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Ausschaltung bestimmter Gene birgt Hoffnung für Leukämiekranke

Zwei genetisch gesteuerte Regulierungsmechanismen, von denen man bislang angenommen hatte, sie würden unabhängig voneinander arbeiten, sind in Wirklichkeit so eng miteinander verknüpft, dass sie ohne einander nicht funktionieren. Dies ist das Ergebnis einer neuen von einem eur...

Zwei genetisch gesteuerte Regulierungsmechanismen, von denen man bislang angenommen hatte, sie würden unabhängig voneinander arbeiten, sind in Wirklichkeit so eng miteinander verknüpft, dass sie ohne einander nicht funktionieren. Dies ist das Ergebnis einer neuen von einem europäischen Forscherteam durchgeführten Studie. Die Studie, an der Forscher aus Belgien, Dänemark, Italien, Österreich und Spanien beteiligt waren, wurde in der Fachzeitschrift Cancer Cell veröffentlicht. Unsere Zellen verfügen über zwei wichtige Mechanismen zur Ausschaltung von Genen, deren Funktion nicht länger benötigt wird: die DNA-Methylierung und der Polycomb-Proteinkomplex. Die Aktivierung und Deaktivierung von Genen zur richtigen Zeit ist außerordentlich wichtig, damit eine normale Entwicklung stattfinden kann, und wenn der "Ausschalt"-Mechanismus fehlerhaft ist, kann das zu unkontrollierter Zellvermehrung und der Entwicklung kanzeröser Tumore führen. Lange Zeit war man davon ausgegangen, dass der DNA-Methylierungsmechanismus und Polycomb-Proteinkomplex unabhängig voneinander ablaufen. Nun konnte ein Team aus Forschern unter Leitung von Luciano Di Croce vom Zentrum für genomische Regulation in Barcelona, Spanien, zeigen, dass diese beiden Mechanismen der Genausschaltung bei Patienten, die an akuter Leukämie leiden, eng miteinander verknüpft sind. Außerdem verstärkt der eine Mechanismus die Wirkung des anderen, und was ganz wichtig ist, sie können ohne einander nicht funktionieren. Das bedeutet konkret: Wenn die Wirkungsweise einer der beiden Mechanismen durch Medikamente behindert wird, ist der andere ebenso davon betroffen. Den Forschern zufolge eröffnen ihre Erkenntnisse neue Wege für die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Leukämie. Die Forscher wollen nun Wirkstoffe identifizieren, die beide Mechanismen gleichzeitig blockieren, ohne in andere Zellprozesse einzugreifen.

Länder

Österreich, Belgien, Dänemark, Spanien, Italien