Projekt TRAIN-IT fördert kommerzielle Nutzung der IST-Ergebnisse
Das zentrale Ziel des Programms "Technologien der Informationsgesellschaft (IST)" des Rahmenprogramms ist es, Forschungsmaßnahmen durchzuführen, um diejenigen zukünftigen Technologien zu bestimmen, die das Leben der Bürger Europas bereichern werden. Eine weitere Motivation des Programms ist jedoch die Förderung der Innovation und Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der europäischen Wirtschaft und Industrie. Daher hat die Kommission beschlossen zu handeln, als sie feststellte, dass das Potenzial zur Vermarktung der Ergebnisse der IST-Projekte aufgrund eines Mangels an relevanten Fähigkeiten nicht voll ausgeschöpft wurde. Das Projekt TRAIN-IT wurde als begleitende Maßnahme des vorrangigen Themenbereichs IST des Fünften Rahmenprogramms (RP5) ins Leben gerufen und wird vom Innovationszentrum ltzehoe (IZET) koordiniert. Der Leiter der Organisation Dr. Ingo Hussla erläuterte gegenüber CORDIS-Nachrichten, wie er selbst erfahren hat, dass gegebenenfalls Chancen vertan werden, bevor ein Projekt eingerichtet wird. "Als ich am Vierten Rahmenprogramm teilgenommen habe, habe ich selbst erfahren, wie entmutigend die Aussicht war, im Anschluss an ein IST-Projekt ein Start-up-Unternehmen zu gründen", sagte er. "Nach dem Hightech-Boom war die Herausforderung noch größer und jetzt müssen Geschäftspläne zehnmal besser sein als während des Booms, um erfolgreich zu sein." Der zentrale Ansatz von TRAIN-IT bestand daher darin, Teilnehmern an von der EU finanzierten IST-Projekten kostenlose Schulungen zum Verfassen von Geschäftsvorschlägen anzubieten, die von einem internationalen Expertenteam durchgeführt werden. Die erste Herausforderung für das Team bestand allerdings darin, potenzielle Unternehmer zu finden. "Wir mussten richtig nach ihnen suchen: Zunächst haben wir 10.000 E-mails an IST-Teilnehmer versandt, worauf wir 200 Antworten erhielten. Aus diesen Antworten ergaben sich rund 20 ernst zu nehmende Bewerbungen um unsere Hilfe", sagte Dr. Hussla. Alle potenziellen Kandidaten für das TRAIN-IT-Seminar wurden gebeten, ein ausführliches Bewerbungsformular auszufüllen, um die kommerzielle Realisierbarkeit ihrer Idee bewerten zu können. Die Bewerber verbrachten daraufhin sechs Tage mit Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Risikokapital, Handel und Marketing aus ganz Europa. Die Koordinatorin des Projekts TRAIN-IT Helga Bechmann, ebenfalls vom IZET, sagte gegenüber CORDIS-Nachrichten, dass die Beteiligung von Beratern aus verschiedenen Regionen Europas ihrer Arbeit eine zusätzliche Dimension verlieh. "Der internationale Ansatz war meiner Ansicht nach wichtig, denn mit ihm wurden die Geschäftspläne von Anfang an aus der notwendigen multinationalen Perspektive betrachtet. Außerdem hofften viele der Teilnehmer auf einen Geschäftserfolg in mehreren Ländern." Die regelmäßige Beteiligung einer Kerngruppe von Beratern sei ebenfalls von Bedeutung gewesen, da dies zur Gründung einer TRAIN-IT-Gemeinschaft beigetragen habe, die den Teilnehmern auch noch lange nach dem sechstägigen Seminar Expertenunterstützung bereitstellte, fügte sie hinzu. Auf die Frage, an welchen Fähigkeiten es den Seminarteilnehmern in der Regel mangelte, sagte Bechmann: "Selbstverständlich wussten sie alles über ihre Technologien, sie waren jedoch weniger vertraut mit den Bereichen Marketing und Handel, Kundenanalyse und Finanzierung. Marktforschung und Preisgestaltung waren die Bereiche, in den die Teilnehmer am meisten Unterstützung brauchten." Der Erfolg von TRAIN-IT spiegelt sich zweifach wider. Laut Dr. Hussla ist das Team stolz darauf, innerhalb des auf drei Jahre angelegten Projekts "bei der Gründung von 36 Unternehmen und dem Abschluss von 58 Geschäftsplänen" unterstützend mitgewirkt zu haben, und hofft, dass sich diese Zahlen noch verdoppeln werden. Mit der Bereitstellung von Schulungen und Unterstützung über drei Jahre hinweg ist TRAIN-IT laut Bechmann nun ein etablierter Name. Sie geht nicht davon aus, dass zukünftig wieder Tausende von E-mails versandt werden müssen, um Teilnehmer zu finden. Bechmann ist sich nicht sicher, was genau die Zukunft für TRAIN-IT bringen wird, doch angesichts der Möglichkeit, das anerkannte Schulungsseminar von IZET lizenzieren zu lassen, hofft sie, dass ihre Arbeit auch weiterhin zu positiven Ergebnissen führen wird. Derzeit prüft die Kommission einen Vorschlag, das Projekt unter dem RP6 fortzuführen, doch wie auch immer das Ergebnis aussieht, Bechmann ist davon überzeugt, dass TRAIN-IT auch weiterhin potenzielle Unternehmer unterstützen wird. "Wir wollen die Seminare ganz sicher fortsetzen, entweder mit regionaler Förderung, einer Lizenzierung des Seminars oder im Rahmen des RP6", so Bechmann abschließend.