Naama Barkai erhält FEBS/EMBO-Preis für Frauen in der Wissenschaft
Die israelische Systembiologin Naama Barkai ist die erste Gewinnerin des FEBS/EMBO-Preises für Frauen in der Wissenschaft, der 2007 vom Verbund europäischer Biochemiegesellschaften (Federation of European Biochemical Societies) und von der Europäischen Organisation für Molekularbiologie (European Molecular Biology Organisation) ins Leben gerufen wurde. Der jährlich vergebene Preis würdigt die herausragenden Leistungen von Forscherinnen in den Biowissenschaften der vorangegangenen fünf Jahre, deren Arbeit künftige Generationen von Frauen in der Wissenschaft inspirieren wird. Professorin Barkai vom Weizmann-Institut für Wissenschaften in Rehovot, Israel, erhielt den Preis für ihre herausragenden Beiträge im Bereich der Systembiologie sowie bei der mathematischen Modellbildung biologischer Systeme. In einer Erklärung würdigen EMBO und FEBS sie für ihre "Originalität und ihre kreative Forschung, die nicht nur die Systembiologie revolutioniert, sondern auch die Art und Weise wesentlich verändert hat, wie Wissenschaftler über komplexe biologische Abläufe nachdenken." Mit dem Preis, der am 2. Juli in Athen, Griechenland, während der 33. FEBS-Konferenz und der 11. Konferenz der Internationalen Vereinigung für Biochemie und Molekularbiologie (IUBMB) überreicht wird, erhält Professorin Barkai ein Preisgeld von 10.000 Euro. Auf der Veranstaltung wird sie auch einen speziellen Vortrag halten. "Ich bin geehrt, dass FEBS und EMBO meine Arbeit würdigen", sagte Professorin Barkai. "Frauen sind in den Wissenschaften unterrepräsentiert und dieser Preis hilft, das Bewusstsein für die Möglichkeiten für Wissenschaftlerinnen zur Fortführung ihrer Forscherinnenlaufbahnen zu erhöhen." Naama Barkai hat im Fach Physik an der Hebräischen Universität über Forschung zu statistischen Mechanismen des Lernens promoviert. Daraufhin verbrachte sie eine gewisse Zeit in den USA, an den Universitäten von Harvard und Princeton, wo sie zur theoretischen Analyse biochemischer Netzwerke arbeitete. Am Weizmann-Institut für Wissenschaften arbeitet sie in der Abteilung für Molekulargenetik und für Physik komplexer Systeme. Hier ermittelt sie mithilfe mathematischer Modelle und computergestützter Werkzeuge die Prinzipien, die Struktur und Funktion biologischer Netzwerke steuern. Theoretische Ergebnisse werden von Laborexperimenten untermauert. "Unser Ziel hier ist es, die biologischen Grenzen eines bestimmten Systems und die Auswirkungen dieser Grenzen auf den strukturellen Aufbau des Netzwerks zu verstehen", heißt es auf der Website von Professorin Barkai. Anhand der Fruchtfliege als Modell untersucht ihr Team die Fähigkeit der Netzwerke, die die Entwicklung steuern, mit Veränderungen der Gendosierung und der Umweltbedingungen wie Temperatur und Verfügbarkeit von Nahrung umzugehen. Ein weiteres Interessengebiet ist die Organisation der zellulären Transkriptionsprogramme. Neue Technologien ermöglichen es den Wissenschaftlern, die Aktivitätswerte aller Gene gleichzeitig zu messen. Eine der größten Herausforderungen in diesem Gebiet ist es, einen Weg zu finden, die zugrunde liegenden genetischen Netzwerke auf der Basis der gemessenen genetischen Expressionsdaten zu verstehen. Im Laufe ihrer Karriere hat Professorin Barkai eine Reihe von Auszeichnungen und Preisen für Ihre Arbeit erhalten, dazu gehören der Helen-und-Martin-Kimmel-Preis für innovative Forschung in 2007, der Teva-Preis für Systembiologieforschung in 2005 und der Morris-L.-Levinson-Biologiepreis des Weizmann-Instituts für Wissenschaften sowie der Michael-Bruno-Gedenkpreis in 2004. Von 2001 bis 2004 war sie ein "EMBO Young Investigator", 2007 wurde sie dann zum EMBO-Mitglied gewählt. "Naamas Arbeit ist immer inspirierend", erklärte ihr Kollege am Weizmann-Institut, Professor Uri Alon. "Meiner Meinung nach hat sie einige der grundlegendsten Probleme in der Systembiologie identifiziert und elegante und starke Antworten vorgeschlagen." Nominierungen für den "FEBS/EMBO Women in Science Award" für 2009 sind jetzt möglich. Nominiert werden können in Europa arbeitende Wissenschaftlerinnen, die unser Verständnis eines bestimmten Bereiches der Biowissenschaften, einschließlich landwirtschaftlicher und biomedizinischer Forschung, maßgeblich erweitert haben. Die Eingänge werden von einer achtköpfigen Jury führender Wissenschaftler auf der Grundlage von wissenschaftlicher Exzellenz sowie von Leitungs- und Mentorenfähigkeiten bewertet. Die Nominierungsfrist läuft bis zum 15. August 2008.
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Israel