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EU-Projekt entwickelt Tool für den Kampf gegen Asthma und Lungenerkrankungen

Forscher und Experten aus der europäischen Industrie haben ihre Kräfte gebündelt und wollen ein innovatives Instrument entwickeln, mit dem sich das Wohlbefinden von Patienten mit Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) verbessern lässt. Das auf fünf Jahre aus...

Forscher und Experten aus der europäischen Industrie haben ihre Kräfte gebündelt und wollen ein innovatives Instrument entwickeln, mit dem sich das Wohlbefinden von Patienten mit Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) verbessern lässt. Das auf fünf Jahre ausgelegte Projekt AIRPROM ("Airway disease predicting outcomes through patient specific computational modelling") begann Anfang 2011 mit seiner Arbeit und wird mit 11,7 Mio. EUR aus dem Themenbereich "Informations- und Kommunikationstechnologien" (IKT) des Siebten Rahmenprogramms (RP7) der EU gefördert. Atemwegserkrankungen verursachen in der EU jedes Jahr Kosten in Höhe von 56 Mrd. EUR; Asthma ist weltweit für 239.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich und bei COPD geht man davon aus, dass die Krankheit bis 2030 die dritthäufigste Todesursache weltweit sein wird. Derzeitige Behandlungsmethoden sind nicht nur mangelhaft, es ist auch schwer vorherzusagen, wie sich die Krankheit entwickelt und wie Patienten auf aktuelle und zukünftige Therapien reagieren werden. Die AIRPROM-Projektpartner werden computerbasierte und physische Modelle des körpereigenen Atemwegssystems entwickeln. Damit sollen Forscher und Ärzte besser bestimmen können, wie sich Behandlungen auf Patienten auswirken werden. Mehr als 300 Millionen Menschen mit Asthma und COPD weltweit leiden an beschädigten, entzündeten oder gestörten Atemwegen, wodurch ihre Atembeschwerden noch weiter verschlimmert werden. Die derzeit erhältlichen Behandlungen können den Patienten helfen, die Methoden sind aber nicht auf den Einzelnen extra abgestimmt. Und ohne spezifische Behandlungsmethoden erhalten sie vielleicht nicht die für sie wirksamste Behandlung. Zwar wurde in den letzten Jahren viel zu neuartigen und gezielten Behandlungsansätzen geforscht, aber es muss noch mehr getan werden. Und hier betritt das AIRPROM-Konsortium die Bühne. Die Partner werden ein Computermodell der Atemwegszellen und ein physisches Modell der Atemwege entwickeln, um beurteilen zu können, wie Luft durch die Lungen strömt und warum dieser Vorgang bei Asthma und COPD-Patienten gestört ist. Zusammen mit vorhandenen Daten aus CT-Scans (Computertomografie) und Messungen der Lungenkapazität werden diese innovativen Modelle den Experten helfen, neue Behandlungen zu testen, die sich zu spezifischen Therapien für Patienten entwickeln lassen könnten. Mithilfe dieser Informationen wird eine umfangreiche Datenbank geschaffen, die die Besonderheiten verschiedener Signalwege mit einer bestimmten Behandlung in der Zukunft verknüpft, so die Forscher. "Aktuelle Therapien gegen COPD und Asthma folgen dem Prinzip 'Einheitsgröße'", erklärt Professor Chris Brightling, Senior Research Fellow an der Universität Leicester im Vereinigten Königreich, die das AIRPROM-Projekt koordiniert. "Daher entgeht Menschen mit diesen Atemwegserkrankungen die richtige Behandlung, die ihnen beim Umgang mit ihren Leiden hilft. Diese patientenspezifischen Modelle werden uns helfen, die Krankheit und ihren Verlauf zu überwachen, um so die aktuellen Behandlungsmethoden sehr viel spezifischer und gezielter zu machen und COPD- und Asthmapatienten zu helfen", fügt er hinzu. "Zusammen mit neuesten Fortschritten in der computergestützten Modellierung, der Bildverarbeitung und der klinischen Forschung können wir erstmals neue Therapien zur Behandlung von Asthma und COPD bewerten und sie den richtigen Patienten zuweisen." Breda Flood, Vorstandsmitglied der European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients Association (EFA), leidet selber unter Asthma und sagt zu dem Modell und seinen Vorteilen für ihre Leidensgenossen: "Dieses neue Modell wird uns dabei helfen, die Aktivitäten in unseren Lungen sichtbar zu machen, sodass wir erkennen können, wie diese Krankheit unsere Atmung beeinträchtigt. Wenn man weiß, wie bestimmte Behandlungen funktionieren, werden die Patienten ihren Zustand in Zukunft besser kontrollieren können." AIRPROM ist Teil des Projekts VPH NOE ("Virtual physiological human network of excellence"), das mit 8 Mio. EUR unter dem RP7 finanziert wurde. Seine Partner kommen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen, Schweden, Schweiz, Spanien, Ungarn und dem Vereinigten Königreich.Weitere Informationen unter: Das Projekt-Factsheet zu AIRPROM auf CORDIS: http://cordis.europa.eu/fetch?CALLER=PROJ_ICT&ACTION=D&CAT=PROJ&RCN=97980 VPH NOE: http://www.vph-noe.eu/ IKT-Forschung unter dem RP7: http://cordis.europa.eu/fp7/ict/ University of Leicester: http://www2.le.ac.uk/

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