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Geoparks: Heritage, Education and Sustainable Development - an Innovative Methodology for Southern Countries. Case Study in Morocco (Atlas Mountains, Marrakech)

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Inventar des Welterbes und starke Kommunen: So baut man Geoparks auf

Viele südliche Länder wollen Entwicklungsstrategien umsetzen, die mit der Auszeichnung als europäischer UNESCO-Geopark einhergehen. Doch da es kaum eine Methodologie für Geoparks gibt, ist diese Aufgabe eine immense Herausforderung. Ein EU-finanziertes Projekt will das ändern.

Gesellschaft

Prof. Yves Girault erklärt das von ihm geleitete Projekt Geopark folgendermaßen: „Da es fast keine Methodologie gibt, wollten wir aus komparativer Perspektive (Nord/Süd) die Prozesse betrachten, die im Kontext der internationalen Vergabe durch die UNESCO bei der Bestimmung von Welterbe (Natur- und Kulturerbe) ablaufen.“ Außerdem sollte der Begriff des „Geologischen Erbes“ hinterfragt werden, der durch das Global-Geoparks-Programm eingeführt wurde. Darüber hinaus wurde im Projekt an Analysen der politischen und territorialen Dynamik gearbeitet, die für dieses Ungleichgewicht der geografischen Gebiete verantwortlich ist. „Angesichts der unausgeglichenen Anteile von Entwicklungsländern und entwickelten Ländern an Geoparks weltweit sollte dieses Projekt Entwicklungsländern noch zusätzliche Unterstützung bei der Planung und Verwaltung von Geoparks bieten. Dazu wurde auf Ergebnisse aus einer spezifischen Fallstudie im marokkanischen Zat-Tal zurückgegriffen“, ergänzt Prof. Girault. Die Projektergebnisse im Detail „Dieses Projekt leistet einen großen Beitrag zum Verständnis des Natur- und Kulturerbes im Zat-Tal“, so Prof. Girault. In enger Zusammenarbeit mit marokkanischen Experten aus Naturwissenschaften und Tourismus wurde im Projekt auch ein Plan zur Valorisierung der Geodiversität entworfen und 13 Stätten wurden auf Basis wissenschaftlicher, didaktischer und touristischer Interessen ausgewählt. Durch die Fallstudie im Zat-Tal entstand im Projekt außerdem eine innovative und an Entwicklungsländer angepasste Methodologie für Geoparks. Dabei werden zwei Bausteine kombiniert: ein integriertes Inventar des Welterbes geologischer, biologischer und kultureller Vielfalt sowie die Stärkung der Bevölkerung vor Ort. „Unsere Ökologen und Biologen haben auch noch eine Methodologie abgewandelt, bei der Landschaften aus der integrierten Perspektive sozioökologischer Systeme interpretiert werden“, so Girault. Mit dieser Methodologie sollen das Wissen über und die Weiterentwicklung von Landschaften im Rahmen einer systematischen und interdisziplinären Perspektive für Umwelterziehung und Wissenschaftskommunikation verbessert werden. Prof. Girault ergänzt: „Eine weitere bemerkenswerte Leistung ist, dass das entstandene Inventar desWelterbes mit dem Aufbau einer GIS-Kartierung des Zat-Tals verwertet wurde. So garantieren wir Zugänglichkeit und Nachhaltigkeit der Daten für eine multidisziplinäre Analyse des Gebiets.“ Verbreitet wurden die Projektergebnisse in einem internetbasierten virtuellen Museum und einer Wanderausstellung. In dem virtuellen Museum können die Nutzer lokale Welterbestätten in einer erweiterten interaktiven Karte erkunden, die verschiedene Themenbereiche abdeckt. Die Ausstellung des Projekts, „Zat Valley: between heritage conservation and development“ wurde an eine lokale Jugendorganisation übergeben. „Dabei handelt es sich nicht um bloße Informationsmaterialien aus dem Projekt, sondern sie sollen vielmehr lokale Gruppen dazu anregen, aktiv die Zukunft des Zat-Tals zu diskutieren und neu zu überdenken“, betont Prof. Girault. Aus dem Projekt heraus wurden außerdem drei Herbst- bzw. Winteruniversitäten organisiert, an denen 18 Doktoranden aus neun Ländern teilnahmen. Ein Blick in die Zukunft Dank der Kombination aus theoretischer Forschung und Feldforschung im Zat-Tal kann das Projekt nun innovative und interdisziplinäre Methodologien für eine Entwicklung von Geoparks bereitstellen, die auf der Zusammenarbeit mit der Bevölkerung vor Ort basieren und an die Länder des globalen Südens angepasst sind. Die wichtigsten Ergebnisse werden 2019 als französisch- bzw. englischsprachiger Sammelband veröffentlicht. Doch das Projekt leistet nicht nur einen Beitrag zum Aufbau von Kapazitäten in den Entwicklungsländern, wenn es um Geoparks geht, sondern soll auch weitere Forschungs- und Innovationsnetzwerke zwischen europäischen Talenten und dem globalen Süden aufbauen. „Bereits jetzt haben sich aus mehreren langfristigen Kooperationen über die Projektlaufzeit hinaus vielversprechende Effekte ergeben“, bestätigt Prof. Girault.

Schlüsselbegriffe

Geopark, Zat-Tal, UNESCO, Naturerbe, Kulturerbe, globaler Süden, Methodologie für Geoparks, geologisches Erbe, Global -Geoparks-Programm, Marokko

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