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Inhalt archiviert am 2022-12-21

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Liikanen verleiht Großen IST-Preis

Drei Projekte, die das Beste darstellen, was Europa in der Innovation für die Informationsgesellschaft zu bieten hat, wurden im Rahmen der IST- (Technologien der Informationsgesellschaft) Konferenz in Düsseldorf am Abend des 3.Dezember von dem für Unternehmen und die Informati...

Drei Projekte, die das Beste darstellen, was Europa in der Innovation für die Informationsgesellschaft zu bieten hat, wurden im Rahmen der IST- (Technologien der Informationsgesellschaft) Konferenz in Düsseldorf am Abend des 3.Dezember von dem für Unternehmen und die Informationsgesellschaft zuständigen Kommissionsmitglied Erkki Liikanen mit dem Großen IST-Preis ausgezeichnet. Die drei mit jeweils 200.000Euro dotierten Auszeichnungen gingen an ein Projekt, das eine Entwicklungsplattform entwickelt hat, von der aus dreidimensionale (3D-) interaktive Inhalte grafisch erstellt werden können, ein fortgeschrittenes Werkzeugsteuerungs-System sowie ein computer- und ultraschallgestütztes Navigationssystem für die Hirnchirurgie. Bei der Verleihung der Preise verwies Liikanen auf die Bedeutung der Vermarktung von in Europa entwickelten Produkten: "Wenn keine Verbindung zwischen der Forschung und dem Markt entsteht, geht Potenzial verloren. Dazu müssen Mittel und Wege gefunden werden, und der IST-Preis ist eine Möglichkeit", sagte er. Bertrand Duplat von der französischen Firma Virtools wurde für die Entwicklung einer Plattform zur Erstellung interaktiver 3D-Inhalte ausgezeichnet. Unter Verwendung der von Virtools angebotenen "Behaviour Building Blocks" (Verhaltensweisen-Bausteine) lassen sich mit dem Software-Entwicklungspaket von Virtools verschiedene Verhaltensweisen erstellen. Da keine Programmierkenntnisse erforderlich sind, können sich Entwickler ganz auf den Inhalt konzentrieren und die Programmierung vernachlässigen. Neben Spielen bietet sich diese Lösung auch für eLearning und E-Commerce an. Duplat erklärte gegenüber CORDIS-Nachrichten, sein Projekt sei wohl von der Jury berücksichtigt worden, weil es angesichts der in letzter Zeit immer beliebteren Breitband-Verbindungen "zum richtigen Zeitpunkt" kam. Virtools wurde 1993 gegründet und beschäftigt 40Mitarbeiter. Das Unternehmen will sich weiter vergrößern, und Duplat zufolge werden die 200.000Euro dazu eingesetzt. "Unsere Pläne für 2002 stehen bereits. Zwei der wichtigsten Ziele, die finanziert werden müssen, sind die Entwicklung weiterer Technologien (...) und die Gründung von Niederlassungen in ganz Europa", erklärte er. Neben dem finanziellen Nutzen bringe die Auszeichnung aber auch noch andere Vorteile, so Duplat. "Sie wird meines Erachtens sehr nützlich sein, was die Anerkennung unseres Unternehmens und seine Bekanntheit und Glaubwürdigkeit betrifft. Schließlich wurde es von vielen Anwendern berücksichtigt und von einer renommierten Jury ausgewählt. Dies ist von großer Bedeutung für Partnerschaften mit der Finanzbranche", sagte er CORDIS-Nachrichten. Thorkil Dahlgreen von der dänischen Firma ECO-DAN nahm den Preis für ihr fortgeschrittenes Werkzeugsteuerungs-System in Empfang. ECO-DAN bietet ein automatisiertes Steuerungssystem für verschiedene Geräte in der Reihenkultur. Diese Technologie gewährleistet auch bei hohen Geschwindigkeiten große Präzision und kann den Einsatz von Pestiziden um bis zu 75Prozent verringern. Sie basiert auf einer Computer-Ansicht. Dazu nehmen digitale Farbkameras die Pflanzen laufend auf und verfolgen die Lenkspuren. Der Computer setzt diese Bilder in eine Steuerlinie um und kontrolliert die Position des Geräts im Verhältnis zur Steuerlinie. Falls es einer Korrektur des Werkzeugs bedarf, wird ein Signal an das Hydrauliksystem gesendet. "Wir haben ein IT-basiertes Projekt abgeschlossen, das einen Wandel der landwirtschaftlichen Erzeugung von Lebensmitteln auslösen dürfte", so Dahlgreen gegenüber CORDIS-Nachrichten. Bei der Entgegennahme des IST-Preises erklärte er: "Da wir bereits mit der Entwicklung eines neuen Produkts beschäftigt sind, ist dieser Scheck über 200.000Euro sehr willkommen. Dies ist eine große Ehre." Der dritte Preis ging an SonoWand von MISON, einem Spinoff-Unternehmen des norwegischen Spitzenforschungszentrums in Trondheim. Das Unternehmen wurde 1998 gegründet und beschäftigt nun 13Mitarbeiter. Das computergestützte Ultraschall-Navigationssystem zeichnet sich durch hohe Qualität und Präzision aus, sodass der behandelnde Arzt mit einem kleineren Schnitt ins Gehirn einen größeren Teil eines Hirntumors entfernen kann. Konventionelle chirurgische Instrumente liefern mehrere Tage alte Bilder, die am Operationstag nicht mehr 100-prozentig zuverlässig sind. Mit SonoWand kann der Arzt seine "Landkarte" während der Operation bequem aktualisieren, denn ein Gehirn-Scan dauert nur wenige Sekunden. Åge Grønningsgåter, der die Auszeichnung im Namen von MISON entgegennahm, sagte gegenüber CORDIS-Nachrichten, das Preisgeld würde eingesetzt, um diese neuartige Technologie zu vermarkten. "Während der Markteinführung werden wir es gut gebrauchen können. Da wir uns nun unbedingt Marktanteile sichern müssen, ist dieses Geld in der momentanen Anfangsphase sehr wichtig für uns", sagte er. Grønningsgåter verwies auf ein anderes norwegisches Unternehmen, das vor ein paar Jahren den IST-Preis erhalten hatte. Dies verschaffte ihm viel Aufmerksamkeit, und nun hofft er auf einen ähnlichen Effekt. Wie Lionel Zajde von VITEC Multimedia, einem Preisträger des letzten Jahres, erklärte, sei für sein Unternehmen genau dies eingetreten. Der IST-Preis hätte seinem Unternehmen in vier Bereichen - Berichterstattung in den Medien, Internet-Marketing, Anerkennung durch den Markt und Finanzierung - geholfen. Nach seiner Auffassung hilft die Auszeichnung bei der Beschaffung von finanziellen Mitteln sowohl bei der Europäischen Kommission als auch bei Banken, da diese davon ausgehen können, dass ihre Mittel in eine rentable Technologie investiert werden. Kommissionsmitglied Liikanen gratulierte den diesjährigen Preisträgern und erklärte in seinem Schlusswort, dass, wenn in Europa mehr Unternehmergeist herrschen soll, mehr junge Leute bereit sein müssen, Risiken einzugehen, und dass die Stigmatisierung im Fall des Scheiterns eines Vorhabens aufhören müsse.

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