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ESA gibt grünes Licht für Aktivierung des MARSIS-Radars an Bord von Mars Express

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat grünes Licht für die Aktivierung des MARSIS-Radars gegeben, das sich an Bord ihres Raumfahrzeugs Mars Express befindet. Die Entscheidung wurde nach einer achtmonatigen Vorlaufzeit getroffen, in der die möglichen Folgen der Operation...

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat grünes Licht für die Aktivierung des MARSIS-Radars gegeben, das sich an Bord ihres Raumfahrzeugs Mars Express befindet. Die Entscheidung wurde nach einer achtmonatigen Vorlaufzeit getroffen, in der die möglichen Folgen der Operation untersucht wurden. MARSIS soll nach unterirdischen Wasservorkommen suchen und Studien zur Ionosphäre des Mars durchführen. Ursprünglich war die Aktivierung des Radars schon im April 2004 vorgesehen. Kurz vor der Freigabe warnte der US-amerikanische Hersteller Astro Aerospace jedoch davor, dass ein Whiplash-Effekt auftreten könnte, bevor die 30 Meter langen Ausleger ihre Endposition erreichen. Nach achtmonatigen Computersimulationen und technischen Analysen zur Bewertung eventueller Schäden am Raumfahrzeug und seiner wissenschaftlichen Geräte gab eine unabhängige Ingenieurkommission grünes Licht für die Aktivierung des Radars. Die ESA hat empfohlen, die Aktivierung für die erste Maiwoche vorzusehen. Sollten die verbleibenden Vorbereitungen allerdings schneller als geplant verlaufen, wäre es eventuell möglich, die Aktivierung bereits eine Woche früher einzuleiten. Das technische Untersuchungsprogramm umfasste komplexe Computersimulationen, theoretische Studien und Tests an vergleichbaren Geräten, um potenzielle Materialalterungseffekte an den Auslegern zu untersuchen. Als Ergebnis wurde der Ingenieurkommission eine vollständige Analyse möglicher Zusammenstoß-Szenarien einschließlich der Stärke der Aufprallenergie, der Materialbeschaffenheit und der physikalischen Bedingungen im Weltraum vorgelegt. Nach Angaben der ESA kam die Kommission zu dem Ergebnis, dass das Risiko eines Aufpralls auf das Raumfahrzeug zwar nicht auszuschließen sei, die Aufprallenergie aber klein und die Wahrscheinlichkeit eines schweren Schadens sehr gering sein würde. Im schlimmsten Fall könnte MARSIS selbst teilweise oder vollständig verloren gehen, das Risiko für andere wissenschaftliche Geräte an Bord von Mars Express sei jedoch minimal. Eine frühzeitige Aktivierung ist aus wissenschaftlicher Sicht wünschenswert, da die Umlaufbahn von Mars Express schon ab Mai 2005 Radarvermessungen der wissenschaftlich interessantesten Mars-Regionen erlauben würde.