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Inhalt archiviert am 2022-12-21

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Busquin: Forschung im Bereich der erneuerbaren Energien könnte Europa bei zukünftigen Energieproblemen helfen

Die Forschung im Bereich erneuerbarer Energien, so EU-Forschungskommissar Philippe Busquin, nimmt nach den jüngsten terroristischen Anschlägen in den USA und nach den neuesten Schätzungen des zukünftigen Anstiegs der Energieabhängigkeit Europas sogar eine noch bedeutendere Ste...

Die Forschung im Bereich erneuerbarer Energien, so EU-Forschungskommissar Philippe Busquin, nimmt nach den jüngsten terroristischen Anschlägen in den USA und nach den neuesten Schätzungen des zukünftigen Anstiegs der Energieabhängigkeit Europas sogar eine noch bedeutendere Stellung ein. Er ist jedoch zuversichtlich, dass durch die Rahmenprogramme der Europäischen Union und den vorgeschlagenen Europäischen Forschungsraum (EFR) Fortschritte in diesem Bereich erzielt werden. Bei der Eröffnung einer Konferenz zum Thema "Integration erneuerbarer Energiequellen und verteilte Erzeugung in Energiesystemen" am 25. September umriss das Kommissionsmitglied Busquin den Bedarf an weiteren Forschungsarbeiten zu erneuerbaren Energien: "Die dramatischen Ereignisse der letzten Zeit machen Fragen zur Versorgungssicherheit, der Unabhängigkeit und der Zugänglichkeit zu Energie für unseren Kontinent sogar noch relevanter." Rund 50 Prozent der Energie der EU werden importiert, wobei 45 Prozent ihrer Ölimporte aus dem Mittleren Osten stammen. Nach den Schätzungen im Grünbuch über die europäische Strategie für Energieversorgungssicherheit könnte die Energieabhängigkeit der Union bis 2020/2030 70 Prozent erreichen, eine Situation, die sich durch die Erweiterung der Union auf die Beitrittskandidaten weiter verstärken könnte. Der Europäische Forschungsraum, so Kommissionsmitglied Busquin, war entscheidend für die Dezentralisierung der nationalen Stromnetze und die Integration von kleineren Erzeugern erneuerbarer Energie in den Energiemarkt der EU. Die Spitzenforschungsnetze und die integrierten Projekte, um die der EFR errichtet werden wird, seien wesentlich für die Schaffung der kritischen Masse und der umfangreichen Finanzierungsmittel, die für wirkliche Fortschritte auf diesem Gebiet notwendig seien. Erneuerbare Energien, so Busquin, stehen reichlich, sauber und verwertbar innerhalb der Union selbst zur Verfügung. "Die optimale Integration dieser neuen Energiequellen bedeutet, dass der Dezentralisierung der Erzeugung mehr Raum gegeben wird und die Energienetze und -systeme zu diesem Zweck angepasst werden." Der EFR würde "sowohl den technologischen Fortschritt unterstützen und die Verwendung [erneuerbarer Energien] fördern, indem Hindernisse ... für die Nutzung der erneuerbaren Energien und der dezentralisierten Erzeugung verringert werden", so Busquin. In Bezug auf das Grünbuch der Kommission "Hin zu einer Europäischen Strategie für Energieversorgungssicherheit", in dem die Sicherheit der Energieversorgung in der EU diskutiert werden soll, fügte Busquin hinzu: "Eine der Schlüsselbotschaften in diesem Grünbuch lautet, dass keine der Energieoptionen in naher Zukunft in der Lage ist, unseren gesamten Energiebedarf zu decken. Wir müssen uns daher für die Vielfalt entscheiden. Diese Vielfalt muss in den Optionen, die von den politischen Entscheidungsträgern ausgewählt werden, gesucht werden und in den Forschungsschwerpunkten ihren Niederschlag finden". Rolf Bierhoff, Eurelectric-Präsident (Union of the Electricity Industry - Eurelectric), stimmte ihm zu, dass die Diversifizierung der Energie entscheidend sei, brachte jedoch seine Besorgnis über das Fehlen einer spezifischen Finanzierung für Forschungsarbeiten im Energiebereich in dem Programm für das Sechste Rahmenprogramm (RP6) zum Ausdruck. Er sagte: "Wir von Eurelectric sind sehr besorgt über die Lücken im Vorschlag der Kommission hinsichtlich einer eindeutigen und spezifischen Finanzierung für FuE im Energiebereich." Er erklärte, dass der Vorschlag zwar einen thematischen Bereich zur "Nachhaltigen Entwicklung und Globalen Klimaänderung" umfasse, "es jedoch aus dem Text leider nicht klar hervorgeht, wie die EU viele der Bedürfnisse hinsichtlich der Forschung im Energiebereich, die in dem Grünbuch der Kommission "Hin zu einer Europäischen Strategie für Energieversorgungssicherheit" und in dem "Schlussbericht über das Europäische Programm zur Klimaänderung" der Kommission genannt werden, behandeln will". Busquin entgegnete, dass der Forschung im Energiebereich eine klare Rolle im RP6 gegeben wurde. Er führte aus, dass das thematische Programm "Nachhaltige Entwicklung und Globale Klimaänderung" sowohl kurz- als auch langfristige Maßnahmen zur Forschung im Energiebereich umfasse und dass die vorgeschlagenen kurzfristigen Aktionen darauf abzielten, die Verwendung neuer und erneuerbarer Energieformen und Möglichkeiten zur effizienten Energienutzung zu demonstrieren. Er fügte hinzu, dass auch Arbeiten zur Integration von Erzeugern erneuerbarer Energieformen in die bereits bestehenden Stromversorgungsnetze und zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Verlässlichkeit der neuen Erzeugungsverfahren geplant seien. Die langfristigen im Rahmen des RP6 vorgeschlagenen Ziele im Bereich Energie umfassen die Vorbereitung der Grundlagen für die Entwicklung von Energiequellen und der Transformation, damit durch die Verwendung der Wasserstofftechnologie und der Brennstoffe aus Biomasse (organischer Abfall aus Land- und Forstwirtschaft) eine geringere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ermöglicht wird, insbesondere im Bereich Verkehr. Die EU habe bereits beträchtliche Fortschritte bei den erneuerbaren Energien erzielt, so Busquin. Auf Europa entfallen derzeit 75 Prozent der globalen Erzeugung von Windenergie. Zudem stieg in dem Zeitraum von 1999 bis 2000 die Menge des in Europa durch Windenergie erzeugten Stroms um 27 Prozent sprunghaft an. Die technologische Forschung in den Bereichen Wind- und Fotovoltaikenergie (Sonnenenergie) hat bereits zur Reduzierung der Kosten und zur Verbesserung der Effizienz dieser Mittel zur Stromerzeugung beigetragen. Die Zielsetzungen der EU, die in der jüngsten Richtlinie zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen (vom Rat angenommen am 7. September) genannt werden, umfassen die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch der EU von 6 Prozent - nach dem heutigen Stand - auf 12 Prozent bis 2010. Die EU zielt darauf ab, die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im selben Zeitraum von 14 auf 22 Prozent zu steigern. Zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen nach dem Kyoto-Protokoll muss die EU eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 8 Prozent bis 2008-2012 erreichen.

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