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EU-Projekt unterstützt Ausbildung von Bioinformatik-Spezialisten

Das neue wissenschaftliche Gebiet der Bioinformatik, das auf dem Einsatz von Computern in der biologischen Forschung und hier insbesondere in der Gensequenzierung basiert, gewinnt zunehmend an Bedeutung, nachdem inzwischen mehrere hundert Projekte im Bereich der Genomsequenzie...

Das neue wissenschaftliche Gebiet der Bioinformatik, das auf dem Einsatz von Computern in der biologischen Forschung und hier insbesondere in der Gensequenzierung basiert, gewinnt zunehmend an Bedeutung, nachdem inzwischen mehrere hundert Projekte im Bereich der Genomsequenzierung abgeschlossen wurden. Die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern vonseiten der Sequenzierungszentren, Forschungsinstitute und pharmazeutischen Unternehmen nimmt kontinuierlich zu, und Experten sowohl der Biologie als auch der Computerwissenschaften sind knapp. Als Reaktion auf diesen Engpass beschloss die Europäische Kommission, unter dem Fünften Rahmenprogramm (RP5) ein Projekt zur 'Entwicklung neuer, professionell entwickelter Lernmaterialien für die Bioinformatik auf der Grundlage eines bestehenden Online-Kurses zu entwickeln', erklärte Projektkoordinatorin Terri Attwood, Professorin der Bioinformatik an der Universität Manchester, Großbritannien, gegenüber CORDIS News. Das Projekt EMBER (European Multimedia Bioinformatics Educational Resource) basiert auf BioActivity, einem praxisorientierten interaktiven Kurs, der von der Universität Manchester für den Master-Studiengang Bioinformatik entwickelt wurde. Die neun Projektpartner (aus fünf europäischen Ländern, Kanada und Südafrika) wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe entwickelte die Lernmaterialien, die andere führte nach der Entwicklung Benutzertests durch. Zu den Projektpartnern gehörte auch ein Multimedia-Verlagshaus, damit die hohe Qualität der erarbeiteten Materialien sichergestellt werden konnte. Professor Attwood erläuterte, dass das EMBER-Material sowohl für traditionelle Unterrichtseinheiten als auch für das individuelle Selbststudium zuhause oder am Arbeitplatz geeignet sei und einen in sich geschlossenen, interaktiven Kurs umfasse, der entweder im Internet absolviert werden könne oder für Benutzer ohne Internetzugang auf CD-ROM zur Verfügung stehe. Der Kurs vermittelt sowohl Grundlagen als auch fortgeschrittene Kenntnisse der Bioinformatik und umfasst Fallstudien zu speziellen biologischen Themenkomplexen. Zu den Grundlagenmodulen gehören die Translation von DNA-Sequenzen, die Datenbanksuche nach Proteinsequenzen und Proteinfamilien, das Sequenz-Alignment und die Klassifizierung von Proteinstrukturen. Zu den Modulen für fortgeschrittene Benutzer gehören Homologie-Modellierung und -Threading sowie komplexere Analysen mit uncharakterisierten Sequenzen. 'EMBER stellt einen Schritt in Richtung in sich geschlossene Lernmaterialien im Bereich der Bioinformatik dar', erläuterte Professor Attwood. 'Im Master-Studiengang (MSc) Bioinformatik an der Universität Manchester wurde der BioActivity-Kurs bereits durch EMBER ersetzt. Außerdem soll das Programm bei unserem MSc-Fernstudiengang zum Einsatz kommen.' Zwar sei die Nutzung der EMBER-Website kostenlos, doch die ‘Nutzer müssen bei uns einen Benutzernamen und ein Passwort anfordern, um sich beim System anmelden zu können', fügte Professor Attwood hinzu. 'Ich war zunächst gegen das Registrierungsverfahren, weil ich dachte, es würde Interessenten abschrecken', fuhr Professor Attwood im Gespräch mit CORDIS News fort. 'Über die Registrierung ist es aber in der Tat einfacher, den Kurs zu verwalten und sicherzustellen, dass die Studenten nur an Kursen teilnehmen, für die sie auch registriert sind. Außerdem ist es dank der Registrierung für die Tutoren leichter, ihre Kurse zu managen und die Studenten zu bewerten.' Auf die Frage, ob alle Zielsetzungen des Projekts erreicht wurden, erklärte Professor Attwood, dass man die Frage grundsätzlich mit 'Ja' beantworten könne. Sie fügte jedoch hinzu: 'Obwohl das Projekt offiziell bereits im April 2004 abgeschlossen wurde, arbeiten wir immer noch an seiner Entwicklung.' 'Derzeit,' so Professor Attwood weiter, 'befindet sich die Datenbank in den Niederlanden, wo sie auch entwickelt wurde. Wir möchten sie komplett nach Manchester holen, um kontinuierlich zusätzliche Module entwickeln zu können. Die Bioinformatik ist ein sich schnell entwickelndes wissenschaftliches Gebiet. Deshalb muss die Website sehr häufig aktualisiert werden, um sie auf dem jeweils neuesten Stand zu halten.'