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Developing alternative understandings of security and justice through restorative justice approaches in intercultural settings within democratic societies

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Sicherheit und Gerechtigkeit mit neuem Ansatz

Ein EU-finanziertes Projekt lieferte die theoretische und empirische Grundlage für die Anwendung restaurativer (wiedergutmachender) Gerechtigkeit, um interkulturelle Konflikte besser lösen zu können und eine aktive und partizipative Bürgerschaft in demokratischen Gesellschaften zu fördern.

Gesellschaft
Sicherheit

In Diskursen zu den Ursachen von (Un)Sicherheit gelten soziale Konflikte oft als unvermeidbar in interkulturellen Gesellschaften. Sobald es zu solchen Konflikten kommt, werden in eben jenen Diskursen aber auch Ausgrenzungs- und Abschirmungsmechanismen für soziale Gruppen angeführt, was häufig sowohl Rechtsstaatlichkeit als auch aktive Bürgerschaft gefährdet. In solchen Diskursen, die sich auf moralische Glaubwürdigkeit und politische Autorität berufen, wird postuliert, dass kulturelle Unterschiede unvermeidlich zum gesellschaftlichen Zusammenbruch führen. Das EU-finanzierte Projekt ALTERNATIVE (Developing alternative understandings of security and justice through restorative justice approaches in intercultural settings within democratic societies) untersuchte daher, wie Sicherheit und Gerechtigkeit durch restaurative Justiz gefördert werden können. Restaurative Gerechtigkeit ist ein rasch wachsender Bereich der theoretischen und angewandten Forschung und gilt als alternative Möglichkeit, Gerechtigkeit in demokratischen Gesellschaften zu fördern. Nach ihm sollten Konflikte in einem realistischen und partizipatorischen Ansatz geklärt werden. Sie könnte als neue gesellschaftliche Strömung sowohl für die Strafjustiz als auch andere soziale Reformen fungieren. Der Ansatz soll vor allem alternative Lösungen bieten, die dem Sicherheitsbedürfnis von Bürgern und Gemeinschaften besser gerecht werden. Hierfür wurden Daten zum Kontext von sozialen Konflikten gesammelt, insbesondere zu Organisationen und Ressourcen, mit deren Hilfe diese Konflikte gelöst werden. Der Schwerpunkt lag auf Interaktionen restaurativer Gerechtigkeit, speziell auf Analysen von Maßnahmen in ländlichen und städtischen Gebieten Österreichs, Ungarns, Nordirlands und Serbiens, was letztlich länderspezifische Modelle für alternative Konfliktlösungen hervorbrachte. Für alle Arbeitspakete wurden Berichte erstellt, die über die Projektwebseite öffentlich zugänglich sind. Damit sind nun auf interkultureller Ebene auch die verschiedenen sozialen, politischen und menschlichen Faktoren besser verständlich, die europäische Sicherheitslösungen beeinflussen. Indem Gruppen und Einzelpersonen mit gegensätzlichen Ansichten zusammengebracht wurden, wurde vermieden, dass der "Andere" zu einer Kategorie, Ideologie oder irrationalen Idee wird. Damit könnte künftig die Wahrnehmung von (Un)Sicherheit verändert und Menschen ein Gefühl für Komplexität vermittelt werden. Konflikte auf demokratische Weise zu lösen, stärkt die Kooperationsfähigkeit, fördert Bindungen und lindert Ängste.

Schlüsselbegriffe

Sicherheit, restaurative Gerechtigkeit, interkulturell, demokratische Gesellschaften, ALTERNATIVE

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