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European clinical study for the application of regenerative heart valves

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Neuartige Herzklappenimplantate

Herzklappentransplantation ist der Goldstandard der Behandlung von Herzklappenerkrankungen. Eine neue Methode, bei der biologisches Material von der Klappe entfernt wird, verspricht eine Reduzierung der mit der Reaktionsfähigkeit des Immunsystems verbundenen Nebenwirkungen.

Grundlagenforschung
Gesundheit

Gegenwärtig sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die bedeutendste Todesursache in der EU. Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinträchtigen das Herz und die Blutgefäße, was zu hohem Blutdruck, koronarer Arterienkrankheit, Herzklappenerkrankung und Schlaganfall führt. Was die Herzklappenerkrankung betrifft, so zählen zu den Hauptursachen angeborene Herzfehler, die in der EU bei einem von 100 Neugeborenen zu finden sind. Der Herzklappentransplantationsansatz hat mit Problemen wie Immunogenität, Degeneration biologischer Transplantate und dem hohen Gerinnungsrisiko bei mechanischen Klappen zu kämpfen. Um dort anzusetzen, entwickelte das von der EU finanzierte Projekt ESPOIR (European clinical study for the application of regenerative heart valves) eine vielversprechende Technik zur Dezellularisierung menschlicher Herzklappen vor Implantation. Grundgedanke dieses Ansatzes ist, dass die implantierte Herzklappe weniger immunogen ist, da sie weniger Abwehrstoffe enthält. Somit wird außerdem die Rezellularisierung durch Empfängerzellen gefördert. Aus gespendeten, menschlichen Herzklappen gewonnene Implantate werden zuerst chemisch behandelt, um anhaftende Mikroorganismen zu inaktivieren und dann die Zellen zu entfernen. Lediglich Bindegewebe verbleibt in der Herzklappenmatrix, die nun stabil ist sowie gelagert und verschickt werden kann. Das Implantat wurde umfassend an Tieren getestet. Anhand der nachfolgenden immunologischen und toxikologischen Analyse wurde es als gut verträglich und von den Empfängerzellen neu besiedelt eingeschätzt. Im Lauf von ESPOIR wurden an sieben klinischen Zentren innerhalb Europas mehr als 120 Patientinnen und Patienten in die prospektive klinische Kontrollstudie zur Einpflanzung dezellularisierter Herzklappen einbezogen. Man implantierte verarbeitete Herzklappen unter Einsatz üblicher chirurgischer Verfahren ohne unerwünschte Nebenwirkungen in Bezug auf die mechanische Stabilität der dezellularisierten Matrixstruktur. Die Resultate der für den Ersatz der Pulmonalklappe verwendeten dezellulären Herzklappenwaren beeindruckend: bei 99 % derjenigen, die zellfreie Herzklappen erhielten, war bislang kein Folgeeingriff erforderlich. Herzklappen-Dezellularisierung kann nun von einem der ESPOIR-Partner allen interessierten Gewebebänken oder Krankenhäusern angeboten werden, welche die europäischen Richtlinien für Gewebespenden erfüllen. Insgesamt gelang es dem Projekt, die innovative regenerative Herzklappe in eine umfassende klinische Therapie für angeborene Herzerkrankungen umzusetzen. Noch wichtiger ist, dass der Ansatz auf die Behandlung der steigenden Anzahl von Patientinnen und Patienten erweitert werden kann, die einen Aortenklappenersatz brauchen.

Schlüsselbegriffe

Herzklappe, Transplantation, kongenital, angeboren, ESPOIR, dezellularisierte Herzklappe

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