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MOTivational strength of ecosystem services and alternative ways to express the value of BIOdiversity

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Die Motivation für den Erhalt der Biodiversität

Um dem Biodiversitätsrückgang in Europa Einhalt zu gebieten, sind bessere Instrumente erforderlich, welche ein engagiertes Handeln zum Wohle der Natur unterstützen. Forscher haben entschlüsselt, welche Instrumente dies sind.

Klimawandel und Umwelt

Seit Langem ist bekannt, dass die Natur und die Biodiversität einen hohen gesellschaftlichen Wert haben. Diese Erkenntnis hat allerdings bislang nicht dazu geführt, den Trend des heute beobachteten kontinuierlichen Biodiversitätsrückgangs umzukehren. Um dies zu beheben, förderte die EU ein Projekt, mit dem Ziel, zu evaluieren, was Akteure im Bereich von Regierung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zu einem engagierten Handeln zum Wohle der Natur eigentlich motiviert. Das Projekt BIOMOT (Motivational strength of ecosystem services and alternative ways to express the value of biodiversity) zielte auf die Gestaltung einer Theorie für das engagierte Handeln zum Wohle der Natur ab, um basierend hierauf der Gesellschaft dabei behilflich zu sein, effektiver beim Schließen der Implementierungslücke im Bereich der Biodiversitätspolitiken auf allen relevanten Ebenen zu agieren. Die Projektmitglieder führten eine Neubewertung des aktuellen politischen Fokusses durch, der auf den ökonomischen Werten der Biodiversität liegt und stellten zahlreiche Schwachstellen fest. Noch wichtiger war die Erkenntnis, dass ökonomische Werte kaum eine Rolle dabei spielten, Menschen dazu zu bewegen, sich wirklich für den Schutz von Natur und Biodiversität einzusetzen. Die moralischen („intrinsischen“) Werte der Natur haben zwar mehr Gewicht, sind jedoch ebenfalls keine Überzeugungsfaktoren. Was ist es dann, was Akteure im Bereich von Regierungen und Gesellschaft dazu bewegt, sich zum Wohle der Natur einzusetzen? Im Rahmen des BIOMOT-Projekts wurden mehr als 30 tatkräftige Biodiversitätsprojekte untersucht und Befragungen von mehr als 100 engagierten Einzelpersonen durchgeführt, die sich in ganz Europa für die Biodiversität einsetzen. Im Zuge des Projekts wurde festgestellt, dass weit über ökonomische und moralische Werte hinaus das Lernen über die Natur und ein Gefühl der Verbundenheit mit der Natur wichtige Bewegungsgründe für ein engagiertes Handeln sind. Besonders auffallend ist, dass ein engagiertes Handeln zum Wohle der Natur dadurch gefördert wird, dass sich Menschen mit der Natur verbunden fühlen und dies ihrem Leben Sinn gibt. In der klassischen Philosophie wird dies als „eudaimonistischer Wert“ bezeichnet. Die Regierungsmaßnahmen im Bereich der Biodiversität müssen auf einer Säule der Vernunft aufbauen. Um wirklich in Bewegung zu kommen, ist es jedoch ebenfalls erforderlich, dass diese Maßnahmen auf einer Säule der Energie aufbauen, die ein engagiertes Handeln von Akteuren im Bereich von Regierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft fördert. Was dies genau bedeutet und wie nach dieser Erkenntnis gehandelt werden soll, wurde im Rahmen des BIOMOT-Projekts in zwei Broschüren für einen breiten Rezipientenkreis zusammengefasst. Diese tragen jeweils den Titel „A theory of committed action for nature“ (z. Dt.: Eine Theorie für engagiertes Handeln zum Wohle der Natur) und „Fostering committed action for nature“ (z. Dt.: Ein engagiertes Handeln zum Wohle der Natur fördern) und sind auf der Projektwebseite zu finden.

Schlüsselbegriffe

Biodiversität, nationale Governance, engagiertes Handeln, BIOMOT, Naturwerte, ökonomische Bewertung

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