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Europäische Forscher räumen im Weltraum auf

Europäische Forscher haben ein neues Weltraumüberwachungssystem entwickelt, um der wachsenden Mengen an Weltraummüll im Orbit Herr zu werden. Diese Trümmer stellen eine ernsthafte Bedrohung für alle Satelliten und andere Raumfahrzeuge dar, die bei einem Zusammenstoß beschädi...

Europäische Forscher haben ein neues Weltraumüberwachungssystem entwickelt, um der wachsenden Mengen an Weltraummüll im Orbit Herr zu werden. Diese Trümmer stellen eine ernsthafte Bedrohung für alle Satelliten und andere Raumfahrzeuge dar, die bei einem Zusammenstoß beschädigt oder sogar zerstört werden könnten. Als Teil des Programms "Space Situational Awareness" (SSA) der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) spielen Wissenschaftler von der Fraunhofer-Gesellschaft in Deutschland eine wichtige Rolle in diesem Projekt, indem sie den Empfänger für einen Teil des Radarsystems liefern. Das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR in Wachtberg entwickelt den Demonstrator in Zusammenarbeit mit dem spanischen Unternehmen Indra Espacio, von dem das Sendearray stammen wird. Man kann sich den Orbit der Erde wie eine überlastete Autobahn vorstellen, auf der ein endloser Strom von Satelliten die Erde umkreist. Wie auf einer "echten" Straße kommt dieser Verkehrsfluss immer wieder ins Stocken. Im All begegnet man aber eher vagabundierende Asteroiden oder Kometen als in einen Stau zu geraten. Hinzu kommen in dieser Region Weltraumtrümmer von menschlichen Aktivitäten wie ausgebrannte Raketenstufen und Bruchstücke von explodierten Raumfahrtobjekten - manche Experten gehen sogar so weit, die Menge dieser Objekte als regelrechten schwebenden Schrottplatz zu bezeichnen. Man schätzt, dass sich derzeit etwa 20.000 Objekte mit einer Mindestgröße von 10 Zentimetern in der Erdumlaufbahn befinden, davon 15.000 im erdnahen Orbit in einer Höhe von 200 bis 2.000 Kilometern. Und sie bewegen sich keineswegs im Schneckentempo: Mit Geschwindigkeiten von bis zu 28.000 Kilometern pro Stunde können selbst kleinste Partikel mit einem Durchmesser von einem Zentimeter oder weniger schwerwiegende Schäden verursachen oder sogar ganze Satelliten zerstören, die unglücklicher Weise in ihre Bahn geraten. Im Februar 2009 kollidierte ein ausgedienter Satellit zum Beispiel mit einem Iridium-Kommunikationssatelliten. Auch die Internationale Raumstation (ISS) ist betroffen und muss jährlich vier bis fünf Ausweichmanöver durchführen. Vor diesem Hintergrund entschied sich die ESA, das Problem mit dem SSA-Programm direkt anzugehen. Es wurde im Jahr 2009 gestartet und soll bis Ende 2011 laufen. Mithilfe einer elektronisch schwenkbaren Antenne, die sich trägheitslos und schnell schwenken lässt, kann das Überwachungssystem sehr viele Objekte gleichzeitig beobachten und ihre Position mit höchster Genauigkeit und Empfindlichkeit aufspüren. Für einen optimalen Nutzen, so die Zielvorgabe, soll es jeden Tag zwischen 15.000 bis 20.000 Objekte für mindestens 10 Sekunden lang auf dem Radar haben. "Unser Empfangssystem - mit einer Phased-Array-Antenne als Sensor - kann die von Satelliten und Weltraumtrümmern reflektierten Radarstrahlen aus bis zu acht Himmelsrichtungen zeitgleich empfangen", sagt FHR-Abteilungsleiter Dr. Andreas Brenner. Das endgültige Überwachungsradar wird auch Objekte im geostationären Orbit in einer Höhe von rund 36.000 Kilometern über der Erde erspähen können, seine Stärke wird es jedoch im erdnahen Orbit in einer Höhe zwischen 200 und 2.000 Kilometern ausspielen, wo es selbst zentimetergroße Teilchen aufspüren werden kann. Die von diesem System gesammelten Daten dürften für zahlreiche Nutzer von Interesse sein, darunter nicht nur europäische Regierungen und Weltraumorganisationen, sondern auch Satellitenbetreiber, Versicherungsgesellschaften, Energieversorger und Telekommunikationsunternehmen.Weitere Informationen unter: Fraunhofer-Gesellschaft: http://www.fraunhofer.de

Länder

Deutschland, Spanien

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