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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Deutschland startet neues Genetik-Projekt

Das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat ein neues Forschungsprojekt ins Leben gerufen, mit dem das Verständnis davon, welche Rolle die Gene bei verschiedenen Krankheiten spielen, verbessert werden soll. Der von Forschern des GSF - Forschungszentru...

Das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat ein neues Forschungsprojekt ins Leben gerufen, mit dem das Verständnis davon, welche Rolle die Gene bei verschiedenen Krankheiten spielen, verbessert werden soll. Der von Forschern des GSF - Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit in der Helmholtz-Gemeinschaft - koordinierten Initiative stehen Mittel in Höhe von 2,6 Millionen Euro zur Verfügung. Das Projekt soll in enger Zusammenarbeit mit dem europäischen Programm zur Mutagenese des Mausgenoms EUCOMM (European Conditional Mouse Mutagenis Programme) durchgeführt werden. Zahlreiche Gendefekte wurden mit Leiden wie Brustkrebs, Prostatakrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Immunerkrankungen (Allergien, Neurodermitis), rheumatische Erkrankungen und sogenannte umweltbedingte Erkrankungen wie Morbus Crohn in Zusammenhang gebracht. Jedoch sind weitere Forschungen notwendig, um die Rolle dieser Gene bei Krankheiten zu bestimmen. Da Mäuse 99% ihres Genmaterials mit dem der Menschen teilen, sind sie ein idealer Organismus für das Studium genetisch bedingter Krankheiten beim Menschen. Das Projekt hat 32 Gene ausgewählt, die mit diesen Krankheiten in Verbindung gebracht werden. Diese Gene werden in Mausmodellen mutiert, um die Folgen des Gendefekts zu untersuchen. "Durch Mutationen können Gene ausgeschaltet, aber auch überaktiviert werden, sodass sowohl der Ausfall als auch die Überproduktion des Genprodukts untersucht werden können", erklärt Martin Hrabé de Angelis. Projektkoordinator und Direktor des GSF-Instituts für Experimentelle Genetik (IEG). Die Mausmodelle werden dann den klinischen Forschergruppen des Nationalen Genomforschungsnetzes Deutschland (NFGN), die die entsprechenden Gene identifizieren werden, für weitere Untersuchungen zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig dient die Deutsche Mausklinik (German Mouse Clinic, GMC), die ebenfalls von Hrabé de Angelis geleitet wird, als zentrales Informationszentrum für alle Mausmodelle. Hier werden die Mäuse krankheitsübergreifend untersucht und charakterisiert - ein Rundum-Check, bei dem insgesamt über 240 verschiedene Parameter erfasst werden, vom äußeren Erscheinungsbild über den Stoffwechsel bis zum Verhalten. "Dieses Gesamtkonzept macht den Mehrwert des Projektes aus", betont Hrabé de Angelis. "Durch Einbindung der Mausklinik wird sichergestellt, dass möglichst alle Auswirkungen der Genveränderung erfasst werden." Nach einer gewissen Vorlaufzeit werden die Daten der Mäuse auch in das Europäische Maus-Mutanten-Archiv (EMMA) eingespeist und sind damit für alle interessierten Wissenschaftler frei verfügbar.

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