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Buildings as Material Banks: Integrating Materials Passports with Reversible Building Design to Optimise Circular Industrial Value Chains

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 642384

  • Startdatum

    1 September 2015

  • Enddatum

    28 Februar 2019

Finanziert unter:

H2020-EU.3.5.4.

  • Gesamtbudget:

    € 9 918 629,77

  • EU-Beitrag

    € 8 858 763,02

Koordiniert durch:

INSTITUT BRUXELLOIS POUR LA GESTION DE L ENVIRONNEMENT-BRUSSELS INSTITUUT VOOR MILIEUBEHEER

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Neue integrierte Instrumente helfen dem Bausektor beim Umstieg auf die Kreislaufwirtschaft

Gebäude, die mit reversiblen Gestaltungstechniken gebaut oder saniert werden, schaffen einen Mehrwert in einem Sektor, in dem die Nachhaltigkeit im Fokus steht. Mehr Wert bedeutet weniger Abfall – das EU-finanzierte Projekt BAMB arbeitete an Möglichkeiten, einen systemischen Umstieg in Richtung nachhaltige Gebäude voranzutreiben.

Klimawandel und Umwelt
Gesellschaft
Energie
© Caroline Morizure, EFP

Die bebaute Umwelt Europas ist für einen erheblichen Anteil unseres Energieverbrauchs, der gesamten Treibhausgasemissionen, der Ressourcenentnahme und der Abfallproduktion verantwortlich. Einer der Hauptgründe dafür ist die mangelhafte Gebäudegestaltung in Verbindung mit dem traditionellen linearen Wirtschaftsmodell der Herstellung, Verwendung und Entsorgung. Da Gebäude nur für eine einzige Endnutzung gedacht werden, stehen sie nach einem wirtschaftlichen oder sozialen Wandel häufig leer. Das führt wiederum zu einem Abriss oder komplexen und kostspieligen Renovierungs- oder Umnutzungsarbeiten, die erhebliche Mengen an Abfall verursachen. Das EU-finanzierte Projekt BAMB förderte einen Paradigmenwechsel, der die Bewertung und Konzeption von Materialien, Komponenten und Gebäuden durch die Berücksichtigung der Anforderungen für ein effektives Kreislaufprinzip beinhaltet. Dieser Ansatz geht über eingeschränkte und lineare Ökobilanz-Ansätze hinaus, die derzeit bei den Instrumenten und Methodiken im Bausektor verwendet werden.

Protokoll zur Gestaltung flexibler und veränderbarer Gebäude

Die Projektpartner entwickelten ein Protokoll zur Gestaltung reversibler Gebäude, das verschiedenen Interessengruppen in der Wertschöpfungskette des Bausektors die Einführung von Strategien und Ansätzen für reversible Gebäude und Sanierungsaktivitäten ermöglicht. Im Mittelpunkt dieses Gestaltungsansatzes steht die Veränderbarkeit – die Fähigkeit, Gebäudeflächen so umzuwandeln, dass diese neuen Anforderungen entsprechen; und das Weiterverwendungspotenzial – die Fähigkeit zur Weiterverwendung von Elementen und Komponenten. Die reversible Gebäudegestaltung ermöglicht die ressourcenschonende Reparatur, Weiterverwendung und Rückgewinnung von Baustoffen, Produkten und Komponenten, da verschiedene Ebenen wie Böden, Fenster, elektrische Leitungen, die Belüftung oder Innenwände zugänglich sind, ohne dass andere Gebäudeteile beschädigt werden, sodass Komponenten einfach entfernt oder ersetzt werden können. Der Ansatz kann auch zur Gestaltung flexibler und einfach veränderlicher Gebäude genutzt werden.

Instrument für die Bewertung von Gebäuden nach dem Kreislaufprinzip

Die Projektpartner entwickelten zudem einen Prototypen eines Instruments für die Bewertung von Gebäuden nach dem Kreislaufprinzip. Diese Entscheidungshilfe baut auf einer Methodik für die Bewertung der Ressourcenproduktivität neuer und bestehender Gebäude auf, die auf Entscheidungen zur Materialauswahl und Gestaltung basiert. Die Integration der Methodik in eine neu entwickelte (BIM-kompatible) Softwareplattform könnte Benutzern dabei helfen, bessere Entscheidungen in puncto Kreislaufprinzip zu treffen. Die Plattform hilft Benutzern dabei, die Auswirkungen alternativer Lösungen abzusehen, Leistungskennzahlen wie das Weiterverwendungspotenzial und die Veränderbarkeit über die verschiedenen Phasen des Gebäudelebenszyklus (Entwurf, Konstruktion, Verwaltung und Instandhaltung, Sanierung, Abbau) zu optimieren.

Erfahrungen und Feedback aus Pilotprojekten

In Brüssel wurde ein neues Modul namens „Konzeption reversibler Gebäude“, das aus einer Holzrahmenstruktur und vorfabrizierten Wand-, Boden- und Dachsystemen besteht, zweimal aufgebaut, abgebaut, wieder aufgebaut und umgebaut. Das nachhaltige und reversible Lehrmodul ist Teil eines Bildungszentrums, das Lehrkräften, Studierenden und Herstellern von Baustoffen die Untersuchung der praktischen Umsetzung von Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und der reversiblen Gebäudegestaltung ermöglicht. Am Campus der Vrije Universiteit Brussel (VUB) wurde ein ehemaliges Studentenhaus jetzt in ein Labor für Umrüstungen nach dem Kreislaufprinzip (Circular Retrofit Lab) verwandelt. Acht Studentenzimmer wurden unter Verwendung abnehmbarer, anpassungsfähiger und weiterverwendbarer Gebäudelösungen renoviert, um so wenig Bauschutt wie möglich zu erzeugen. In Heerlen, Niederlande, entwickelte das Projektkonsortium das Labor für umweltschonende, veränderbare Gebäude (Green Transformable Building Lab) um einen multifunktionalen und reversiblen Stahlrahmen mit austauschbaren, unabhängigen und reversiblen Boden-, Fassaden- und Dachelementen. Die Demonstratoren bewiesen, dass die Funktion einer bestehenden Struktur geändert werden kann (zum Beispiel als Fläche für die Informationsverbreitung, als gemeinsame Arbeitsfläche und als Öko-Gästehaus), während in Zukunft Flexibilität und das Kreislaufprinzip angestrebt werden. Überdies kann der durch Funktionsänderungen erzeugte Bauschutt über die Verwendung aufrüstbarer modularer und austauschbarer Komponenten erheblich gesenkt werden. „Die Pilotprojekte und Prototypisierung demonstrierten, dass durch die BAMB-Instrumente und -Methodiken 75 bis 90 % aller im Rahmen mehrerer Gebäudeveränderungen erzeugten Abfälle und verbrauchten Ausgangsstoffe vermieden werden können“, lautet das Fazit von Projektkoordinator Caroline Henrotay.

Schlüsselbegriffe

BAMB, Wert, Abfall, Gebäude, Materialausweise, reversible Gebäudegestaltung, Gebäudebewertung nach dem Kreislaufprinzip, nachhaltig, Kreislaufwirtschaft

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 642384

  • Startdatum

    1 September 2015

  • Enddatum

    28 Februar 2019

Finanziert unter:

H2020-EU.3.5.4.

  • Gesamtbudget:

    € 9 918 629,77

  • EU-Beitrag

    € 8 858 763,02

Koordiniert durch:

INSTITUT BRUXELLOIS POUR LA GESTION DE L ENVIRONNEMENT-BRUSSELS INSTITUUT VOOR MILIEUBEHEER

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