wie die digitale Revolution die EU-finanzierte Forschung transformiert. Darin wurden elf Projekte vorgestellt, die für die EU-Forschung in diesem Bereich wegweisend sind. Im Gespräch mit zwei IMI-Projektkoordinatoren Beim IMI Stakeholder Forum hatte CORDIS die Möglichkeit, mit zwei der Projektkoordinatoren persönlich ins Gespräch zu kommen, die an unserem Results Pack beteiligt waren: Dr. Hugh Marston vom PRISM-Projekt und Dr. Martin Hofmann-Apitius vom AETIONOMY-Projekt. Zu PRISM, einem Projekt, das einen neuen Rahmen entwickelt, mit dessen Hilfe Forschungsgruppen die Komplexität neuropsychiatrischer und neurodegenerativer Erkrankungen besser verstehen sollen, merkt Dr. Marston an, wie stolz er über die „intellektuelle Funktionsfähigkeit“ des Konsortiums ist und dass PRISM einen Erfolg darstellt, da Wissenschaftler in der Regel keine klinische Studie von Grund auf neu gestalten. „PRISM ist ein klinisches Experiment, bei dem wissenschaftliche Methoden in einem klinischen Umfeld angewandt werden können“, so Dr. Marston. „Durch das IMI-Programm konnten wir komplett objektiv und unvoreingenommen sein sowie neue Ideen und Konzepte entwickeln, die ausschließlich auf den von uns erfassten quantitativen biologischen Daten basieren – und uns von den Daten dorthin führen zu lassen, wo sie uns hinführen.“ Derzeit möchte Dr. Marston ein neues Konsortium aufbauen, um PRISM und seine Ergebnisse voranzubringen. Zur Teilnahme an einer IMI-Initiative sagte er: „Dank IMI können innovative Forschungen auf sehr kooperative Weise durchgeführt werden, wodurch bahnbrechende Arbeit möglich wird.“ Auch beim Projekt AETIONOMY, das Wissen zu neurodegenerativen Erkrankungen erfasst und in einem berechenbaren Format wiedergibt, welches Ursachen und Auswirkungen darstellt und mithilfe von Algorithmen analysiert werden kann, äußerte sich dessen Koordinator, Dr. Hofmann-Apitius, sehr positiv zu den Möglichkeiten, die sich aus einer Kooperation mit der IMI ergeben. „Die verschiedenen Perspektiven von Industrievertretern und Wissenschaftlern zu erhalten, ist wirklich toll“, merkt er an. „Dank der vielfältigen Struktur kommen die großartigsten Kollegen und herausragendsten Wissenschaftler zusammen.“ Als wir über AETIONOMY sprachen, sagte er ganz konkret: „Am meisten mit Stolz erfüllt mich die Tatsache, dass das Projekt trotz aller Schwierigkeiten erfolgreich war. Angesichts der Herausforderung, der wir uns stellen mussten, um unser Ziel zu erreichen, bin ich extrem stolz darauf, wie weit wir gekommen sind.“ Mit Blick auf die Zukunft sagt Dr. Hofmann-Apitius, dass die nächste große Herausforderung darin bestehen wird, eine Brücke über den Atlantik zu schlagen und auf eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Forschern aus Europa und den USA im Bereich neurodegenerative Erkrankungen hinzuarbeiten. Weitere Informationen: Initiative Innovative Arzneimittel

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