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Besorgniserregender Rückgang von Zugvögeln

In ihrem jüngsten Bericht weisen die britische Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) und das europäische Sekretariat von BirdLife International in den Niederlanden auf den alarmierenden Rückgang von europäischen Vögeln hin. Laut Bericht sind Zugvögel, die den Winter...

In ihrem jüngsten Bericht weisen die britische Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) und das europäische Sekretariat von BirdLife International in den Niederlanden auf den alarmierenden Rückgang von europäischen Vögeln hin. Laut Bericht sind Zugvögel, die den Winter in Afrika verbringen, besonders betroffen. Der in der Fachzeitschrift "Biological Conservation" veröffentlichte Bericht weist darauf hin, dass 54 Prozent der 121 Arten von Langstreckenzugvögeln seit 1970 zurückgegangen oder sogar ausgestorben sind. Noch besorgniserregender ist, dass ein eindeutiger Grund für diesen Rückgang nicht bekannt ist. Der Bericht fordert dazu auf, Maßnahmen auf EU-Ebene zu ergreifen. "Die Konvention über wandernde Tierarten und die gesamteuropäische Strategie für biologische und landschaftliche Vielfalt sehen Maßnahmen zum Artenschutz vor, die diesem Rückgang entgegenwirken sollen. Das Ziel dieser Abkommen, die von den meisten europäischen Ländern unterzeichnet worden sind, besteht darin, wandernde Tierarten zu erhalten bzw. den Verlust an biologischer Vielfalt bis 2010 aufzuhalten. Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass außerhalb von Europa verstärkte Maßnahmen zum Artenschutz eingeleitet werden müssen, um diese Ziele zu erreichen", heißt es in dem Bericht. Dr. Paul Donald von der RSPB, einer der Verfasser des Berichts, erklärt: "Diese Zugvögel sind hoch entwickelt und einige Arten sind auf über einem Viertel der Landoberfläche der Erde verbreitet. Die Tatsache, dass solche Arten von einem derart starken Rückgang betroffen sind, zeigt uns, dass irgendwo etwas aus dem Ruder läuft, und das ist keine gute Nachricht für uns. Diese Vogelarten waren in Europa weit verbreitet, aber nun sind viele in einigen Regionen selten geworden oder sogar ausgestorben." Ein Sprecher der RSPB fügt hinzu: "Der Klimawandel, Dürre und Desertifikation in Afrika sowie der massive Einsatz von Pestiziden in der afrikanischen Landwirtschaft können allesamt Gründe für den Rückgang von Vogelarten sein, die im VK einst weit verbreitet waren, wie beispielsweise Grauschnäpper, Steinschmätzer, Waldlaubsänger und Turteltaube." In den vier Forschungsbereichen Klimawandel, Dürre und Landwirtschaft (insbesondere in der Sahelzone), Desertifikation sowie Schädlingsbekämpfung wird verstärkt nach den Gründen für den starken Rückgang der Vogelarten gesucht. Um mehr Daten über Zugvögel zu gewinnen, haben BirdLife und seine europäischen Partner die Kampagne "Spring Alive" ("Erlebter Frühling") ins Leben gerufen. Kinder werden dazu ermuntert, ihre Vogelbeobachtungen zu melden, das heißt, wann sie welche Vogelart zum ersten Mal im Jahr sehen. BirdLife möchte auf diese Weise genauere Karten erstellen können, auf denen ersichtlich ist, zu welchem Zeitpunkt und in welchen Gegenden in Europa die verschiedenen Vogelarten mit dem Frühlingserwachen auftreten.

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