ESA-Satellit erkundet den Magnetschweif der Erde
Vier Satelliten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) haben den Magnetschweif der Erde, der mit seiner Energie das Nordlicht erzeugt, mit bisher unerreichter Präzision erkundet. Die vier Cluster-Satelliten der ESA sind seit Ende August innerhalb des elektrisch geladenen Gases unterwegs, das vom Magnetfeld der Erde erzeugt wird, ihrem so genannten Magnetschweif. Sie bilden eine tetraedrische Formation, um die ersten eingehenden 3D-Ansichten dieser Region aufzunehmen. Die Erde steht unter ständigem Beschuss durch elektronisch geladene Teilchen der Sonne. Diese Bewegung erzeugt einen so genannten "Sonnenwind" um die Magnethülle der Erde, sodass die Magnethülle die Form eines riesigen Windsacks annimmt. Die Teilchen in der Magnethülle können Energie aufnehmen und in Richtung der Pole der Erde beschleunigt werden, sodass ein "Substorm" entstehen kann, der das Polarlicht im Norden und im Süden erzeugt. Der Cluster-Spezialist Philippe Escoubet erklärte dazu: "Was genau solche "Substorms" auslöst, ist nach wie vor unklar. Die Cluster liefern wertvolle Datensätze von 42Instrumenten, die uns helfen festzustellen, was im Magnetschweif vor sich geht." Er hält diese Daten für äußerst wichtig, denn "Substorms" können auf der Erde zum Ausfall der Stromversorgung und der Kommunikation führen, sind aber auch für das wunderschöne Polarlicht verantwortlich." Der Satellit wird sich bis Ende Oktober innerhalb des Magnetschweifs aufhalten. Cluster soll Ende 2002 eine weitere Mission in diese Region unternehmen.