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Evaluierung der Europäischen Technologieplattformen abgeschlossen

EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik begrüßte die Ergebnisse einer aktuellen Bewertung der 34 Europäischen Technologieplattformen (ETP). Auf einem Treffen von Wirtschaftsführern Europäischer Technologieplattformen am 30. September lobte Kommissar Potocnik...

EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik begrüßte die Ergebnisse einer aktuellen Bewertung der 34 Europäischen Technologieplattformen (ETP). Auf einem Treffen von Wirtschaftsführern Europäischer Technologieplattformen am 30. September lobte Kommissar Potocnik die ETP als "einzigartig und herausragend" und begrüßte die Ergebnisse des Gutachtens als überwältigend positiv. Europäische Technologieplattformen wurden im Jahr 2002 mit dem Ziel eingeführt, Grundlagenforschung und Industrie zusammenzuführen, um "einen langfristigen strategischen Plan für Forschung und Entwicklung spezifischer Technologien mit maßgeblichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen" zu erarbeiten. Inzwischen decken sie 34 unterschiedliche Forschungsbereiche ab, unter anderem Straßenverkehr, Weltraumtechnologie, Windenergie, Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, Nanotechnologien für medizinische Anwendungen, Robotik sowie Wasserversorgungs- und Abwassertechnologie, um nur einige zu nennen. Kommissar Potocnik bemerkte: "Niemand kann die Tatsache bestreiten, dass Europäische Technologieplattformen insgesamt einen wesentlichen Beitrag zur Überwindung der Fragmentierung geleistet haben, indem sie Forschungsanstrengungen bündeln und zur Realisierung des Europäischen Forschungsraums beitragen. [...] Es ist außerdem klar, dass ETP zu mehr, und besseren Investitionen in Forschung und Entwicklung beigetragen haben." Die Bewertung wurde im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt. Ihre Hauptziele bestanden darin, Arbeitsweise, Konzeptentwicklung und Ziele der ETP zu erfassen, ihre Leistungen, Ergebnisse und Auswirkungen aufzuzählen und zu analysieren, Erfolge, Hindernisse und vorbildliche Verfahren (best practices) zu bestimmen sowie Empfehlungen für die Zukunft zu formulieren. Der Bericht enthält 18 gezielte Empfehlungen für politische Entscheidungsträger und ETP sowie 12 Schlussfolgerungen. Es wird empfohlen, dass politische Entscheidungsträger auf europäischer und nationaler Ebene "klar und eindeutig die ETP weiter unterstützen" und sie auf politischer Ebene stärker fördern. Hinsichtlich der Kommunikation wird in dem Gutachten festgestellt, dass in den letzten drei Jahren Verbesserungen erreicht worden seien, die Interaktivität jedoch noch verbessert werden könne. Es empfiehlt, dass ETP-Websites "optimiert und professionalisiert werden müssen". Websites wurden als Schlüssel angesehen, um Zeit zu sparen und die Koordination zwischen Plattformmitgliedern zu stärken; sie sollten interaktiver gestaltet werden, um eine größere Beteiligung der Interessengruppen anzuregen. Darüber hinaus stellten die Autoren des Berichts fest, dass es während der Evaluierung schwierig gewesen sei, eine ETP über die ernannte Kontaktperson zu erreichen. Fragmentierung zwischen ETP müsse vonseiten der politischen Entscheidungsträger angegangen werden, heißt es in dem Bericht weiter, und Möglichkeiten für eine "erweiterte Zusammenarbeit zwischen ETP durch, beispielsweise, die Schaffung gemeinsamer Arbeitsgruppen" solle untersucht werden. Hervorgehoben wird in dem Dokument, dass Koordination und Zusammenarbeit zwischen ETP intensiviert werden müsse, "um ihre Budgets, Ressourcen, Mehrwerte und Einflüsse zu vergrößern, um Doppelarbeit und Ineffizienz zu vermeiden" und um gemeinsame Ansätze für gesellschaftliche Belange zu finden. Zurzeit werden Projektvorschläge von kooperierenden ETP selten angenommen; diesem Mangel muss entgegnet werden. ETP werden aufgefordert, sich besonders mit der Beteiligung von NRO (Nichtregierungsorganisationen) und Verbrauchern zu befassen: "Es bleibt eine Herausforderung, der Gesellschaft zu erklären, warum