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Betreuung f�r Patienten mit angeborenem Herzfehler unzureichend

Eine Studie, die k�rzlich im European Heart Journal ver�ffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass die Betreuung von Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler unzureichend ist und f�r die wachsende Zahl der Betroffenen nicht gen�gend Betreuungszentren vorhanden sind. Diesem ...

Eine Studie, die k�rzlich im European Heart Journal ver�ffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass die Betreuung von Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler unzureichend ist und f�r die wachsende Zahl der Betroffenen nicht gen�gend Betreuungszentren vorhanden sind. Diesem Bericht liegen Ergebnisse von Forschern aus Belgien, den Niederlanden, Deutschland und der Schweiz zugrunde. Untersucht wurde die Betreuung von Herzpatienten, die seit ihrer Kindheit an einem Herzfehler leiden und das Erwachsenenalter erreicht haben, was dank der verbesserten Behandlungsmethoden immer wahrscheinlicher wird. Ziel der Euro Heart Survey on Adult Heart Disease (ACHD), der weltweit ersten Studie dieser Art, war es zu erforschen, inwieweit bew�hrte Empfehlungen in der klinischen Praxis umgesetzt werden und wie die Betreuung organisiert ist. Sch�tzungen des Forschungsberichts zufolge wurden in der EU zwischen 1,2 und 2,7 Millionen Menschen mit angeborenem Herzfehler �lter als 15 Jahre. "Die Gesellschaft hat viel getan, um die Lebenserwartung betroffener Kinder zu erh�hen, doch wenn die Betroffenen erst einmal erwachsen sind, scheint das Interesse nachzulassen", so der leitende Verfasser der Studie Dr. Philip Moons von der Universit�tsklinik und der Katholischen Universit�t L�wen, Belgien. F�r die Studie untersuchten die Forscher 79 Betreuungseinrichtungen in den meisten EU-L�ndern sowie in der T�rkei, �gypten, Israel, der Schweiz und Armenien. Allerdings st�tzt sich die Studie lediglich auf die Ergebnisse von 71 dieser Einrichtungen. Die Verfasser decken in ihrer Studie erhebliche Unterschiede in den Versorgungsstandards der untersuchten Einrichtungen auf. "Es ist verwunderlich, dass einige der Spezialzentren weniger Patienten ambulant betreuten, weniger Patienten station�r aufnahmen und weniger Operationen durchf�hrten als einige der nicht spezialisierten Zentren", heiát es im Bericht. "Betrachtet man die in diesem Artikel genannten Empfehlungen als Maástab f�r einen idealen Versorgungsstandard, so ist die Betreuung von Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler in Europa keineswegs als optimal einzustufen", heiát es weiter. "Da wir nicht von allen Einrichtungen aus allen L�ndern Informationen erhalten haben, k�nnen wir keine Aussage dar�ber treffen, ob bestimmte L�nder besser abschneiden als andere und ob einzelne L�nder �ber eine ausreichende Anzahl an Einrichtungen verf�gen", so Dr. Moons. Somit k�nnte die tats�chliche Betreuung von Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler schlechter sein als die Studie vermuten l�sst. "Da die Teilnahme an unserer Studie freiwillig war, steht zu vermuten, dass nur die ambitioniertesten Einrichtungen, die sich am meisten f�r ihre Patienten einsetzen, unseren Fragebogen ausgef�llt haben, sodass die Ergebnisse unter Umst�nden nicht die wirklichen Gegebenheiten widerspiegeln. Als gesichertes Ergebnis unserer Untersuchungen darf aber gelten, dass die Anzahl der angemessen ausgestatteten Einrichtungen unzureichend ist, um die �ber 1,2 Millionen Erwachsenen, die in Europa an einem angeborenen Herzfehler leiden, optimal zu betreuen", so Dr. Moons. In der Studie werden acht Empfehlungen f�r eine optimale Betreuung ausgesprochen: - mindestens ein Kardiologe, der in einem anerkannten Zentrum speziell im Bereich ACHD geschult wurde; - Spezialzentren mit Betreuung in den Bereichen p�diatrische Kardiologie und/oder Chirurgie angeborener Herzfehler; - Zentren ben�tigen eine ausreichende Anzahl von Patienten, um chirurgische Verfahren auf hohem Niveau gew�hrleisten zu k�nnen; - Zentren zur Erwachsenenbetreuung und nicht spezialisierte Zentren m�ssen Verbindung zu Spezialzentren haben, um �berweisungen vornehmen zu k�nnen; - mindestens zwei Chirurgen mit Ausbildung im Bereich Herz- und p�diatrische Herzchirurgie; - Chirurgen m�ssen mindestens 50, idealerweise 125 Operationen pro Jahr durchf�hren; - komplett mit Ger�ten und Personal ausgestattetes Elektrophysiologie-Labor; - mindestens ein(e) Krankenschwester/-pfleger, die/der speziell im Bereich ACHD geschult wurde. Von den Spezialzentren (48 von insgesamt 71 Einrichtungen) erf�llten nur neun alle acht Empfehlungen, und nur 14 der nicht spezialisierten Zentren arbeiteten mit Spezialzentren zusammen. Die Autoren r�umen ein, dass die Studie in verschiedener Hinsicht begrenzt war und diese ersten Ergebnisse daher einer eingehenden weiteren Untersuchung bed�rfen. In dem Bericht wird ferner darauf hingewiesen, dass Regierungen, Gesundheitsministerien und Fachleute des Gesundheitswesens verpflichtet sind, angemessene Personal- und Finanzressourcen bereitzustellen, um die immer umfassenderen Bed�rfnisse der zunehmenden Anzahl von Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler zu erf�llen und dieser Bev�lkerungsgruppe eine optimale Betreuung zukommen zu lassen. "Um die M�glichkeiten der modernen Herzchirurgie, die heute f�r die Behandlung von S�uglingen und Kindern zur Verf�gung stehen, umfassend nutzen zu k�nnen, m�ssen die Fachleute des Gesundheitswesens stets darum bem�ht sein, diesen Empfehlungen nachzukommen", so Dr. Moons.

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Belgien, Schweiz, Deutschland, Niederlande