Management städtischen Kulturerbes in China und Europa
China und Europa gehen in Bezug auf die Geschwindigkeit des urbanen Wandels auf entgegengesetzte Weise vor. Zum einen bedroht China mit seiner Schnelligkeit sein Kulturgut durch Auslöschung; Europa wiederum gefährdet seine Städte durch ungesunden Stillstand. So konzentrierte sich das Projekt PUMAH(öffnet in neuem Fenster) (Planning, urban management and heritage) auf die Rolle des Kulturerbes in Bezug auf Kontinuität und Wandel in Städten und Regionen. PUMAH ermöglichte einen fortgesetzten Wissenszuwachs in Bezug auf die Bewirtschaftung des Kulturerbes als Teil des gesamten Raumplanungsprozesses. Sein Schwerpunkt waren die beiden sehr verschiedenen Umfelder China und Europa, wodurch der Wissensstand über Strategien des Kulturerbemanagements in Bezug auf die Raumordnung bereichert werden konnten. Fallstudien in beiden Regionen konzentrierten sich auf urbane Zentren, die durch den Wandel sowie Situationen gefährdet sind, in denen es zum Aufeinandertreffen von Wachstum und dem Schutz des Kulturerbes kommt. Die Forschungsteams warfen kritische Fragen in Hinsicht auf die Untersuchung des zeitlichen Rahmens, der Geschwindigkeit und der Stadtentwicklung sowie die damit verbundenen institutionellen Antworten auf. Die Forschung im Rahmen des Projekts umfasste fünf Themen. Die ersten vier beschäftigten sich mit dem Kulturerbe im Zusammenhang mit der Stadterneuerung; Raumplanung, Stadtgestaltung und Kulturerbe; Kulturgut, Aktivität, Ort; Management des Kulturerbetourismus. Das fünfte Thema, Methoden zur Untersuchung und Entscheidungsfindung, war für die oben genannten Bereiche sowie gleichermaßen speziell in Hinsicht auf die Entscheidungsfindung bei der Planung und Verwaltung des Kulturerbes maßgeblich. Die gemeinsamen Forschungsprogramme des Projekts umfassten den kurz- und längerfristigen Personalaustausch von Nachwuchsforscherinnen und -forschern zwischen chinesischen und europäischen Partnern. Projekt-Workshops, Mitarbeitertreffen auf internationalen Konferenzen sowie verschiedene nichtprojektfinanzierte Vernetzungsaktivitäten ergänzten das Programm. Man organisierte spezielle PUMAH-Sitzungen auf zwei internationalen Konferenzen. Und es wurden wissenschaftliche Arbeiten auf zwei weiteren vorgestellt. Neben den Vernetzungsveranstaltungen und Schulungen für Forscher gab das Projekt wissenschaftliche Publikationen, darunter fünf spezielle Zeitschriftenausgaben, Buchkapitel und wissenschaftliche Arbeiten heraus. Ein in der Entwicklung befindliches Buch involviert alle Partner und beinhaltet eine reiche Auswahl an chinesischen und europäischen Fallstudien. Arbeit und Resultate von PUMAH haben eine Grundlage für die fortgesetzte und stärkere zukünftige Zusammenarbeit im Rahmen gemeinsamer Aktivitäten und die Verbreitung der Forschung zum Kulturerbe gelegt. Ähnliche Anstrengungen werden noch mehr Klarheit in Bezug auf die Aufgaben und Ziele in Sachen Kulturerbe und Entwicklung in chinesischen und europäischen Städten bringen.