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Wegweisendes System zur deutlichen Verringerung der Brandgefahr in Elektrobussen

In den meisten Elektro- und Hybrid-Elektrobussen sind Lithium-Ionen-Batterien (Li-Ion) installiert, die eine Brandgefahr darstellen. Im Rahmen einer EU-Initiative wurde ein Brandbekämpfungssystem entwickelt, um speziell solchen Risiken zu begegnen, die mit Lithium-Ionen-Batterien in Verbindung gebracht werden.

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Brandunterdrückungsanlagen für Busse sind seit Jahrzehnten auf dem Markt und werden in großem Umfang eingesetzt und reguliert. Diese Anlagen werden jedoch auf ihre Wirksamkeit bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren getestet, weshalb auch alle Prüfnormen genau für diesen Zweck ausgelegt sind. Das Wachstum der Elektrobusindustrie hat die Nachfrage nach neuen Brandunterdrückungstechnologien beschleunigt. „Mit der schnellen Einführung von Elektro- und Hybrid-Elektrofahrzeugen im öffentlichen Verkehr ergeben sich neue Herausforderungen, da diese Fahrzeuge völlig unterschiedliche Risikoszenarien hervorrufen“, so Anders Gulliksson, Koordinator des EU-finanzierten Projekts LiionFire. „Wenn die üblicherweise verwendeten Lithium-Ionen-Batterien versagen, so führt dies zu einem ziemlich dramatischen Brandszenario mit einem starken Anstieg von Hitze und potenziell giftigen Gasen.“

Umfassende Lösung für die Brandbekämpfung

Die Projektpartner untersuchten verschiedene Techniken, um einen möglichen Batteriefehler so früh wie möglich zu erkennen und sofortige Maßnahmen einzuleiten, so dass eine potenziell gefährliche Situation gestoppt oder verzögert werden kann. Sie beschäftigten sich beispielsweise mit den Brandrisiken im Zusammenhang mit Batterieräumen, einschließlich spezifischer Risiken beim Laden und Verfahren für den Umgang mit Elektrofahrzeugen und Batterien nach einem Unfall. Darüber hinaus wurde auch geprüft, inwieweit feste und integrierte Brandunterdrückungsanlagen, die zum Schutz von Motorräumen bei schweren Fahrzeugen weit verbreitet sind, auf Fahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterien angewendet werden können und wie sie konzipiert werden müssten. Durch diese umfangreichen Tests konnte das LiionFire-Team besser nachvollziehen, wie ein Defekt in der Batterie zustande kommt und erkannt werden kann. „Wenn eine Anlage zu diesem frühen Zeitpunkt aktiviert wird, kann die Batterie in einen sicheren Zustand ‚zurückgebracht‘ werden, ohne dass sich der Brand weiter ausbreitet“, erklärt Gulliksson. „Die Tests haben zudem gezeigt, dass selbst bei einem späten Einsatz der Feuerlöschanlage die Möglichkeit besteht, das Erreichen eines kritischen Zustands der Batterie zu verzögern, was bedeutet, dass die Chance auf eine sichere Evakuierung sehr hoch ist.“ Bei ordnungsgemäßer Erkennung und aktivierter Anlage kann das gefährliche Szenario umgekehrt und vollständig gestoppt werden.

Integrierte Lösung zur Brandfrüherkennung, Systemkühlung und Brandunterdrückung

Das Projektteam hat ein hoch innovatives Brandbekämpfungssystem für Elektro- und Hybrid-Elektrofahrzeuge erfolgreich validiert und demonstriert. Dieses bietet ein Brandfrühwarnsystem und eine Punktkühlung, um ein thermisches Durchgehen zu verhindern und gleichzeitig Brände zu lokalisieren und zu unterdrücken. Offiziell vorgestellt wurde das System auf der Busworld 2019 in Brüssel, der ältesten und größten Fachmesse für Linien- und Reisebusse der Welt, wo es mit dem Innovationslabel ausgezeichnet wurde, einem Preis, der von der Expertenjury der Fachmesse für innovative Produkte und Dienstleistungen vergeben wird. Das System hat sowohl bei Endnutzern als auch bei Fahrzeugherstellern enormes Interesse hervorgerufen. „LiionFire bringt ein Produkt auf den Markt, das es bisher nicht gab: ein System, das einen wirksamen Schutz gegen Batteriebrände bieten kann“, so Gulliksson abschließend. „Dadurch soll die Sicherheit der Fahrgäste von öffentlichen Verkehrsmitteln erheblich erhöht werden. Zumindest aber soll zur Eindämmung von Bränden beigetragen werden, so dass eine sichere Evakuierung erfolgen kann.“

Schlüsselbegriffe

LiionFire, Brand, Brandunterdrückung, Busse, Li-Ionen-Batterien, Elektro- und Hybrid-Elektrofahrzeuge, Brandbekämpfungssystem, öffentliche Verkehrsmittel

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4 Dezember 2020