Skip to main content

Article Category

Nachrichten

Article available in the folowing languages:

Euratom tritt internationaler Kernforschungsinitiative bei

Am 11. Mai wurde bekannt gegeben, dass die Europäische Atomenergiegemeinschaft (Euratom) ein internationales Rahmenabkommen für gemeinsame Forschung und Entwicklung an Kernenergiesystemen der vierten Generation formell unterzeichnet hat. Das Rahmenabkommen ist ein Programm d...

Am 11. Mai wurde bekannt gegeben, dass die Europäische Atomenergiegemeinschaft (Euratom) ein internationales Rahmenabkommen für gemeinsame Forschung und Entwicklung an Kernenergiesystemen der vierten Generation formell unterzeichnet hat. Das Rahmenabkommen ist ein Programm des Generation IV International Forum (GIF), eine Plattform für internationale Forschungszusammenarbeit, die im Januar 2000 auf Initiative des US-Energieministeriums eingerichtet wurde, um innovative Konzepte für Kernenergiesysteme zur Deckung künftiger Energieherausforderungen zu entwickeln. Kernenergiesysteme der vierten Generation repräsentieren eine Reihe von Kernreaktortechnologien, die bis 2030 einsatzbereit sein könnten. Während die Reaktoren der ersten und der zweiten Generation den Anforderungen für eine intensive Energieproduktion zu geringen Kosten und angemessenen Sicherheitsniveaus entsprachen, wurde die dritte Generation nach den Zwischenfällen von Three Mile Island und Tschernobyl entwickelt und verfolgte noch höhere Sicherheitsstandards. Obwohl diese bestehenden Technologien eine zuverlässige Elektrizitätsversorgung in vielen Märkten gewährleisten, argumentieren die Befürworter der vierten Generation, dass der Einsatz der neuen Technologie gegenüber derzeit in Betrieb befindlichen Reaktortechnologien zu bedeutenden Verbesserungen hinsichtlich wirtschaftlicher Leistung, Sicherheit und Zuverlässigkeit sowie Nachhaltigkeit führen wird. Durch den Beitritt zum GIF haben alle interessierten Forschungs- und Entwicklungsorganisationen (F&E - Forschung und Entwicklung) und die Industrie in den Mitgliedstaaten sowie in Ländern, die mit den Euratom-Forschungsrahmenprogrammen assoziiert sind, die Möglichkeit, an konkreten F&E-Projekten des GIF teilzunehmen und damit Kompetenzen und Wissen aufzubauen sowie Informationen zu den technischen und Sicherheitsaspekten bezüglich der nächsten Generation von Kernreaktorsystemen zu sammeln. Neben Euratom gibt es bereits zehn weitere GIF-Mitglieder: Argentinien, Brasilien, Kanada, Frankreich, Japan, Südafrika, Südkorea, die Schweiz, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. Die Atomenergiebehörde der OECD und die Internationale Atomenergie-Organisation sind ständige Beobachter. Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission wurde zum "Umsetzungsbeauftragten" ("Implementing Agent") des Rahmenprogramms ernannt und wird Euratom beim GIF vertreten. Das Forum hat mehrere vorrangige Technologien bestimmt, die bis 2030 entwickelt und in Betrieb genommen werden sollen, darunter Höchsttemperaturreaktoren (Very High Temperature Reactors - VHTR), Gasgekühlte Schnelle Reaktoren (GFR - Gas-cooled Fast Reactors ) und Schnelle Natriumgekühlte Reaktoren (SNR).