Enzymatisch unterstützte Produktion neuer Antimykotika
Die Naturstoffbiosynthese zu verstehen würde dabei helfen, die Produktion von Sekundärmetaboliten mit vielversprechenden biologischen Aktivitäten zu optimieren. Ambruticin und Jerangolid sind zwei antimykotische Verbindungen, die durch das Bakterium Sorangium cellulosum synthetisiert werden. Die Wissenschaftler des EU-finanzierten Projekts NPTAILORINGENZYMES (Tailoring enzymes for natural product synthesis) arbeiteten an einer schnelleren In-vitro-Herstellung dieser Verbindungen unter Verwendung spezifischer Enzyme, die an ihren Biosynthesewegen beteiligt sind. Hierfür klonierten sie die Gene für alle Enzyme und exprimierten sie in E. coli. Nach der erfolgreichen Reinigung entwickelten sie Aktivitätstests für mehrere Schlüsselenzyme. Die Forscher konnten nun ihr biokatalytisches Potential vollständig charakterisieren und ein besseres Verständnis der Mechanismen der Ambruticin- und Jerangolid-Biosynthese gewinnen. Die NPTAILORINGENZYMES-Studie ermöglichte die direkte enzymatische Synthese von Sauerstoffheterozyklen, ein reichlich vorhandenes Strukturelement vieler pharmakologisch relevanter Naturprodukte. Darüber hinaus lieferte sie die notwendigen Kenntnisse, um die Produktion von Ambruticin und Jerangolid zu verbessern. Ihr Gesamtbeitrag zur medizinischen Chemie sowie zur Arzneimittelforschung ist angesichts des großen Valorisierungspotenzials von natürlichen Antibiotika unumstritten.