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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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EU-Projekt CLEVER war ein Star der europäischen Forschungsausstellung

Der Transportbedarf in Städten steigt zunehmend und mit ihm auch die Stauhäufigkeit, die Umweltverschmutzung und der Lärmpegel. Ein sehr kleines, dreirädriges Mini-Auto, das mit Erdgas betrieben wird, könnte hier Abhilfe schaffen und uns vor dem alltäglichen Verkehrsinfarkt be...

Der Transportbedarf in Städten steigt zunehmend und mit ihm auch die Stauhäufigkeit, die Umweltverschmutzung und der Lärmpegel. Ein sehr kleines, dreirädriges Mini-Auto, das mit Erdgas betrieben wird, könnte hier Abhilfe schaffen und uns vor dem alltäglichen Verkehrsinfarkt bewahren. Das Fahrzeug CLEVER (Compact Low Emission Vehicle for Urban Transport - kompaktes Fahrzeug mit geringem Emissionsausstoß für den Stadtverkehr) wurde auf der europäischen Ausstellung zu Forschung und Innovation vom 7. bis 9. Juni in Paris vorgeführt. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um ein dreirädriges, neigbares Mini-Auto mit einer Breite von lediglich einem Meter, Platz für zwei Personen und einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Der CLEVER ist das Ergebnis eines mit 2,2 Millionen Euro geförderten EU-Forschungsprojekts und soll den Smart als zeitgemäßes und umweltfreundlicheres Fortbewegungsmittel im Stadtbereich übertreffen. Der Motor, der mit komprimiertem Erdgas betrieben wird, wurde vom französischen Erdölinstitut (IFP), einem der Projektpartner, konzipiert und gebaut. "Der CLEVER stellt einen großen Fortschritt in der Fahrzeugentwicklung dar, da der 15 Hpa-Erdgasmotor mit seinem speziellen 213 ccm-Einzelzylinder auf 100 Kilometern nur etwa 1,51 Liter verbraucht, d. h. ein Fünftel dessen, was die meisten Autos benötigen", so Projektkoordinator Richard Tilgone vom IFP gegenüber CORDIS-Nachrichten. "Wir hoffen, dass sich das Fahrzeug aufgrund des kostengünstigen Betriebs, der leiseren Fahrgeräusche und der geringeren Umweltbelastung sowohl bei Umweltschützern als auch in der breiten Öffentlichkeit durchsetzen wird", fügte er hinzu. Der CLEVER beschleunigt in sieben Sekunden von 0 auf 60 km/h, stößt weniger als 60 g CO2-Emissionen pro Kilometer aus und kommt damit den langfristigen Emissionszielen der EU entgegen. Darüber hinaus ist das Fahrzeug mit zwei speziell konzipierten Gaszylindern ausgestattet, die ausgewechselt und extern befüllt werden können. Dies ist von Bedeutung, da die Infrastruktur der CNG-Tankstellen in Europa derzeit noch unzureichend entwickelt ist. Eine weitere Projektinnovation ist das Neigesystem des Fahrzeugs. Aufgrund der schmalen Spurbreite des CLEVER wurde ein Kippfahrgestell konzipiert, um bei hoher Geschwindigkeit die Kurvenstabilität des Fahrzeugs zu gewährleisten. Ein ausgeklügeltes Hydrauliksystem ermöglicht auf der Grundlage von Steuerungs- und anderen Fahrzeugdaten die Neigung des Fahrzeugs zur Kurvenmitte hin. Aufgrund dieser einzigartigen Neigeeigenschaften mussten neue Reifen mit speziellem Fahrverhalten entworfen werden, die sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit und ein besonderes Regenprofil auszeichnen. Außerdem ist das Fahrzeug mit einem Zweikammer-Fahrerairbag und einem speziellen Sicherheitsgurtsystem ausgestattet. Seine vollständig mit Kunststoff beplankte Aluminium-Rahmenstruktur schützt die Fahrgäste in der Fahrgastzelle vor schlechtem Wetter und ist stabil genug, um leichten bis mittelschweren Unfällen standzuhalten. Das Fahrzeug wurde im Rahmen des neuen europäischen Fahrzeugbewertungsprogramms EuroNCAP (European New Car Assessment Programme) mit drei Sternen bewertet. Das Mini-Auto erfreute sich bei den Besuchern der Ausstellung großer Beliebtheit. Die Projektpartner mussten sie jedoch vertrösten: Das Fahrzeug wird voraussichtlich erst in einigen Jahren auf den Markt kommen.

Länder

Frankreich