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MASTERCOW, an antibiotic-free bioinorganic therapy for bovine mastitis

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Eine antibiotikafreie Antwort auf Mastitis bei Rindern

Momentan werden bei der üblichen Behandlung von Mastitis Antibiotika eingesetzt. Aus diesem Grund muss die Milch 15 Tage lang weggeschüttet werden und es besteht ein Risiko, dass die Lebensmittelkette verunreinigt und möglicherweise eine Antibiotikaresistenz entwickelt wird. Zudem leiden auch die infizierten Kühe.

Lebensmittel und natürliche Ressourcen

Das EU-finanzierte Projekt MASTERCOW entwickelte und testete eine revolutionäre Anwendungsmethode zur Behandlung von Mastitis. So kann nicht nur das Risiko einer Antibiotikaresistenz ausgeschaltet und eine Heilungsrate von bis zu 99 % erzielt werden, sondern zusätzlich können die Kosten gesenkt und das Wohlbefinden der Kühe gesteigert werden.

Silberauskleidung für das Euter

Die neue Therapie gründet auf einer Technologie, die stabilisierte Cluster aus Silberionen einsetzt. Sie wurde von Yuri Sidorin, Professor an der Universität Kemerowo, Russland, entwickelt. Der Projektkoordinator, das Unternehmen CNT Lab S.r.l. produzierte und testete 2013 mehrere dieser antibakteriellen Produkte – eines davon wurde MasterCow. „Wenn MasterCow als Spülung am inneren Gewebe, das das Euter auskleidet, angewendet wird, hat es eine ausgezeichnete antimikrobielle Wirkung“, erläutert Enrico Sozzi, Geschäftsführer bei CNT Lab S.r.l. Nach einer vorläufigen Marktanalyse im Jahr 2016 werden seit 2017 Prototypen des Produkts getestet. Drei verschiedene Test-Lösungen des CNT-Labors, die stabilisierte Silberionen enthielten, wurden an Milchkühen angewendet, die an chronischer Mastitis erkrankt waren. Bei der Verwendung von MasterCow lag die Heilungsrate bei 16 Tieren bei über 80 %. Das Forschungsteam des Projekts testete dann die chemische Zusammensetzung des Endprodukts, um die geeignete Matrix und die optimale Silberkonzentration zu bestimmen. Weiter wurde das Produkt durch den Zusatz eines Schaummittels verbessert, um die Wirksamkeit zu steigern.

Die Anwendung ist essenziell – glückliche Kühe bleiben eher gesund

Das Projekt MASTERCOW hatte sich zum Ziel gesetzt, eine Anwendungsmethode zu entwickeln, bei der das Tier während der Behandlung nicht zu Schaden kommt und die gleichzeitig eine gleichmäßige Verteilung des Produkts im Euter gewährleistet. Vor einer erheblichen Herausforderung stand das Team bei der Entwicklung eines Verfahrens zur Verabreichung. „Die Tiere litten unter dem Herabkühlen des Euters und der langen Verabreichungszeit“, so Sozzi. „Wir benötigten eine schnellere Lösung ohne Treibgas und gingen daher zu Beutelventil-Behältern über“, erklärt Sozzi. Das Ergebnis: ein ökologisches Luftsystem, das nicht kühlt und die Behandlungszeit wesentlich verkürzt. Er fährt fort: „Wir wandten ein paar Tricks an, um die gleichmäßige Verteilung von MasterCow im Euter zu gewährleisten: Wir verringerten die Geschwindigkeit, mit der die Lösung eingeflößt wurde, und optimierten die Abmessungen der Kanüle.“

Auf zu grüneren Weiden

Durch eine Auswahl zum KMU-Instrument der Phase 2 würden dem Projekt wichtige künftige Mittel zur Verfügung gestellt. „In jedem Fall“, betont Sozzi, „wird CNT Lab von der Holding Clusternanotech finanziell unterstützt, um MasterCow auf den Markt zu bringen.“ Das Forschungsteam ist ziemlich zuversichtlich, dass dies in Kürze möglich sein wird, dank der vielen Partner, die Empfehlungen für das Projekt MASTERCOW abgegeben oder sich ihm angeschlossen haben. Als nächstes soll die endgültige Rezeptur von MasterCow ermittelt und das Produkt in Übereinstimmung mit den EU-Rechtsvorschriften zugelassen werden. Die notwendigen präklinischen und klinischen Tests werden vom Fachbereich Tiermedizin an der Universität Parma unter der Mitarbeit der Professoren A. Summer und F. Quintavalla durchgeführt, die langjährige Erfahrung im Bereich der Milchtechnologie und der agroindustriellen Biotechnologie haben. Das Projekt MASTERCOW hat sich vorgenommen, für Milchkühe eine Heilungsrate von nahezu 100 % zu erzielen und die Zeit, während der die Milch weggeschüttet werden muss, auf zwei Stunden zu reduzieren. Sozzi fasst sein Vertrauen in die Mastitis-Therapie des Projekts abschließend zusammen: „Wir sind davon überzeugt, dass MasterCow eine potenzielle Lösung bietet, um den übermäßigen Einsatz von Antibiotika und die dadurch entstehende Verunreinigung der Milch zu verhindern. Dies wird dazu beitragen, die europäische Milchindustrie wettbewerbsfähiger und nachhaltiger zu gestalten.“

Schlüsselbegriffe

MASTERCOW, Euter, Kuh, Mastitis, Silber, Milch, Milchprodukte, antibiotikafrei, Beutelventil

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