Schwedische Ratspräsidentschaft: Für Nachhaltigkeit ist mehr als nur Forschung notwendig
Laut dem Präsidenten des Energie- und Industrierates, dem schwedischen Staatssekretär beim Ministerium für Industrie, Arbeit und Kommunikation Lars Rekke, kann Nachhaltigkeit im Bereich Energie nur erzielt werden, wenn Forschung und Markreformen Hand in Hand gehen. In einem Exklusivinterview mit CORDIS-Nachrichten nach Abschluss des Ratstreffens sagte Rekke, dass es zur Verbesserung der Nachhaltigkeit wesentlich sei, die Energieforschung zu einem Schwerpunkt zu machen. Bessere Formen der Produktion und Übertragung von Energie seien die Bereiche, die primär untersucht werden müssten, wobei dies hauptsächlich in den Zuständigkeitsbereich der einzelnen Mitgliedstaaten falle. Die während des Energie- und Industrierates diskutierten Punkte werden sich laut Rekke jedoch auf die von der EU geförderte Forschung auswirken. "Unsere Diskussionen werden Auswirkungen auf das Sechste Rahmenprogramm [RP6] haben. Ich denke, dass Energie im RP6 ein wichtiger Bereich sein wird." Die Frage der umweltbezogenen Nachhaltigkeit ist während der schwedischen Ratspräsidentschaft der Europäischen Union zu einem Schwerpunkt geworden, da Schweden führend in den Bemühungen ist, die Nachhaltigkeit seiner eigenen Energiequellen zu maximieren. Rekke wies auf den "Binnenmarkt" für Energie hin, der in Skandinavien bereits seit Jahrzehnten existiert und ein gutes Mittel ist, die effiziente Nutzung von Energie sicherzustellen. Er betonte auch den hohen Anteil der Stromerzeugung durch Wasserkraft in Schweden, eine saubere und nachhaltige Energiequelle. Außerdem hat die schwedische Regierung begonnen, mit den Autoherstellern und der Ölindustrie des Landes zusammenzuarbeiten, um herauszufinden, wie die Umweltzerstörung durch Treibstoffe eingedämmt werden kann. "Es ist nicht nur eine Frage des Treibstoffs, es ist auch eine Frage der Motoren", fügte er hinzu. Die Forschung hat zu neuen innovativen Energiequellen geführt, doch Rekke gestand ein, dass eines der Hauptprobleme zum jetzigen Zeitpunkt die Kosten sind. Die geringe Nutzung und das hohe Niveau der innovativen Werkzeuge und Techniken bedeuteten, dass ein Durchbruch weder preisgünstig zu erzielen war, noch dass ein leichter Zugang bestand. "Dies ist eine der wichtigsten Herausforderungen - Mittel für die Forschung und Entwicklung zuzuteilen, damit Wege gefunden werden, die Kosten für diese Treibstoffe zu senken." Druck durch die Verbraucher sorge dafür, dass der Markt nachzieht, so Rekke, der in der Ölindustrie tätig war, bevor er in die Politik wechselte. Er sprach über die Bemühungen der Ölindustrie, als diese zu erforschen begann, wie bleifreies Benzin angeboten werden könnte. Weiter sagte er: "Was die Forschung betrifft, waren die Verbraucher genauso wichtig wie die Regierung." Er ist der Ansicht, dass jeder, auch Politiker, eine Rolle dabei spielen muss, das Bewusstsein zu schaffen, das zu einer solchen Nachfrage der Verbraucher führt. Er empfahl, dass die Verbraucher nicht nur nach den direkten Auswirkungen des Produkts eines Unternehmens fragen sollten, sondern beispielsweise auch danach, welche Zulieferprodukte das Unternehmen benötigt und was für Auswirkungen diese haben. Gleichzeitig mit dem Abschluss des Ratstreffens am 15. Mai teilte Kommissionspräsident Romano Prodi dem Europäischen Parlament in Straßburg mit, dass die Kommission ihren Vorschlag für eine EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung, die Teil der Vorbereitungen für den nächsten Weltgipfel ist, angenommen hat. Dieser Vorschlag enthält eine Verpflichtung, die Emission von Treibhausgasen bis 2020 jedes Jahr um ein Prozent, ausgehend von der Emissionsmenge 1990, zu reduzieren. Weitere Punkte sind ehrgeizigere Umweltziele in Bezug auf die Energiebesteuerung, die schrittweise Einstellung aller Subventionen für die Produktion und den Verbrauch fossiler Brennstoffe ab 2010 sowie die Sicherstellung, dass ebenfalls bis zum Jahr 2010 der Anteil der alternativen Treibstoffe an den Treibstoffen für PKW und LKW mindestens sieben Prozent beträgt. Ein weiteres Ziel ist es zu gewährleisten, dass 2010 der Anteil des Straßenverkehrs (im Verhältnis zu Bahn, Wasserwegen und öffentlichen Verkehrsmitteln) nicht größer ist als 1998.
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Schweden