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Neuer Dopingtest für Sportler anerkannt

Im Juli und August waren aller Augen auf die Olympischen Spiele in London gerichtet, an denen mehr als 10.500 Athleten aus 204 Nationalen Olympischen Komitees teilnahmen. Hinter den Kulissen werteten 150 Wissenschaftler täglich bis zu 400 Blutproben der Sportler aus, und zwar ...

Im Juli und August waren aller Augen auf die Olympischen Spiele in London gerichtet, an denen mehr als 10.500 Athleten aus 204 Nationalen Olympischen Komitees teilnahmen. Hinter den Kulissen werteten 150 Wissenschaftler täglich bis zu 400 Blutproben der Sportler aus, und zwar auf der Suche nach 240 verbotenen Substanzen. Für den Test wurde die Forschungsarbeit des GH-2004-Teams (Growth Hormone-2004) zur Grundlage genommen. Das Projekt, das den Missbrauch von Wachstumshormonen im Leistungssport aufdecken sollte, war von der Welt-Antidoping-Agentur WADA und der Anti-Doping-Agentur der Vereinigten Staaten finanziert und von der Anti-Doping-Agentur des Vereinigten Königreichs unterstützt worden. Der Test zur Überführung von Dopingsündern wurde u.a. vom WADA-Präsidenten John Fahey hochgelobt: "Der neue, nun von der WADA zugelassene Test wurde erstmals bei den Olympischen Spielen in London 2012 eingesetzt, und wir gehen davon aus, dass er sich als wichtiges Werkzeug im Kampf gegen Doping-Betrügereien im Sport bewähren wird. Er ergänzt einen Test, der seit den Spielen 2004 in Athen eingesetzt wird, nur mit dem Unterschied, dass den Dopingfahndern fortan ein sehr viel längeres Nachweisfenster zur Verfügung steht." Das GH-2004-Team baute für seinen neuen Test auf den Ergebnissen des Projekts GH-2000 auf, das zum Großteil von der Europäischen Union unter dem Programm Biomed 2 und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) finanziert worden war. Der von Forschern der Universität Southampton, dem King's College London und der Universität Kent in Canterbury entwickelte jetzige Test basiert auf dem Nachweis von zwei Proteinen im Blut, dem insulinähnlichen Wachstumsfaktor-I (IGF-1) und dem aminoterminalen Typ-III-Prokollagen. Beide Proteine zeigen erhöhte Konzentrationen in Anwesenheit des Wachstumshormons und sind daher ausgezeichnete Indikatoren für diese Substanz. Der Test kam am Antidoping-Labor der Olympischen Spiele in London 2012 und bei den Paralympischen Spielen zum Einsatz. Dort vermeldete das Internationale Paralympische Komitee am 8. September 2012, dass gegen zwei Gewichtheber eine zweijährige Sperre wegen Verstoßes gegen die Antidopingverordnung im Zusammenhang mit dem Einsatz des Wachstumshormons verhängt worden war. Das Urteil war die Endkonsequenz der auffälligen Laborergebnisse, die Kollegen am Antidoping-Labor des King's College London nach Anwendung der beiden neuen Marker festgestellt hatten. Auf seine Weise war der Fall auch ein olympischer Rekord, denn einige der Testverfahren waren erst 2012 kurz vor den Olympischen Spielen in London anerkannt und eingesetzt worden. Mit der neuen Methode lässt sich ein Missbrauch des menschlichen Wachstumshormons über mehrere Wochen hinweg feststellen, im Vergleich dazu ist das Nachweisfenster bisheriger Methoden wesentlich kürzer. Die Testerfolge sind für die Forscher eine Bestätigung ihrer Arbeit: "Die Ergebnisse zeigen, dass sich die vielen Jahre Forschungsarbeit gelohnt haben. Es war eines der komplexesten wissenschaftlichen Projekte, die das Drogenkontrollzentrum des King's College in Zusammenarbeit mit den Universitäten Southampton und Kent bislang gemeistert hat. Dass der Test zu den diesjährigen Spielen einsatzbereit war, ist eine große Leistung und ein wesentlicher Fortschritt in der Doping-Forschung", ist Prof. David Cowan, Leiter des Zentrums für Drogenkontrolle am King's College London und Direktor des Antidoping-Labors der Olympischen Spiele in London 2012. Andy Parkinson, Vorstandsvorsitzender von UK Anti-Doping, betonte, dass die Arbeit der Analysten nicht nur der Aufdeckung von Dopingfällen im Leistungssport dient, sondern auch abschrecken soll: "Die kontinuierliche Verbesserung von Tests schafft die Handlungsgrundlage für die weltweite Dopingbekämpfung. Damit können gewiefte Dopingsünder gefasst und angehende Delinquenten abgeschreckt werden. Ich bin froh, dass der Test, an dessen Entwicklung mein Team im Vereinigten Königreich wesentlich beteiligt war, bei den Paralympics 2012 so erfolgreich war." Richard Holt, Professor für Diabetes und Endokrinologie an der Universität Southampton und Diabetesberater am Klinikum Southampton, erklärt hierzu: "Glücklicherweise können wir nun mit einem weiteren effektiven und zuverlässigen Test aufwarten, um Dopingbetrüger zu enttarnen und den Missbrauch schädlicher Dopingsubstanzen zu verhindern. Der enorme Aufwand an Teamwork wurde hervorragend gemeistert und ich bin höchst zufrieden mit dem Ergebnis. So möchte ich der WADA als auch der US Anti-Doping- und UK Anti-Doping-Agentur herzlich für ihre Unterstützung und das Vertrauen in unsere Arbeit danken."Weitere Informationen finden Sie unter: GH-2004-Team http://www.gh2004.soton.ac.uk/ Report doping in sport http://www.ukad.org.uk/what-we-do/report-doping