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Forscher rücken eisbedeckten Bergen in der Antarktis auf die Pelle

Ein internationales interdisziplinäres Forschungsprojekt zu den Geheimnissen hinter einem großen unerforschten Gebiet im antarktischen Kontinent hat seine Arbeit aufgenommen. Als Teil des Internationalen Polarjahres (IPY) 2007-2009 wird das Projekt "Antarctica's Gamburtsev Pro...

Ein internationales interdisziplinäres Forschungsprojekt zu den Geheimnissen hinter einem großen unerforschten Gebiet im antarktischen Kontinent hat seine Arbeit aufgenommen. Als Teil des Internationalen Polarjahres (IPY) 2007-2009 wird das Projekt "Antarctica's Gamburtsev Province" (AGAP) nach dem ältesten Eis der Erde suchen, subglaziale Seen untersuchen und das Gamburzew-Gebirge erforschen. Diese und andere Aktivitäten werden dem Forschungsteam dabei helfen festzustellen, welche Veränderungen in der Vergangenheit stattfanden, was in der Gegenwart vor sich geht und wie die Region in Zukunft aussehen wird. Zum Team gehören Forscher, Ingenieure, Piloten und Assistenten aus Australien, China, Deutschland, Japan, dem Vereinigten Königreich sowie aus der USA. Das Projekt gilt als eines der technisch und wissenschaftlich ehrgeizigsten und körperlich anspruchsvollsten Projekte in der Antarktis bis heute, sagen die Forscher in einer Erklärung. AGAP wird von den nationalen Antarktisorganisationen der sechs beteiligten Länder finanziert. "Dies ist ein genauso aufregendes wie auch anspruchsvolles Projekt. Es ist ein wenig wie die Vorbereitung für eine Reise zum Mars", hob Dr. Fausto Ferraccioli vom British Antarctic Survey (BAS), einem der beteiligten Institute, hervor. "Durch das IPY arbeiten Wissenschaftler aus sechs Ländern zusammen, um das Undenkbare zu tun, um das tiefe Innere der östlichen Antarktis zu erforschen - einen der letzten weißen Flecken auf unserem Planeten", erklärte er. "Für zweieinhalb Monate wird unser internationales Team Ressourcen und Sachverstand bündeln, um unter dem Eisschild begrabene Berge mit den Ausmaßen der Alpen zu untersuchen, für die es derzeit keine vernünftige geologische Erklärung gibt." Das Team ist außerdem auf der Suche nach Eis, das über 1,2 Millionen Jahre alt ist, sagt Dr. Ferraccioli. "Eingeschlossen in diesem urzeitlichen Eis sind detaillierte Informationen vergangener Klimaveränderungen, die dabei helfen werden, bessere Voraussagen für unsere Zukunft zu treffen." Kein Mensch hat das Gamburzew-Gebirge jemals wirklich gesehen. Es erstreckt sich über 1.200 Kilometer und steigt mehr als 3.000 Meter an, ist aber von 600 Metern dickem Eis bedeckt. Um dieses Rätsel zu lösen, werden chinesische, japanische und US-amerikanische Forscher mithilfe der Seismologie die tiefere Struktur unter den Bergen untersuchen und eine vierdimensionale Geschichte ihrer Evolution erstellen. Unter Wissenschaftlern herrscht die verbreitete Meinung, dass die Berge unter dem Eis der Entstehungsort des enormen Ostantarktischen Eisschilds sind, sagt das Projektteam. Die Arbeit im Rahmen dieses Projekts wird Einblicke zur Frage nach der Gebirgsbildung liefern und den Wissenschaftlern den idealsten Standort für künftige Eisbohrungen offenbaren, heißt es in der Erklärung. Gleichzeitig wird mithilfe der Ausrüstung, die in diesem Projekt eingesetzt wird, eine dreidimensionale Ansicht der verborgenen Region entwickelt. Gemeinsam mit der deutschen Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF) wird BAS ein Flugzeug nutzen, das über einen die Eisschicht durchdringenden Radar, Magnetsensoren und Gravimeter verfügt. "Das Eis und die Felsen der Antarktis bergen eine verblüffende Geschichte von unserem Planeten", bemerkt BAS-Chef Professor Nicholas Owens. "Erst jetzt verfügen wir über die Technologie, um mit der Enthüllung der Geheimnisse dieses einzigartigen natürlichen Labors zu beginnen. Das ist wirklich große Wissenschaft und die kann nur durch die Zusammenarbeit mit Partnern anderer nationaler Antarktisprogramme durchgeführt werden", sagte er.

Länder

Australien, China, Deutschland, Japan, Vereinigte Staaten

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