Wissenschaftler entwickeln Bluttest für Brustkrebs
Ein Team internationaler Wissenschaftler aus Universitäten und Unternehmen in Großbritannien und den USA hat einen Bluttest zur Früherkennung von Brustkrebs entwickelt, der Tausende Leben retten könnte. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen in Europa. Der Europäischen Kommission zufolge handelt es sich bei 26,5 Prozent aller neuen Krebsfälle um Brustkrebs und 17,5 Prozent der Krebserkrankungen mit Todesfolge bei Frauen sind auf Brustkrebs zurückzuführen. Diese Zahlen steigen weiterhin, da sich das durchschnittliche Alter der weiblichen Bevölkerung erhöht. Die Ergebnisse des ersten Versuchs mit dem Bluttest, die im "Journal of Proteome Research" veröffentlicht wurden, ergaben eine Sensitivität und Spezifizität von circa 95 Prozent. An den Pilotstudien nahmen 250 Patienten und 95 Kontrollpersonen teil. "Unsere Pilotstudien zeigen, dass Brustkrebs und einige andere Arten epithelialer [Epithelzellen sind Zellen, die die inneren und äußeren Oberflächen des Körpers bedecken] Karzinome mit einer weitaus höheren Sensitivität und Spezifizität erkannt werden können, wenn Bluttests eingesetzt werden", erläuterte Professor Jasminka Godovac-Zimmermann vom University College London. "Dies ermöglicht die Entwicklung neuer, weniger unangenehmer, sichererer und weitaus kostengünstigerer Verfahren für die Frühdiagnose von Krebs, die Unterscheidung zwischen bösartigen und gutartigen Karzinomen und die Überwachung der Krebstherapie." Der Bluttest beinhaltet einen Multiphoton-Nachweis, der die Sensitivität für kanzeröse oder präkanzeröse Zellen um das 200- bis 1.000fache erhöht. In dem Bericht von Professor Godovac-Zimmermann heißt es: "Dies ermöglichte die Messung von Krebs-Biomarkern mit sehr niedrigen Konzentrationen im Blut, die mit herkömmlichen Immunoassays nicht bei den gesamten Patientenkollektiven gemessen werden konnten." Die Erkennung von Krebs in einem frühen Stadium, wenn die Person noch keine Krankheitsanzeichen spürt, könnte viele Leben retten. Zurzeit sind für eine Diagnose drei Untersuchungen erforderlich: Brustuntersuchung, bildgebendes Verfahren durch Mammographie und Ultraschall und schließlich die Biopsie. Diese Untersuchungen sind zeitintensiv und zudem bei jungen Frauen nicht so wirksam, da bei ihnen die Mammographie weniger sensitiv ist.
Länder
Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten