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Ursprung von HIV entdeckt

Ein internationales Forscherteam hat den Ursprung des HIV-Virus, das AIDS auslöst, in einer Schimpansenpopulation in Kamerun entdeckt. Diese Entdeckung könnte die Forschung nach möglichen Impfstoffen beschleunigen, da nun untersucht werden kann, wie der Körper von Schimpansen ...

Ein internationales Forscherteam hat den Ursprung des HIV-Virus, das AIDS auslöst, in einer Schimpansenpopulation in Kamerun entdeckt. Diese Entdeckung könnte die Forschung nach möglichen Impfstoffen beschleunigen, da nun untersucht werden kann, wie der Körper von Schimpansen auf das Virus reagiert. Das Team, dessen Forscher aus Kamerun, Frankreich, dem VK und den USA stammen, hat bei 29 bis 35 Prozent der erwachsenen Schimpansen eine Variante des Affenimmundefizienzvirus (SIV - Simian Immunodeficiency Virus) nachgewiesen, wobei dieses Virus beim Schimpansen keinerlei Krankheitssymptome hervorruft. Dies könnte die Forschung einen wichtigen Schritt voranbringen und zu neuen Erkenntnissen führen. Die Virusarten SIV und HIV sind eng miteinander verwandt. Die Wissenschaftler analysierten SIV-spezifische Antikörper sowie Nukleinsäuren aus den Kotproben der Schimpansen. Das HIV-ähnliche Virus konnte bei bestimmten Schimpansengruppen entlang der Grenze zwischen Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo nachgewiesen werden. Nach über zehnjähriger Forschung nach den Ursprüngen des HIV-Virus haben die Wissenschaftler nun die entscheidende Entdeckung gemacht. Die Forscher nehmen an, dass das Virus bereits in den 1920er Jahren auf den Menschen übertragen worden sein könnte. Das Virus verbreitete sich schleichend und unerkannt, bis etwa 1930 eine erste Epidemie in Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo ausbrach. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Virus allerdings noch nicht erkannt, denn die Patienten starben an einer Reihe unterschiedlicher Krankheiten, wie es auch heute noch bei HIV/AIDS der Fall ist. Die Forscher konzentrierten sich bei ihren Untersuchungen auf die Südseite des Flusses Sanaga im Südosten Kameruns. Lediglich bei Schimpansen auf der südlichen Flussseite wurde das SIV-Virus nachgewiesen. "Wir sind nun wirklich auf das letzte Teil des Puzzles gestoßen", berichtete Paul Sharp, Professor für Genetik an der Universität Nottingham, der Zeitung "The Guardian". "Möglicherweise liegt hier der Ursprung von HIV. Wir haben im Südosten Kameruns Virusarten entdeckt, die dem HIV-Virus äußerst ähnlich sind. Es ist kaum vorstellbar, dass es irgendwo Virusarten gibt, die noch näher mit HIV verwandt sind." Das Forscherteam der Universität Nottingham isolierte Viruspartikel aus Kotproben von Schimpansen und verglich sie mit dem HIV-Virus. Da die Virustypen sehr ähnlich sind und der Mensch mit dem Schimpansen eng verwandt ist, versuchen die Forscher nun herauszufinden, warum HIV beim Menschen eine verheerende Wirkung hat, während SIV für Schimpansen scheinbar harmlos ist. Möglicherweise ist das SIV-Virus zunächst auf Jäger übertragen worden, die mit Schimpansenblut in Kontakt kamen. Forscher haben das SIV auch bei anderen Affenarten nachweisen können. Es ist jedoch umstritten, ob der Kontakt von Menschen zu diesen Affen ein weiterer Übertragungsweg sein könnte. Da sich Schimpansen häufig von kleinen Affen ernähren, bleibt die Theorie am wahrscheinlichsten, dass sich das HIV vom Schimpansen auf den Menschen übertragen hat. Bald sollen Informationskampagnen in Gebieten durchgeführt werden, in denen die Menschen regelmäßigen Kontakt mit Schimpansen haben, sodass eine unbeabsichtigte Ansteckung vermieden werden kann. Insbesondere Völker, bei denen der Verzehr von "Buschfleisch" üblich ist, sollen über die Risiken aufgeklärt werden. Langfristig soll die Entdeckung zur Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes gegen HIV führen. Falls die Forscher herausfinden, warum das SIV-Virus im Körper von Schimpansen keine schädliche Wirkung entfaltet, könnte dies zu einer Lösung im Kampf gegen HIV führen.

Länder

Republik Kongo, Kamerun, Frankreich, Vereinigte Staaten

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