Internet-Nutzung in europäischen Schulen auf dem Vormarsch, Unterschiede bleiben aber bestehen
Die Nutzung des Internet in den Schulen der EU ist auf dem Vormarsch, doch in den 15 Mitgliedstaaten setzt sich das Internet unterschiedlich schnell durch. Dies ist eine der wichtigsten Schlussfolgerungen des jüngsten Eurobarometer-Berichts zu Erhebungen über die Internet-Nutzung in den Schulen, den die Kommission am 11. Oktober vorgelegt hat. Die Erhebungen wurden zwischen Februar und Mai 2001 als Teil der Benchmarking-Initiative im Rahmen des Aktionsplans eEurope durchgeführt. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass die Lehrer in allen Ländern der EU dem Internet im Klassenzimmer offen gegenüberstehen, wenn auch mit unterschiedlicher Begeisterung. "Ein wichtiges Ergebnis der Umfragen ist, dass die Verbreitung des Internet in den Schulen nun offensichtlich in allen Mitgliedstaaten vorrangig vorangetrieben wird", sagte der EU-Kommissar für Unternehmen und die Informationsgesellschaft Erkki Liikanen. "Gleichzeitig sehen wir in den Erhebungen auch ein Warnsignal dafür, dass noch große Anstrengungen unternommen werden müssen, damit den Schülern in allen Mitgliedstaaten ein gleichwertiger Internet-Zugang zur Verfügung steht." "Ein anderes wichtiges Ergebnis ist die Erkenntnis, dass die überwältigende Mehrheit der europäischen Lehrer der Nutzung der neuen Technologien im Klassenzimmer offen gegenübersteht", fügte Viviane Reding, die für Bildung, Kultur und den audiovisuellen Bereich zuständige EU-Kommissarin, hinzu. "Der in einigen Mitgliedstaaten festgestellte Rückstand bei der Internet-Nutzung in Schulen beruht auf fehlenden Computern und Internet-Anschlüssen", erklärte sie. Die Erhebungen führten zu einigen ermutigenden Statistiken im Hinblick auf die Ausstattung: neun von zehn Schulen in der EU besitzen mittlerweile einen Internet-Anschluss und in acht von zehn Schulen der EU haben Schüler Zugang zum Internet. In den Schulen der EU teilen sich zwölf Schüler einen Computer ohne Netzanschluss und 24 Schüler einen Computer mit Internet-Anschluss. Die Hälfte der für Unterrichtszwecke eingesetzten Computer ist weniger als drei Jahre alt. Mehr Anstrengungen müssen jedoch unternommen werden, wenn die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten beseitigt werden sollen. Derzeit variieren die Zahlen in den verschiedenen Mitgliedstaaten von 3 bis 25 Schülern pro Computer ohne Netzanschluss und 3 bis 50 Schülern pro Computer mit Internet-Anschluss. Die Erhebung zeigt außerdem, dass in den Schulen der EU die Schmalband-Technologie noch immer dominiert, wenngleich sich das Hochgeschwindigkeits-Internet in einigen wenigen Mitgliedstaaten bereits durchgesetzt hat.