große Investitionen in FuE benötigt werden und worin die möglichen Vorteile bestehen könnten", so der Bericht. ETP werden außerdem gewarnt, sich der negativen Folgen bewusst zu sein, sollten sie sich zu einer Art "Club" entwickeln, da die Gefahr bestehe, dass Mitglieder versuchen könnten, die ETP zu nutzen, um unangemessene Finanzierungen für ihre Firmen zu schaffen. "Offenheit, Transparenz und klare Regeln für Mitgliedschaft, Teilnahme und Lenkung sind unabdingbar." In dem Bericht wird empfohlen, dass die Europäische Kommission die Möglichkeiten für ETP, sich über die EU hinaus zu erweitern, kläre, da einige von ihnen eine solche internationale Zusammenarbeit als wesentlich für einen stärkeren Wettbewerb mit anderen Weltmächten sähen. ETP werden ermutigt, direkte Beziehungen mit asiatischen und amerikanischen Forschungsprogrammen aufzubauen, "um Ideen und Interessen auszutauschen und nach Synergien zu suchen". Es sei darüber hinaus wichtig, dass politische Entscheidungsträger ETP befragen und auffordern, zu der politischen Vorbereitung "beizutragen und ihre Meinung zu äußern", um über "Technologie" hinaus zu gehen. Den Plattformen selber wird in der Bewertung empfohlen, über wissenschaftliche und technologische Herausforderungen hinaus zu gehen und ihren Schwerpunkt auf "Regulierungen und Standards zu verlagern, die die Kommerzialisierung von Forschung betreffen". ETP sollten dem Bericht zufolge auch "Vermittler, Kommunikatoren und Förderer für neue und überarbeitete Ausbildungsprogramme sein". Mehr Aufmerksamkeit sollten die ETP dem Fundraising sowie der Finanzsteuerung widmen; die Verbreitung von Finanzierungsmöglichkeiten an Interessengruppen müsse verbessert werden. Darüber hinaus werden ETP ermutigt, ihre finanziellen Ressourcen aufzustocken, indem ein Beitragssystem für die Mitglieder eingeführt wird. Die Hauptschlussfolgerungen der Bewertung besagten, dass alle ETP-Interessengruppen im Großen und Ganzen einigermaßen zufrieden waren (3,5 von 5 Punkten). Allgemein würden ETP als tatsächlich offen und transparent angesehen. Sie würden sehr erfolgreich eine breite Spanne von EU-Interessengruppen in ihre Aktivitäten einbeziehen und vertreten, NRO und Verbraucher verlangten allerdings mehr Repräsentation und die Beteiligung von KMU müsse näher betrachtet werden (eine erfolgreiche Involvierung von KMU wird oftmals durch ihre limitierten Ressourcen behindert). Alle Interessengruppen würden die strategische Arbeit der ETP hoch einschätzen, internationale Zusammenarbeit würde durch verschiedene Faktoren weiterhin behindert und ETP seien einigermaßen zufrieden mit dem Einfluss, den sie auf die Festlegung der RP7-Themen hatten. Bei der Tagung der ETP-Mitglieder hob Kommissar Potocnik hervor, dass den "ETP eine große Bedeutung zukomme, als starkes Zeichen für das Engagement der Kommission, der Industrie eine führende Rolle bei Weiterentwicklung der Ausrichtung von Forschung zu geben, und für die Auslotung verschiedener Formen öffentlich-privater Partnerschaften. Ein Engagement, das jetzt Früchte in Form von Gemeinsamen Technologieinitiativen (Joint Technology Initiatives, JTI), des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie (EIT) sowie anderer Initiativen der Industrie trägt." Er forderte die ETP-Vertreter auf, darüber nachzudenken, wie die Ergebnisse der Bewertung bei der Weiterentwicklung der Plattformen helfen könnten. "Ich bin immer offen für gute Ideen, besonders für solche, die aufzeigen, wie ETP die Realisierung des EFR unterstützen oder wie Maßnahmen auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene besser integriert und koordiniert werden könnten, um bei der Umsetzung der strategischen Forschungsagenden zu helfen", erklärte er. Zum Abschluss sagte Kommissar Potocnik: "Über 90% der fast 950 Reaktionen auf die Bewertungsumfrage unserer Mitglieder und Interessengruppen würden aufgrund der bisherigen Erfahrungen der ETP-Involvierung gerne ihre Mitgliedschaft erneuern. Kann es eine bessere Bestätigung für unsere harte Arbeit geben?"

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